Hoffenheims Gustavo (m) muss sich gegen die Leverkusener Rolfes (r) und Vidal behaupten.
Hoffenheims Gustavo (m) muss sich gegen die Leverkusener Rolfes (r) und Vidal behaupten.

Hoffenheims Gustavo (m) muss sich gegen die Leverkusener Rolfes (r) und Vidal behaupten.

dpa

Hoffenheims Gustavo (m) muss sich gegen die Leverkusener Rolfes (r) und Vidal behaupten.

Sinsheim (dpa) - Gylfi Sigurdsson hat den Auswärts-Assen von Bayer Leverkusen einen weiteren Sieg im fremden Stadion geklaut. Der Isländer verwandelte in der vierten Minute der Nachspielzeit einen Elfmeter zum 2:2 (1:2) für 1899 Hoffenheim.

Damit verhinderte der Joker, dass die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes in der Fußball-Bundesliga den fünften Sieg auf fremdem Platz hintereinander feierte und den Vereinsrekord von 1998/99 einstellte. «Wir haben nach dem 2:0 nicht mehr weitergespielt», meinte Bayer- Sportdirektor Rudi Völler, obwohl sein Team in dieser Saison auswärts ungeschlagen bleibt.

In einer hochklassigen Partie hatten Sidney Sam (8. Minute) und Arturo Vidal (10./Foulelfmeter) die Weichen schon früh auf Erfolg gestellt, doch Sejad Salihovic (38.) und Sigurdsson (90.+4) sorgten noch für den Ausgleich für Hoffenheim. Für die Nordbadener war es der erste Punktgewinn ihrer noch jungen Bundesliga-Geschichte im fünften Anlauf gegen Leverkusen. Das Bayer-Team liegt jetzt vier Punkte hinter dem Tabellenzweiten FSV Mainz 05, 1899 hat den Anschluss an die Spitzengruppe verloren.

Vor 29 250 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena legten die Leverkusener los wie die Feuerwehr und waren in Ballnähe ständig in Überzahl. Henyckes hatte gegenüber dem 1:1 gegen Bayern München auf der Linksverteidiger-Position Michal Kadlec gegen Gonzalo Castro ausgetauscht. Bei Hoffenheim saß der diese Woche angeschlagene Demba Ba die erste Halbzeit auf der Bank. Sturmpartner von Vedad Ibisevic, der nach seinem Doppelpack in Frankfurt erneut in der Startformation stand, war zunächst U 21-Nationalspieler Peniel Mlapa.

Bevor sich die Gastgeber auf den wieselflinken Gegner einstellen konnten, lagen sie 0:2 zurück. Der Ex-Kaiserslauterer Sam hatte seinen Bewacher Andreas Ibertsberger stehen lassen und zog auf unnachahmliche Art mit links ab - der Ball landete im Torwinkel. «Wir haben uns zwei komplette Trainingseinheiten damit beschäftigt und konnten es trotzdem nicht verhindern», kommentierte Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick die Szene. Ein unbeholfenes Foul von Boris Vukcevic an Renato Augusto brachte Bayer einen Foulelfmeter, den Vidal sicher gegen Daniel Haas verwandelte.

Erst nach einer halben Stunde fingen sich die Hoffenheimer etwas. Klare Chancen konnten sie nicht herausspielen, doch Kunstschütze Salihovic nutzte einen Freistoß aus spitzem Winkel, der Ball flog an Nationalkeeper René Adler vorbei ins Netz. Ibisevic hatte das Leder möglicherweise noch mit den Haarspitzen gestreift, seine Flugbahn aber nicht verändert. Salihovic zeigte sich gegenüber seinem bosnischen Landsmann großzügig: «Vedo sagte mir, er hat den Ball noch berührt. Ich schenke ihm das Tor.»

Beflügelt vom Anschlusstreffer zum 1:2 nahm das Rangnicks Team das Spiel nach der Pause in die Hand und kämpfte aufopferungsvoll um den einen Punkt. Ibisevic ärgerte sich fünf Minuten nach Wiederanpfiff maßlos, als er ein feines Zuspiel von Ibertsberger aus kurzer Entfernung nicht im Tor unterbringen konnte.

Der eingewechselte Ba sorgte für einigen Wirbel und setzte dann einen gefährlichen Schuss knapp über die Latte (64.). Leverkusen agierte bei weitem nicht mehr so angriffslustig, und Heynckes ließ seinen unzufriedenen Nationalstürmer Patrick Helmes 90 Minuten auf der Bank. Der schwache Gonzalo Castro mit einem bösen Fußtritt an Marvin Compper sorgte dann für den Strafstoß der Hoffenheimer, den Sigurdsson zum 2:2 nutzte.

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