VfB Stuttgart - FSV Mainz 05
Der Stuttgarter Cacau (l) wird von Radoslav Zabavnik attackiert.

Der Stuttgarter Cacau (l) wird von Radoslav Zabavnik attackiert.

dpa

Der Stuttgarter Cacau (l) wird von Radoslav Zabavnik attackiert.

Stuttgart (dpa) - Edeljoker Martin Harnik hat dem VfB Stuttgart einen Rückrundenauftakt nach Maß verschafft. Dank des späten Treffers des eingewechselten österreichischen Nationalstürmers bezwangen die abstiegsgefährdeten Schwaben den Überraschungszweiten FSV Mainz 05 etwas glücklich mit 1:0 (0:0).

«Das Tor war unglaublich», sagte Harnik. «Es waren viele Emotionen, nicht nur Freude.» Für Trainer Bruno Labbadia war es der erste Bundesliga-Sieg mit dem VfB. Stuttgart machte durch den erst vierten Saisonsieg im Kampf um den Klassenverbleib Boden gut, stoppte den Mainzer Vormarsch und leistete Borussia Dortmund Schützenhilfe. Mainz liegt nun wie Bayer Leverkusen schon 13 Punkte hinter dem souveränen Spitzenreiter. «Es kann immer wieder passieren, dass man für eine gute Leistung nicht belohnt wird», kommentierte der Mainzer Fußball-Lehrer Thomas Tuchel den Rückschlag relativ entspannt. «Ich kann damit leben.» Angesichts der Vorteile seiner Schützlinge in allen wichtigen Statistiken dieser umkämpften Partie sei es aber «sehr ärgerlich», verloren zu haben.

«Das Tor war symptomatisch für unser Spiel: wie wir uns reingebissen haben und wie wir danach verteidigt haben», sagte Labbadia zu Harniks erlösendem 1:0 vor 33 500 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena in der 79. Minute. «Martin bringt seine Leistung aus dem Stand heraus.» Der Matchwinner musste nach dem Abpfiff lange am Oberschenkel behandelt werden. Wegen muskulärer Probleme hatte er während der Vorbereitung nur wenig mit der Mannschaft trainieren können. Tuchel sprach von «einem lucky punch».

Beflügelt durch sein gutes Trainingslager mit zwei Siegen präsentierte sich Stuttgart engagiert und couragiert. Aber auch Mainz zeigte, dass es zurecht auf dem dritten Platz steht. Beide Mannschaften neutralisierten sich im ersten Durchgang auf dem tiefen, schwer bespielbaren und viel Kraft kostenden Platz weitgehend. Zudem ließen die gut gestaffelten Defensivreihen kaum etwas zu.

Bei den wenigen nennenswerten Chancen wurde der Ball jeweils gefährlich abgefälscht. Pawel Pogrebnjaks Schuss lenkte Niko Bungert noch zur Ecke ab (13.). Der Mainzer Innenverteidiger veränderte auch die Flugbahn des strammen Distanzschusses von Christian Träsch (29.). Auf der Gegenseite verhinderte Funk einen möglichen Rückstand durch Marcel Risse (23.). Die «Bogenlampe» senkte sich über das VfB-Tor.

Auch nach dem Seitenwechsel bemühten sich beide Teams, ein ordentliches Spiel aufzuziehen, konnten sich jedoch keine entscheidenden Vorteile verschaffen. Die Rheinhessen hatten allerdings Pech, als VfB-Verteidiger Cristian Molinaro einen Schuss von Risse auf der Linie per Kopf klären konnte (58.). Der eingewechselte Adam Szalai setzte einen Kopfball aus Nahdistanz nur knapp über die Latte (74.).

Dann schlug die «Stunde» der Stuttgarter Einwechselspieler: Timo Gebhart passte nach innen und der erst neun Minuten zuvor für den schwachen Cacau gebrachte Harnik schob zum 1:0 ein (79.). Die Führung kam überraschend, da Mainz nun mehr Spielanteile hatte. Die Gäste drückten auf den Ausgleich, scheiterten aber immer wieder am VfB- Abwehrbollwerk.

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