Der Leverkusener Michal Kadlec (l) schießt einen Freistoß über die Bremer Mauer.
Der Leverkusener Michal Kadlec (l) schießt einen Freistoß über die Bremer Mauer.

Der Leverkusener Michal Kadlec (l) schießt einen Freistoß über die Bremer Mauer.

dpa

Der Leverkusener Michal Kadlec (l) schießt einen Freistoß über die Bremer Mauer.

Leverkusen (dpa) - Dank Michal Kadlec atmet Bayer Leverkusen auf, das Dauerthema Michael Ballack sorgt aber selbst nach dem ersten Saisonsieg beim 1:0 (0:0) gegen Werder Bremen für Gesprächsstoff.

Der selbst erklärte Titelkandidat holte durch den späten Treffer von Kadlec den schmeichelhaften Premierendreier der noch jungen Saison. Vor 30 210 Zuschauern in der ausverkauften BayArena blieben die Rheinländer beim mäßigen Jubiläumsauftritt von Ballack den Beweis einer Spitzenmannschaft allerdings lange Zeit schuldig. Erst nach einer Ecke in der 86. Minute ließ Kadlec die Werkself auf Vorlage des für Ballack eingewechselten Kapitäns Simon Rolfes jubeln. Bremen verpasste durch die erste Bundesliga-Niederlage den Sprung in das obere Tabellendrittel.

«Vor allem für die Jungen in der Mannschaft ist dieser Sieg wichtig», sagte Bayer-Coach Robin Dutt, der Ballack für eine «ordentliche» Leistung lobte. «Er hat um seine Auswechslung gebeten, die hatte er auch verdient. Es spricht für Simon Rolfes, dass er nach 80 Minuten reinkommt und das Tor vorbereitet.»

In seinem 250. Liga-Einsatz konnte Ballack jedoch keine entscheidenden Akzente setzen, gewann nur ein Drittel seiner Zweikämpfe und enttäuschte als Ersatz von Rolfes. Der etatmäßige Spielführer kam in der 84. Minute für Ballack ins Spiel und lieferte den entscheidenden Pass auf Kadlec. «Ein starker Trainer macht die Aufstellung nicht von der Binde abhängig», begründete Dutt den Wechsel im defensiven Mittelfeld im Vergleich zur Auftaktpleite gegen Mainz. Die von der Spielanlage ähnlichen Ballack und Rolfes müssten sich die Position teilen. «Es ist wichtig, dass wir Spiele gewinnen und keine Einzelschicksale», sagte Rolfes.

Insgesamt stellte Dutt sein Team auf vier Positionen um und brachte neben Ballack auch das am 10. August verpflichtete Torwart-Talent Bernd Leno, Gonzalo Castro sowie Stefan Kießling in der Anfangself. Der bemühte Nationalstürmer legte beim ersten gefährlichen Leverkusener Angriff den Ball für Renato Augusto (13.) auf, der den starken Tim Wiese von der Strafraumgrenze zu einer spektakulären Flugeinlage zwang. Werders Trainer Thomas Schaaf bemängelte: «Wir haben nicht an den Sieg geglaubt. Wir hätten klarer und ruhiger nach vorne spielen müssen.»

Auf der anderen Seite verlebte der 19 Jahre alte Leno als Ersatz für den verletzten Nationaltorwart René Adler zunächst einen ereignisarmen Abend. Trotz des Selbstvertrauens aus dem Startsieg gegen Kaiserslautern zogen sich die Bremer weit zurück und kamen nur durch Konter gefährlich in die gegnerische Hälfte. Nach feiner Vorlage von Sokratis Papastathopoulos über die rechte Seite schaufelte Lennart Thy (35.) den Ball aus vier Metern freistehend über das Tor. «Da haben wir Glück, dass er den so kläglich vergibt», meinte Adler beim TV-Sender Sky.

Auch nach der Pause nahm die niveauarme Partie erst keine Fahrt auf. Bayer präsentierte sich im Spielaufbau konfus und wirkte durch den miserablen Beginn der Saison mit dem Pokalaus bei Dynamo Dresden komplett verunsichert.

Durch die Einwechslung von Marko Marin und Claudio Pizarro, der nach Knieproblemen sein Comeback feierte, versuchte Schaaf nach einer Stunde die statische Offensive zu beleben. Für Bremen rettete Wiese zunächst mit einer erneuten Glanzparade gegen Kadlec (77.), war aber vier Minuten vor Schluss aus kurzer Distanz machtlos. «Das war eine völlig unnötige Niederlage und wie das Tor gefallen ist, wissen wir selbst nicht. Der Ball wäre wohl ins Aus getrudelt», sagte Wiese.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer