1. FC Nürnberg - FC Augsburg
Der Nürnberger Alexander Esswein traf zum ersten Mal in der Bundesliga.

Der Nürnberger Alexander Esswein traf zum ersten Mal in der Bundesliga.

dpa

Der Nürnberger Alexander Esswein traf zum ersten Mal in der Bundesliga.

Nürnberg (dpa) - Der «Joker» traf. Als im ersten Bundesliga-Derby zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem FC Augsburg schon alles auf eine Nullnummer hindeutete, schlug Alexander Esswein zu.

Mit seinem ersten Bundesligator sicherte der 21 Jahre alte Neuzugang von Dynamo Dresden dem «Club» vor 43 071 Zuschauern den 1:0 (0:0)-Heimerfolg.

«Das war ein Arbeitssieg», kommentierte Esswein, dem eine Woche nach seinem Tribünenplatz beim Auswärtsspiel in Dortmund «ein Stein vom Herzen» fiel. Nach Vorarbeit von Tomas Pekhart ließ Esswein in der 76. Minute Gegenspieler Gibril Sankoh aussteigen und traf aus spitzem Winkel mit dem linken Fuß ins lange Eck. «Das war eine ganz schöne Aktion von mir», kommentierte der Matchwinner.

Es war der Höhepunkt eines Spiels, das Nürnbergs Trainer Dieter Hecking als «zähe Angelegenheit» beschrieb: «Sechs Punkte aus vier Spielen sind eine Ausbeute, die ist aller Ehren wert», sagte Hecking.

Aufsteiger Augsburg wartet dagegen weiter auf den ersten Sieg in der Fußball-Bundesliga. Trainer Jos Luhukay beklagte nach der zweiten Niederlage hintereinander die fehlende Qualität seines Kaders in der Offensive. «Das war viel zu harmlos und viel zu wenig nach vorne.»

Bis zum Transferschluss am 31. August soll unbedingt noch nachgebessert werden. Allerdings seien die finanziellen Mittel begrenzt, wie Sportdirektor Andreas Rettig erklärte: «Wir sind im Markt unterwegs. Aber wir können nur zum Studententarif einkaufen.»

Hecking musste kurzfristig seine Startelf verändern, da Mittelfeldspieler Markus Feulner wegen Adduktorenproblemen beim Aufwärmen passen musste. Für Feulner rückte der 18-jährige Julian Wießmeier ins Team, der sein Talent bei einigen Offensivaktionen andeuten konnte. Auch Augsburgs Coach Jos Luhukay musste seine Elf nach dem Ausfall beider Außenverteidiger verändern. Jan-Ingwer Callsen-Bracker (rechts) und Lorenzo Davids (links) bemühten sich nach Kräften, die entstandenen Lücken zu schließen.

Auf dem Platz wurde Fußball mehr gearbeitet als gespielt. Die besten Möglichkeiten vor der Pause hatte noch der Nürnberger Jens Hegeler, der mit einem Kopfball FCA-Schlussmann Simon Jentzsch prüfte (18.) und später aus halbrechter Position knapp verzog (25.).

Auf der Gegenseite war FCA-Torjäger Sascha Mölders im Angriff als Alleinunterhalter überfordert. Für die aufregendste Szene sorgte der 18 Jahre junge Nürnberger Torwart Patrick Rakovsky, als er bei seinem Bundesliga-Heimbedüt übermotiviert aus dem Strafraum herauseilte und Mölders foulte. Rakovsky sah für die unnötige Aktion Gelb (22.).

Das Niveau der Begegnung wurde auch in Hälfte zwei kaum besser. Mölders scheiterte nach einer Einzelaktion mit einem Linksschuss an Rakovsky (53.). Nürnberg blieb das aktivere Team. Nach Kopfbällen der guten Innenverteidiger Philipp Wollscheid (58.) und Timm Klose (64.) war es der nach einer Stunde für Eigler eingewechselte Esswein, der doch noch einen Glanzpunkt setzte. «Wir passen einmal nicht auf - und er macht ein Supertor», ärgerte sich FCA-Keeper Jentzsch. Ironisch fügte der Routinier hinzu: «Wir sind angekommen in der Bundesliga.»

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