Hannover 96 - Hamburger SV
Hamburgs Heiko Westermann (r) versucht 96s Manuel Schmiedebach zu stoppen.

Hamburgs Heiko Westermann (r) versucht 96s Manuel Schmiedebach zu stoppen.

dpa

Hamburgs Heiko Westermann (r) versucht 96s Manuel Schmiedebach zu stoppen.

Hannover (dpa) - Ein Nord-Derby mit Kampf, Leidenschaft und einer Entscheidung in der Nachspielzeit: Dank des späten Tores von Mike Hanke (90.+1) hat Hannover 96 die packende und unterhaltsame Partie gegen den Hamburger SV 3:2 (1:1) gewonnen.

Durch die drei Punkte bleibt der Außenseiter die norddeutsche Nummer eins in der Fußball-Bundesliga und feierte anschließend wie bei einem Titelgewinn. «Es war alles drin, was ein Derby braucht», kommentierte 96-Coach Mirko Slomka.

Vor 49 000 Zuschauern in der AWD-Arena wogte das Spiel hin und her. Die ersten beiden 96-Tore hatten Lars Stindl (31.) und Christian Schulz (59.) erzielt , ehe Hanke für überschäumenden Jubel sorgte. 96 bleibt damit dicht hinter der Spitzengruppe der Liga, während die Hanseaten, für die nur Heung Min Son (40., 54.) zweimal traf, weiter ihren eigenen Ansprüchen hinterherhinken.

«Wir haben alles in die Waagschale geworfen und gefightet», sagte HSV-Kapitän Heiko Westermann. Er überraschte aber auch mit der Aussage: «Wir waren die bessere Mannschaft.» Tatsächlich zeigten beide Clubs im Nord-Derby engagierte Leistungen mit viel Laufbereitschaft und Mut zu offensivem Spiel. Allerdings waren auch einige Schwächen im Spielaufbau und in der Defensive zu sehen.

Die Hamburger standen mit ihrer umgebauten Abwehr öfter nicht sicher und machten es Muhamed Besic bei seinem Debüt als Innenverteidiger nicht leicht. Der 18-Jährige rutschte für den verletzten Joris Mathijsen in die Startelf und sah als Nebenmann von Westermann nicht immer sicher aus. Vor allem bei der Führung der Gastgeber, als er Stindl den Ball mehr oder weniger vorlegte. Allerdings hatte es unmittelbar zuvor ein ziemliches Durcheinander in der Hamburger Defensive gegeben - und Besic war nur das letzte Glied einer Fehlerkette.

Auch die auf drei Positionen umgebaute 96-Abwehr wirkte nicht immer souverän. Besonders mit Mladen Petric hatten die Hannoveraner in der Anfangsphase Probleme, während der schwache Paolo Guerrero wenig Mühe bereitete. Anfällig war Hannover in erster Linie über die Außenpositionen. So überzeugte HSV-Profi Jonathan Pitroipa - nach einem Schwalben-Versuch in der Anfangsphase - mit Dribblings gegen den wackelig wirkenden 96-Linksverteidiger Schulz.

Die Vorarbeit zum Ausgleich kam indes über die rechte Seite der Gastgeber, als Pitroipa nicht zu stoppen war und der Koreaner Son dessen Vorlage einschob. Der 18-Jährige stand auch bei seinem zweiten Treffer goldrichtig, als er nun eine Pitroipa-Flanke von der anderen Seite einköpfte. Die Führung verpasste er in der 80. Minute bei einem Pfostenschuss.

Das spektakulärste Tor der Partie war indes der Ausgleich der Hannoveraner: Per Fallrückzieher beförderte Schulz den Ball über den verdutzten Keeper Jaroslav Drobny ins Tor. Der am meisten bejubelte Treffer war aber natürlich das Siegtor von Hanke, der nach einer zuvor vergebenen Chance per Kopf in der Nachspielzeit traf.

Für Aufregung sorgte eine Auseinandersetzung zwischen Guerrero und Jan Schlaudraff nach dem zweiten Tor der Hamburger: Der Hannoveraner fiel zu Boden, Guerrero tobte und war nur mit Mühe zu beruhigen. Beide bekamen Gelb, und Trainer Armin Veh holte den peruanischen Stürmer sicherheitshalber kurz danach vom Platz. «Es war keine Tätlichkeit», sagte Schlaudraff nach der Partie.

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