Renato Augusto (vorn) zieht ab zum 1:0 für Bayer.
Renato Augusto (vorn) zieht ab zum 1:0 für Bayer.

Renato Augusto (vorn) zieht ab zum 1:0 für Bayer.

dpa

Renato Augusto (vorn) zieht ab zum 1:0 für Bayer.

Mainz (dpa) - Leidenschaft, Moral, Teamgeist und Mainzer Schläfrigkeit bringen Bayer Leverkusen der Champions League immer näher. Beim 1:0 (0:0) in der Fußball-Bundesliga reichte der Werkself der böse Blackout von Bo Svensson zum Siegtreffer durch Renato Augusto (82. Minute) beim FSV Mainz 05.

«Das war nach dem 2:3 gegen Villarreal nicht selbstverständlich. Aber ich wusste, wir stecken das weg», sagte Trainer Jupp Heynckes drei Tage nach der bitteren Last-Minute-Heimpleite in der Europa League. Bayer baute den Vorsprung nach dem neunten Auswärtssieg vor Hannover 96 und Bayern München auf fünf beziehungsweise sieben Punkte aus. Mainz muss als Tabellenfünfter um den Einzug in die Europa League bangen.

«Das tut unheimlich gut. Dieser Big Point war so wichtig für uns», meinte Nationaltorwart René Adler erleichtert. Heynckes bescheinigte Mainz eine gute Leistung. «Aber ich hab es geahnt. Wenn die nicht in Führung gehen, dann wird es für sie schwer, das Tempo durchzuhalten. Wir haben das Potenzial, den Gegner auszuspielen», erklärte der älteste Bundesliga-Coach, der in dieser Woche mit dem Werksclub entscheiden will, ob er seinen Vertrag um ein Jahr verlängert. «Sie müssen ein bisschen Geduld haben», sagte Heynckes, der Michael Ballack ein ordentliches Spiel bescheinigte. «Wir haben ihn schließlich verpflichtet, damit er Fußball spielt», lautete die Begründung für Ballacks Starteinsatz.

Mainz kommt vor eigenem Publikum einfach nicht auf die Beine. Das 0:1 war der 100. Gegentreffer in der noch kurzen Bundesliga-Historie und ärgerte Trainer Thomas Tuchel maßlos. «Das war wieder ein 0:0-Spiel, das wir 0:1 verlieren. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison», sagte der 37-Jährige und verwies auf die Niederlagen gegen den Hamburger SV, Hannover, Schalke und Wolfsburg. «In keinem Spiel waren wir die schlechtere Mannschaft», schmollte Tuchel. Für ihn war der schläfrige Svensson nicht der Alleinschuldige, er kreidete auch Torhüter Christian Wetklo, der den verletzten Heinz Müller (Rippenprellung) ansonsten gut vertrat, eine Mitschuld an.

Der künftige Leverkusener André Schürrle, der sich das Trikot vom Torschützen Augusto sicherte, hatte die Bayer-Abwehr immer wieder fast allein beschäftigt, wenn die aggressiv zu Werke gehenden Mainzer zielstrebig nach vorn spielten. Nach einer zerfahrenen Anfangsphase tauchte der 20-Jährige zweimal (25./34.) gefährlich vor Adler auf. Ein Freistoß von Andreas Ivanschitz flog zuvor knapp drüber (25.).

Erst danach wurden auch die optisch überlegenen Leverkusener gefährlich. Daniel Schwaab traf aus 25 Metern den Pfosten, als Torhüter Wetklo am Ball vorbeiflog (35.). Im Gegenzug fälschte Lars Bender eine Eingabe des von Bayer ausgeliehenen Marcel Risse gefährlich ab, doch Adler parierte (35.). Nach Schuss von Arturo Vidal (38.), der sich aufs Tornetz senkte (38.), reagierte Wetklo stark gegen einen Kopfball von Bender (43.).

Nach einer guten Stunde hätten die Gäste führen müssen. Doch erst schoss Vidal frei stehend vorbei (63.), dann schloss Stefan Kießling zu schwach ab (64.). Auf der anderen Seite zielte Schürrle zu hoch (69.). Nach dem Rückstand kämpften die Mainzer vergeblich gegen die nun clever agierenden Leverkusener um den Ausgleich.

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