SC Freiburg - FC Augsburg
Torwart Oliver Baumann (l) umarmt Siegtorschütze Matthias Ginter nach dem Schlusspfiff. Foto: Uli Deck

Torwart Oliver Baumann (l) umarmt Siegtorschütze Matthias Ginter nach dem Schlusspfiff. Foto: Uli Deck

dpa

Torwart Oliver Baumann (l) umarmt Siegtorschütze Matthias Ginter nach dem Schlusspfiff. Foto: Uli Deck

Freiburg (dpa) - Ein Jungspund lässt den SC Freiburg jubeln. Zwei Tage nach seinem 18. Geburtstag erzielte der A-Junior Matthias Ginter bei seiner Erstliga-Premiere das erlösende 1:0 (0:0) im Kellerduell gegen den FC Augsburg (88. Minute).

Damit feierte auch Christian Streich einen gelungenen Einstand als neuer Cheftrainer des Sportclubs. Ständig trieb er seine Schützlinge vor 19 600 Zuschauern im Mage Solar Stadion nach vorn. Neuling FCA rutschte nach der Niederlage auf den letzten Platz der Fußball-Bundesliga ab.

«Ein Sieg gegen den Tabellennachbarn hilft enorm», sagte Streich zur Bedeutung dieses Befreiungsschlags. Er freue sich natürlich, habe aber nicht mehr unter Spannung gestanden als zuvor bei der A-Jugend. «Das ist kein so großer Unterschied», versicherte der 46 Jahre alte Coach. FCA-Kollege Jos Luhukay sagte: «Die Enttäuschung ist bei allen groß.» Der Niederländer sprach jedoch von einem «verdienten Sieg» der Freiburger, auch wenn diese am Schluss ein Quäntchen Glück gehabt hätten.

Beim erlösenden Treffer hatte Streich kaum gejubelt. Aber die SC-Profis tanzten vor Glück. «Man sieht, welche Last von uns abgefallen ist», sagte SC-Torhüter Oliver Baumann erleichtert. Mit seinem Teamkollegen hatte er nach dem Schlusspfiff minutenlang auf dem Platz mit den jubelnden Fans den Erfolg gefeiert. «Das war der erste Schritt.»

Beiden Abstiegskandidaten war die enorme Bedeutung und Belastung dieser Schlüsselpartie deutlich anzumerken. Keiner wollte volles Risiko gehen. Zudem leisteten sich die Badener und die Schwaben viele Abspielfehler und konnten kaum ein flüssiges Kombinationsspiel aufziehen.

Streich baute seine Viererabwehrkette gleich auf drei Positionen um. Die beiden Neuzugänge Michael Lumb und Fallou Diagné sowie Oliver Sorg, der Kapitän der Regionalliga-Mannschaft, sollten die schlechteste Defensive der Liga stabilisieren. Allerdings konnten die harmlosen Augsburger in der Offensive kaum Akzente setzen, so dass Freiburg nicht ernsthaft gefordert war. Bei der einzigen FCA-Chance im ersten Durchgang hielt Baumann Torsten Oehrls Kopfball (12.).

Freiburg konnte zunächst spielerisch kaum überzeugen, hatte aber wenigstens ein paar Möglichkeiten mehr als Augsburg. Anton Putsila zögerte in aussichtsreicher Position zu lange, so dass ihm Marcel de Jong den Ball noch wegspitzeln konnte (18.). Bei Schüssen von Sorg (36.) und Johannes Flum (44.) war Schlussmann Simon Jentzsch auf dem Posten. Aber insgesamt gerieten auch die Augsburger nicht wirklich in Bedrängnis.

Angetrieben von seinem Trainer machte der SC in der zweiten Halbzeit mehr Druck. Hätte Erik Jendrisek den Ball dem völlig freistehenden Putsila mustergültig auf den Fuß gelegt, statt schlampig ins Leere zu passen, wäre die Führung früh möglich gewesen (50.). Cedrick Makiadi setzte einen wuchtigen Kopfball übers Tor (69.). Wenig später verfehlte Jonathan Schmid mit einem strammen Schuss aus spitzem Winkel knapp das Ziel (73.). Dann scheiterte Stefan Reisinger mit einem Knaller am guten Jentzsch (75.).

Freiburg dominierte inzwischen klar das Geschehen. Nur der erlösende Treffer schien trotz aller Bemühungen nicht fallen zu wollen. Dann köpfte Nachwuchsstürmer Ginter 18 Minuten nach seiner Einwechslung das Tor des Tages. «Wir müssen schauen, dass jetzt kein Hype entsteht», sagte Streich. Von Augsburg ging im zweiten Durchgang keine Gefahr aus.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 57,5 - 42,5

Torschüsse: 15 - 4

gew. Zweikämpfe in %: 56,5 - 43,5

Fouls: 13 - 25

Ecken: 5 - 2

Quelle: optasports.com

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