1. FC Nürnberg - Hannover 96
Nürnbergs Ilkay Gündogan (l) schirmt den Ball vom Hannoveraner Sergio Pinto ab.

Nürnbergs Ilkay Gündogan (l) schirmt den Ball vom Hannoveraner Sergio Pinto ab.

dpa

Nürnbergs Ilkay Gündogan (l) schirmt den Ball vom Hannoveraner Sergio Pinto ab.

Nürnberg (dpa) - Jubel beim 1. FC Nürnberg - aber auch beim Verlierer: Obwohl der Siegeszug von Hannover 96 beim Hinrunden-Finale der Fußball-Bundesliga von den Franken beendet wurde, überwog nach der 1:3 (0:2)-Niederlage auch beim Überraschungsteam der Stolz über das insgesamt Geleistete.

«Für den Augenblick ist es enttäuschend», sagte Trainer Mirko Slomka nach der ersten Niederlage den Niedersachsen nach zuvor fünf Siegen hintereinander: «Auf der anderen Seite sind wir froh über 31 Punkte und eine gute Hinrunde.»

Für den ersten «Club»-Sieg nach fünf erfolglosen Partien sorgten vor 33 111 Zuschauern Steven Cherundolo mit einem Eigentor (28. Minute), Kapitän Andreas Wolf (31.) und Stürmer Julian Schieber (81.) mit seinem vierten Saisontreffer. Für Hannover verwandelte Sergio Pinto einen umstrittenen Handelfmeter (75.). «Wir haben verdient gewonnen», sagte FCN-Trainer Dieter Hecking nach dem Sieg gegen seinen Ex-Verein: «Es sind bei uns zwar keine 31 Punkte, aber 22 Punkte. Das hätten wir vor Saisonbeginn unterschrieben.»

Für Hannover galt einmal mehr: Ohne Torjäger Didier Ya Konan geht in der Bundesliga nichts. Im elften Spiel ohne den Ivorer gab es die elfte Pleite. Die Offensive lahmte ohne den verletzten neunfachen Saisontorschützen. Mohammed Abdellaoue konnte sich anstelle von Ya Konan nicht in Szene setzen. «Ich kann das nicht erklären, warum es ohne Didier nicht klappt», sagte Slomka ratlos. Einen Grund nannte Torschütze Pinto: «Wir haben als Mannschaft nicht gut funktioniert.» Trotzdem habe man nach dieser Hinrunde «alle Gründe» zu feiern: «Wir werden es heute krachen lassen», kündigte Pinto an.

In einer anfangs zerfahrenen Partie tasteten sich die Nürnberger über erste Schüsse von Jens Hegeler (10.) und Mehmet Ekici (19.) ans Führungstor heran. Das fiel dann auch: Nach einem feinen Doppelpass mit Almog Cohen wollte Gündogan in der Sturmmitte Schieber bedienen - den Pass fälschte 96-Abwehrspieler Cherundolo unglücklich ins Tor ab. Es folgte der Doppelschlag durch Wolf, der nach einem Eckball von Ekici abstaubte. «Die drei Punkte waren ganz wichtig», sagte Wolf.

In seiner stärksten Phase hätte der FCN die Partie frühzeitig entscheiden können, gerade nach gefährlichen Ecken und Freistößen von Ekici. Einmal rettete Manuel Schmiedebach auf der Linie (40.), danach vergaben Wolf (42.) und Schieber (44.) in aussichtsreicher Position.

Hannover steigerte sich nach der Pause. Aber die Nürnberger Abwehr, in der nach seiner Vier-Spiele-Sperre auch Javier Pinola wieder mitwirken durfte, geriet kaum in Gefahr. Erst als Pinola bei einem Freistoß von Jan Schlaudraff der Ball an den Arm prallte und Schiedsrichter Guido Winkmann pfiff, wurde es kurz eng für die Franken. «Im Fall des Sieges kann ich den Elfmeter akzeptieren», kommentierte Hecking die Entscheidung. Schieber machte kurz darauf per Kopf nach glänzender Vorarbeit des starken Gündogan alles klar.

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