Bayer Leverkusen - Borussia Dortmund
Dortmunds Nuri Sahin (l) schirmt den Ball gegen Stefan Kießling ab.

Dortmunds Nuri Sahin (l) schirmt den Ball gegen Stefan Kießling ab.

dpa

Dortmunds Nuri Sahin (l) schirmt den Ball gegen Stefan Kießling ab.

Leverkusen (dpa) - Gut, besser, Borussia: Borussia Dortmund hat den ersten Angriff auf seine Alleinherrschaft in der Fußball-Bundesliga meisterlich abgewehrt und die hervorragende Ausgangslage im Titelrennen gleich zum Rückrundenauftakt nochmals verbessert.

Die Jung-Nationalspieler Kevin Großkreutz (49./53. Minute) und Mario Götze (55.) bescherten der Borussia mit ihren Toren einen eindrucksvollen 3:1 (0:0)-Sieg bei dem zuvor hoch gehandelten Verfolger Bayer 04 Leverkusen. Für die Hausherren konnte Stefan Kießling (80.) vor 30 210 Zuschauern nur noch verkürzen.

Der souveräne Tabellenführer Dortmund baute seinen Vorsprung auf Leverkusen und den Tabellenzweiten FSV Mainz 05 auf 13 Punkte aus. Für den BVB war es der neunte Auswärtssieg im zehnten Spiel in dieser Saison und der ersehnte Traumstart in die zweite Halbserie. «Wir machen uns keine Gedanken. Wir haben immer noch 16 Spiele. Die Fans dürfen träumen, wir schauen von Spiel zu Spiel», wehrte Matchwinner Großkreutz alle vorzeitigen Meister-Glückwünsche ab. Jürgen Klopp analysierte nüchtern die Partie. «Wir haben den Fußball aus der Hinrunde gespielt und haben nicht unverdient gewonnen, gegen einen brettstarken Gegner», sagte der BVB-Trainer.

Die Leverkusener, die weiter Dritter sind, erkannten die Niederlage an. «Das war von allen zu wenig. Dortmund war uns in allen Belangen überlegen», sagte Torwart René Adler. «Das war viel zu zaghaft», gestand Simon Rolfes ein. Im Duell der Herbstmeister 2009 und 2010 konnte Leverkusen nur eine Halbzeit mithalten. Trainer Jupp Heynckes hakte das Titelrennen offiziell ab. «Bei uns war die Meisterschaft nie ein Thema». Bei dem Punktestand solle man nicht «von so hohen Zielen träumen.» Ob Dortmund noch einzuholen sei? «Ich weiß es nicht», sagte Heynckes.

Innerhalb von sechs Minuten entschieden die Dortmunder nach dem Seitenwechsel die Partie und revanchierten sich gleichzeitig für die 0:2-Heimniederlage zum Saisonauftakt im August. Seither haben die Dortmunder nur noch bei Eintracht Frankfurt verloren und steuern schnurstracks auf den siebten Meistertitel zu.

Die erneut heimschwachen Leverkusener bei denen Rekonvaleszent Michael Ballack nur auf der Bank saß, müssen nach diesem Fehlstart wieder ihre Kräfte sammeln - und vor allem ihre haarsträubenden Abwehrfehler abstellen, die es den Dortmundern sehr leicht machten.

«Dortmund hat die Qualität, Meister zu werden. Und mit einem Sieg hier auch das nötige Selbstvertrauen», hatte Joachim Löw schon nach der torlosen Halbzeit prognostiziert. Diese Demonstration der Stärke hatte aber wohl auch der Bundestrainer nicht erwartet.

Nach furiosem Beginn ließen es beide Teams in der Folgezeit etwas ruhiger angehen. In einer über weiter Strecken ausgeglichenen Partie entpuppten sich die Gäste vor den Augen von Löw jedoch als die etwas aktivere Mannschaft. Das schlug sich in einem Chancenplus nieder: So scheiterte Lewandowski (23.) aus guter Position an Bayer-Keeper Rene Adler. Zudem verfehlte der Pole mit einem abgefälschten Fernschuss (31.) nur knapp das gegnerische Tor. Die Gastgeber taten sich beim Herausspielen von Möglichkeiten schwerer: Nur Kießling (40.) deutete bei einem Kopfball auf das Außennetz Torgefahr an.

Die zweite Hälfte begann furios. Großkreutz nutzte Stellungsfehler von Manuel Friedrich und Daniel Schwaab eiskalt aus und schoss die Gäste in Führung. Das Bayer-Desaster in der Defensive ging weiter und wurde erneut von Großkreutz und Götze mit weiteren leichten Toren gnadenlos bestraft. Die Verunsicherung der Hausherren war spürbar. Adler ließ sich anstecken und schlug unbedrängt über den Ball - die Konsequenz fiel mit einem Eckball glimpflich aus. Ein wenig Hoffnung kann die Konkurrenz aus Dortmunder Sorglosigkeiten schöpfen. Trotz Kießlings Gegentor ließen es die Westfalen in der Schlussphase recht lässig angehen - wurden dafür aber nicht mehr bestraft.

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