Über seine Zukunft ist sich Mirko Slomka nicht im Klaren. Foto: Patrick Seeger
Über seine Zukunft ist sich Mirko Slomka nicht im Klaren. Foto: Patrick Seeger

Über seine Zukunft ist sich Mirko Slomka nicht im Klaren. Foto: Patrick Seeger

dpa

Über seine Zukunft ist sich Mirko Slomka nicht im Klaren. Foto: Patrick Seeger

Hannover (dpa) - Die öffentliche Demontage von Trainer Mirko Slomka bei Hannover 96 geht weiter. Auch im fernen Urlaubsdomizil Abu Dhabi dürfte Slomka die Suche des Fußball-Bundesligisten nach seinem Nachfolger zur Kenntnis genommen haben.

Obwohl der frühere Erfolgscoach bei 96 noch im Amt ist, diskutierten Clubchef Martin Kind und Sportchef Dirk Dufner bereits eifrig über das Profil eines Nachfolgers für Slomka, der nach einer enttäuschenden Hinrunde unmittelbar vor der Ablösung steht.

Meldungen, wonach eine Entscheidung bereits gefallen sei, mit der Verkündung aber noch gewartet werde, wies Kind am zweiten Weihnachtstag zurück. «Wir haben noch nichts entschieden», sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Über Weihnachten seien keine weiteren Gespräche geführt worden: «Wir hatten und haben jetzt erstmal zwei Tage Ruhe.» Erst am Freitag wollen sich Kind und Dufner wieder zusammensetzen, «frühestens» dann solle eine Entscheidung fallen.

Dass diese gegen Slomka ausfällt, wird kaum noch angezweifelt. Kind äußerte sich bereits zu den finanziellen Folgen einer möglichen Trennung. «Das Ganze wird sehr, sehr teuer für 96», wurde Kind in der Weihnachtsausgabe der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung» zitiert.

Nach Informationen des Blattes soll eine Abfindung nur für Slomka mehr als eine Million Euro betragen. Der Coach steht noch bis 2016 unter Vertrag. Mit ihm müsste auch dessen Trainerteam gehen. «Wenn ein neuer Trainer kommt, muss auch das Umfeld neu strukturiert werden», sagte Kind, der eine Trennung von Slomka auch in dessen Abwesenheit abwickeln könnte. Nach Informationen der «Neuen Presse» fand bereits ein Gespräch mit Slomka-Berater Harun Arslan statt. Slomka wird erst in der kommenden Woche in Hannover zurückerwartet.

Am 5. Januar ist Trainingsauftakt bei 96. Spätestens bis dahin sollen die Dinge geregelt sein. Auch angesichts der öffentlichen Äußerungen zu einem möglichen Nachfolger scheint ein Bekenntnis zu Slomka kaum mehr möglich. Kind favorisiert künftig anscheinend einen jungen und keinen altbekannten Coach aus dem Liga-Kreislauf. «Im alten Kreisverkehr weiterzufahren, hat doch keinen Sinn», sagte der Clubchef. Derzeit freie Trainer wie Bruno Labbadia, Markus Babbel oder Michael Frontzeck scheiden damit aus.

Eine Ausnahme hätte Kind indes bei Thomas Schaaf gemacht. Den früheren Coach von Werder Bremen schätzt der Unternehmer sehr. Allerdings handelte sich Kind bei ersten Sondierungsgesprächen nach übereinstimmenden Medienangaben eine Absage ein. «Er hat sich klar positioniert und steht nicht zur Verfügung», sagte Kind: «Er wird es nicht und will es nicht. Er hat da seine eigene Denke.»

Interesse scheint 96 auch an seinem früheren Profi André Breitenreiter zu haben. «Breitenreiter wäre solch ein Trainer, der jung ist und perspektivisch», sagte Kind über den aktuellen Coach von Zweitligist SC Paderborn. Breitenreiter dementierte bei Sport1: «Es ist alles Spekulation, es gibt keinen Kontakt», sagte der 40-Jährige, fügte in der «Neuen Westfälischen» aber hinzu: «Das ehrt mich.»

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer