Frankfurts Torwart Kevin Trapp (r) gab eine Erklärung im Namen der Mannschaft ab. Foto: Arne Dedert
Frankfurts Torwart Kevin Trapp (r) gab eine Erklärung im Namen der Mannschaft ab. Foto: Arne Dedert

Frankfurts Torwart Kevin Trapp (r) gab eine Erklärung im Namen der Mannschaft ab. Foto: Arne Dedert

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Frankfurts Torwart Kevin Trapp (r) gab eine Erklärung im Namen der Mannschaft ab. Foto: Arne Dedert

Frankfurt/Main (dpa) - Eigentlich sollten am Freitag nur Trainer Thomas Schaaf und Bastian Oczipka bei der Pressekonferenz von Eintracht Frankfurt sitzen, und eigentlich sollte es dabei auch nur um das Spiel gegen 1899 Hoffenheim gehen.

Doch dann nahm entgegen aller Ankündigungen auf einmal Kevin Trapp auf dem Podium der Commerzbank Arena Platz und gab «im Namen der Mannschaft» eine ungewöhnliche Erklärung ab. «Viele Dinge werden hier schlechter gesehen, als sie sind», sagte er, denn: Die «Bild»-Zeitung hatte wie zuvor schon andere Medien über Spannungen zwischen Schaaf und seinen Spielern berichtet. «Die Artikel zuletzt» seien der Auslöser für seinen Auftritt gewesen, meinte der Torwart. Über das Verhältnis zwischen den Spielern und dem Trainer sagte er dann aber kein einziges Wort. Kevin Trapp über...

... die Gründe für seinen Auftritt und die Krise:

«Wir haben uns am Donnerstag als Mannschaft zusammengesetzt und über viele Dinge gesprochen. Wir sind alle nicht zufrieden mit der Situation und den Resultaten, die wir in den letzten Wochen erreicht haben. Aber: Man darf ein paar Dinge nicht aus den Augen verlieren. Wir haben vor der Saison ein neues Trainerteam und auch wieder viele neue Spieler bekommen. Das ist eine Situation und ein Prozess, der Zeit braucht. Dazu kommt: Wir haben die gesamte Saison über viele Verletzte gehabt. Das sind Umstände, die einem nicht unbedingt dabei helfen, eine saubere und ruhige Saison zu spielen. Uns ist Woche für Woche viel Qualität weggebrochen. Nach allem, was zuletzt geschrieben wurde, war für mich der Punkt erreicht, dazu als Vertreter der Mannschaft etwas sagen zu müssen.»

... die sportliche Situation:

«Wir haben jetzt noch drei wichtige Spiele, zwei davon sind Heimspiele. Wir wissen auch, dass es nicht ganz unwichtig ist, noch ein paar Punkte zu holen. Aber wir werden alles dafür geben, in diesen drei letzten Spielen so viele Punkte wie möglich zu holen.»

... seinen Appell an die Öffentlichkeit:

«Wir haben auch in der letzten Saison viele Spiele durch Gegentore in den letzten Minuten hergeschenkt. Aber ich kann mich nicht erinnern, dass die Kritik damals so negativ war wie jetzt. Die Kritik hilft in unserer jetzigen Form keinem weiter. Für uns wäre es hilfreich, wenn in den letzten drei Spielen alle an einem Strang ziehen würden - die Fans, die Medien und natürlich wir als Mannschaft. Wir stehen in der Pflicht, Leistung zu zeigen.»

Nachfragen zu seinem öffentlichen Auftritt wollte der Torwart nicht beantworten. Also richteten sie sich an Trainer Schaaf, der während der gesamten Pressekonferenz neben Trapp saß, aber zu den Berichten über das angeblich belastete Verhältnis zu seinen Spielern auch nur sagte: «Dazu äußere ich mich nicht.»

Die Vorwürfe gegen ihn reichen von mangelnder Kommunikation bis hin zu einer fehlenden sportlichen Linie. Schon Sportdirektor Bruno Hübner hatte am Vortag allerhand Raum für Spekulationen gelassen. «Die Diskussion um den Trainer ist nicht zielführend. Ich kann sagen, dass die Zusammenarbeit zwischen Verein und Trainer absolut vorbildlich ist», meinte er. Die Zusammenarbeit zwischen Verein und Trainer wohlgemerkt. Nicht zwischen dem Trainer und seinen Spielern.

In dieser sportlich wie atmosphärisch stark angespannten Situation will die Eintracht am Samstag gegen Hoffenheim den letzten noch fehlenden Sieg für die endgültige sportliche Rettung einfahren. Immerhin: Mittelfeldspieler Stefan Aigner wird dann nach überstandenen muskulären Problemen wieder mitspielen können.

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