1. FC Nürnberg - Hertha BSC
Die Nürnberger Pekhart (l) und Hegeler (M) überspringen die Herthaner Hubnik (r) und Lell . Foto: Daniel Karmann

Die Nürnberger Pekhart (l) und Hegeler (M) überspringen die Herthaner Hubnik (r) und Lell . Foto: Daniel Karmann

dpa

Die Nürnberger Pekhart (l) und Hegeler (M) überspringen die Herthaner Hubnik (r) und Lell . Foto: Daniel Karmann

Nürnberg (dpa) - Sieg zum Jubiläum: Mit Glück, Geschick und dank freundlicher Mithilfe eines schwachen Kontrahenten hat der 1. FC Nürnberg in seinem 1000. Bundesligaspiel einen perfekten Start in die Rückrunde erwischt.

Die abstiegsgefährdeten Franken schlugen Hertha BSC mit 2:0 (1:0) und vermasselten Michael Skibbe den Einstand auf der Berliner Trainerbank mächtig. «Unterm Strich zählt nur der Sieg», bilanzierte «Club»-Trainer Dieter Hecking erfreut.

Dank seines 319. Erfolges in der deutschen Fußball-Beletage überflügelte der FCN die Gäste auch in der Tabelle und schaffte ein klein wenig Abstand zwischen sich und die Abstiegsränge. Die enttäuschende Hertha wartet derweil schon seit sieben Partien auf einen Dreier - dennoch redete Skibbe die dürftige Vorstellung seiner Elf schön und unterstrich die ligaweite Ausgeglichenheit: «Das sind ganz enge Begegnungen.» Verteidiger Christian Lell fand deutlichere Worte: «Es hat der letzte Biss, der letzte Wille gefehlt», sagte er.

49 Jahre nach dem allerersten Nürnberger Duell im neu geschaffenen Oberhaus - auch damals gegen die Hertha - traten Alexander Esswein (43. Spielminute) und Dominic Maroh (85.) gewissermaßen in die Fußstapfen von «Club»-Legende Max Morlock. Der Weltmeister hatte am 24. August 1963 beim 1:1 in Berlin für die Franken getroffen, diesmal waren die beiden Youngster vor 39 117 Zuschauern erfolgreich.

Bei nasskaltem Regenwetter entwickelte sich rasch eine relativ niveauarme Partie mit Abspielfehlern und Konzentrationsschwächen en masse. Hecking war trotzdem zufrieden: «Wir haben sehr stabil gestanden und wenig zugelassen - das war schon in Ordnung.» Vor allem die Hertha blieb offensiv so manches schuldig. Zu häufig war Stoßstürmer Pierre-Michel Lasogga auf sich allein gestellt, nur eine Torchance verzeichnete der Schlaks im ganzen Spiel (30.).

Grund dafür war vor allem das spielerische Loch im Mittelfeld des Aufsteigers: Der schon vor der Winterpause verpflichtete Skibbe hatte in seinem Premierenspiel als Hertha-Coach dem Brasilianer Ronny zum ersten Saisoneinsatz von Beginn an verholfen. Der als Kreativmann umschriebene Mittelfeldmann sollte eigentlich seinen ein Jahr älteren Bruder Raffael (Rot-Sperre) als Spielgestalter und Anspielstation ersetzen, ging aber völlig unter und blieb zur Pause in der Kabine.

Kaum eine Kombination klappte mal wie gewünscht - auf beiden Seiten. Nürnbergs Kreativ-Youngster Daniel Didavi hatte das am schnellsten kapiert und versuchte zweimal (12./15.) mit schönen Einzelgängen sein Glück. Doch Hertha-Keeper Thomas Kraft parierte die zu unplatzierten Schüsse jeweils problemlos. Geschlagen war der Ex-Münchner erst beim Kracher von Linksaußen Esswein, der aus 23 Metern perfekt ins rechte Toreck traf - und Dusel hatte, dass Berlins Roman Hubnik den Ball abfälschte und die Flugbahn noch beeinflusste.

Auch nach der Auswechslung Ronnys - den auch Skibbe kritisierte - blieb die Hertha weitgehend harmlos. Gefährlich wurde es nochmal nach Hubniks Kopfball (67.) - Nürnbergs Almog Cohen klärte auf der Linie. Auf der Gegenseite vergab Tomas Pekhart die Chance zur frühzeitigen Entscheidung: Allein vor Kraft schoss der Tscheche den Keeper an (59.). Besser machte es der aufgerückte Verteidiger Maroh kurz vor Schluss nach einer Freistoßflanke von Neuzugang Adam Hlousek.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 36,8 - 63,2

Torschüsse: 10 - 12

gew. Zweikämpfe in %: 55,2 - 44,8

Fouls: 16 - 18

Ecken: 4 - 5

Quelle: optasports.com

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