Eintracht Frankfurt - TSG 1899 Hoffenheim
1899s Beck (m) erwartet den Ball, während Mitspieler Gustavo (r) Frankfurts Altintop hält.

1899s Beck (m) erwartet den Ball, während Mitspieler Gustavo (r) Frankfurts Altintop hält.

dpa

1899s Beck (m) erwartet den Ball, während Mitspieler Gustavo (r) Frankfurts Altintop hält.

Frankfurt/Main (dpa) - Bitterböses Erwachen für Eintracht Frankfurt: Die zuvor in sieben Spielen ungeschlagenen Hessen kassierten in der Fußball-Bundesliga eine 0:4 (0:1)- Niederlage gegen 1899 Hoffenheim.

Dabei meldete sich der zuletzt verschmähte und formschwache Stürmer Vedad Ibisevic mit einem Doppelschlag (69./70. Minute) zurück. Zudem trafen vor 44 300 Zuschauern in der Commerzbank-Arena Flügelflitzer Boris Vukcevic (31.) und der eingewechselte Peniel Mlapa (90.). «Wenn man vier Spiele hintereinander auf der Bank sitzt, dann sind zwei Tore schon ein gutes Gefühl», meinte Ibisevic.

Die Eintracht konnte damit auch im fünften Anlauf nicht gegen den Emporkömmling aus Nordbaden gewinnen. Michael Skibbe räumte ein, dass die Hoffenheimer «hinten raus souverän und verdient gewonnen haben». Der Frankfurter Coach regte sich aber auch über den schwachen Schiedsrichter Markus Wingenbach (Altendiez) auf, der die hektische Begegnung nie in den Griff bekam: «Das war schon heftig. Er hat es geschafft, eine Mannschaft bei jeder Entscheidung komplett gegen sich aufzubringen.»

Hoffenheim jubelte nach dem ersten Erfolgserlebnis auf fremdem Platz nach fünf vergeblichen Anläufen und überholte mit 21 Punkten die Frankfurter. «Ich bin froh, dass wir heute für den gesamten Aufwand, den wir betrieben haben, endlich mal belohnt worden sind», meinte Trainer Ralf Rangnick. «Wenn man weiß, wie groß die Enttäuschung nach der Last-Second-Niederlage gegen Freiburg war, dann kann ich heute nur den Hut vor der Mannschaft ziehen.»

Dabei musste sein Team ohne die verletzten Stammspieler Tom Starke, Chinedu Obasi und Josip Simunic antreten, zeigte sich aber als die reifere Mannschaft. Rangnick gab zudem U 21-Nationalspieler Mlapa eine Atempause, ließ ihn fast eine Stunde draußen und setzte mit Erfolg auf Ibisevic als Sturmpartner von Demba Ba. Sein Kollege Skibbe vertraute der zuletzt so erfolgreichen Elf, in der erneut Kapitän Chris (Entzündung im Rücken) fehlte.

Beide Mannschaften hielten sich nicht mit Mittelfeldgeplänkel auf und setzten von Anfang an auf Offensive. So hätte der führende Bundesliga-Torjäger Theofanis Gekas sein Konto bereits nach sechs Minuten von elf auf 13 Treffer aufstocken können. Der Eintracht- Angreifer stand nach nicht einmal 120 Sekunden völlig frei vor 1899- Keeper Daniel Haas, brachte aber den Ball nicht unter Kontrolle. Kurz darauf schoss er nach einem feinen Zuspiel von Pirmin Schwegler den Ex-Frankfurter Haas an.

Die Gäste brachten dann aber die Eintracht durch ihr konsequentes Forechecking immer wieder in Not. Nach einem Eckball von Sebastian Rudy setzte sich Vukcevic durch und köpfte mit seinem ersten Saisontor zum 1:0 für die Hoffenheimer ein.

Nach der Pause wurde die Partie noch hektischer. Vehement forderten die Frankfurter in der 56. Minute einen Elfmeter, als der bis dato völlig unauffällige Ba den Ball im Strafraum nach einem Schuss von Halil Altintop mit der Hand abwehrte. Doch Wingenbach ließ sich nicht darauf ein. «Das war ein klarer Elfmeter», meinte Ibisevic-Bewacher Maik Franz später ungehalten. «Aber am Schiedsrichter hat's nicht gelegen, dass wir verloren haben.»

In bester Torjägermanier war dann Ibisevic zweimal zur Stelle. Mit seinem dritten und vierten Saisontreffer sorgte der Bosnier für große Ernüchterung im Eintracht-Lager. «Alles, alles geht vorbei, doch wir sind euch treu», sangen die Frankfurter Fans angesichts der zu Ende gegangenen Serie.

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