1. FC Köln - FSV Mainz 05
Der Kölner Lukas Podolski (r) traf beim 4:2-Heimsieg doppelt.

Der Kölner Lukas Podolski (r) traf beim 4:2-Heimsieg doppelt.

dpa

Der Kölner Lukas Podolski (r) traf beim 4:2-Heimsieg doppelt.

Köln (dpa) - Der 1. FC Köln feiert seine Fußball-Festtage, der FSV Mainz 05 nimmt sich seine Krise. Die schwache Leistung der einstigen «Himmelsstürmer» vom Bruchweg beim 2:4 (1:2) in Müngersdorf verschlug Harald Strutz fast die Sprache.

«Ich möchte das gar nicht kommentieren. Wir haben hier vier Geburtstagsgeschenke abgegeben», sagte der FSV-Präsident nach der dritten Pleite im fünften Rückrundenspiel. Kein Zweifel: 2011 ist noch nicht das Jahr des Teams von Thomas Tuchel, das in der Hinrunde die Bundesliga so sehr begeisterte. Das taten die Kölner, die vor 44 000 Zuschauern am 63. Gründungstag des FC «in einen kleinen Spielrausch» fanden, wie Trainer Frank Schaefer nach dem doppelten «Doppelpack» von Lukas Podolski (3./55. Minute) und Milivoje Novakovic (43./60.) erleichtert festhielt.

Der FC bekommt Luft im Abstiegskampf, die Mannschaft «lebt». Der überragende Nationalstürmer Podolski, von den Fans bei seiner Auswechslung in der 84. Minute gefeiert, hielt acht Tage nach dem 3:2 über Bayern München das fest, was als Zwischenbilanz in der Tabelle abzulesen ist: «Wir haben uns als Mannschaft weiterentwickelt. Man sieht die Handschrift des Trainers.»

Doch dieser Trainer warnt, obwohl es sich mit 25 Punkten leichter leben lässt. «Lasst uns auf dem Teppich bleiben», sagte Schaefer, der als Nachfolger von Zvonimir Soldo eine hohe Akzeptanz genießt und sich zusammen mit seinem Assistenten Dirk Lottner immer mehr als Dauerlösung des FC empfiehlt.

«Es ist und bleibt schwer genug», sagte der 47-jährige Schaefer über den weiteren Saisonverlauf, bei dem die Tuchel-Boys mittlerweile ihre Probleme entwickeln. «Es gibt Tage der Sprachlosigkeit. Heute habe ich einen», sagte FSV-Chef Strutz nach teilweise haarsträubenden Fehlern bei Standardsituationen des FC.

«Wir verfallen nicht in Depressionen», suchte Strutz Trost und bekam Beistand von Chefcoach Tuchel, der ganz gelassen eines festhielt: «Die Welt geht nicht unter.» Immerhin gab der FSV noch Lebenszeichen von sich. Das 1:1 durch Sami Allagui (31.) und das 2:4 durch den eingewechselten Petar Sliskovic (89.) verhinderten zwar nicht die Niederlage, ließen Tuchel aber erkennen, dass seine Elf vom Grundsatz her nicht dazu neigt, klein beizugeben.

Für den Doppel-Torschützen Podolski, der jetzt wie Novakovic schon auf neun Saisontreffer kommt, war das 4:2 «einfach Wahnsinn. Da sieht man, wozu wir in der Lage sind. So macht Fußball Spaß.» Tatsächlich erinnert aktuell nicht mehr viel an das zögerlich-zaudernde Team, das die FC-Fans in der Hinserie verzweifeln ließ, weil das Geschehen auf dem Rasen zeitweise extrem schlecht präsentiert wurde.

Der vierte Heimsieg nacheinander versetzte die Kölner Anhänger sogar in Entzücken, sie feierten schon jetzt Karneval. «Diese Stimmung will ich nicht weiter aufputschen», sagte Schaefer, der es seiner Mannschaft trotz des momentan Hochgefühls nicht gönnen will, sich auf irgendetwas auszuruhen. «Uns ist nicht damit geholfen, zurückzublicken», sagte der 47-Jährige.

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