Naldo möchte in seine Heimat Brasilien zurückkehren. Foto: Carmen Jaspersen
Naldo möchte in seine Heimat Brasilien zurückkehren. Foto: Carmen Jaspersen

Naldo möchte in seine Heimat Brasilien zurückkehren. Foto: Carmen Jaspersen

dpa

Naldo möchte in seine Heimat Brasilien zurückkehren. Foto: Carmen Jaspersen

Bremen (dpa) - Noch vor dem Abflug ins Trainingslager hat Naldo die Fans und Verantwortlichen von Werder Bremen aufgeschreckt. Der Brasilianer will den Fußball-Bundesligisten verlassen - und zwar noch im Januar.

Den chronisch abwehrschwachen Bremern droht nun mindestens eine unruhige Vorbereitung im türkischen Belek mit Spekulationen und Gerüchten. Viel schlimmer wäre aber der tatsächliche Verlust des zweiten Top-Verteidigers nach Per Mertesacker.

«In Belek werde ich mit Klaus Allofs sprechen», sagte Naldo vor der Abreise ins Trainingslager und eröffnete so den Poker mit dem Clubchef. Werders derzeit bester Abwehrspieler, dessen Vertrag in Bremen noch bis Sommer 2013 läuft, hat nach eigener Aussage ein Angebot von Internacional Porto Alegre.

Wenig amüsiert reagierte Trainer Thomas Schaaf. «Es ist ja nicht so, dass wir anderthalb Jahre einen Platz freigehalten haben für Naldo, ohne dass wir uns Hoffnungen gemacht haben, dass er wieder für uns spielen kann», sagte der Coach und spielte auf die lange Verletzungspause von Naldo an. «Wir haben ja auch damit geplant, insofern muss man sich auch Gedanken machen, ob das seriös ist.»

Diese von Schaaf erwartete Form von Dankbarkeit scheint der Verteidiger nicht zu verspüren. Er drängt auf einen baldigen Wechsel. «Brasilien ist mein Land», sagte Naldo: «Man kann dort so viel Geld verdienen wie in Europa.» Für den Innenverteidiger ist zudem die Weltmeisterschaft 2014 im eigenen Land ein «großes Ziel, und ich denke, dass ich bei Internacional mehr Chancen auf die WM habe». Naldo, der seit 2005 in Bremen spielt, hat bisher vier Einsätze für Brasiliens Nationalmannschaft absolviert.

Fünf Monate nach Mertesackers Wechsel zum FC Arsenal nach London muss Werder nun den Verlust des zweiten Top-Abwehrspielers fürchten. Eine Innenverteidigung mit Andreas Wolf und Sebastian Prödl dürfte den Ansprüchen der Bremer, die ohnehin schon mehr Gegentore kassiert haben als etwa der Abstiegskandidat FC Augsburg, kaum genügen.

«Im Moment gibt es kein Angebot, worüber wir auch nur annähernd darüber nachdenken», kommentierte Clubchef Klaus Allofs das Ansinnen des Brasilianers. Der Werder-Boss wiederholte jedoch auch, was er schon vor den Wechseln anderer Profis gesagt hatte: «Kein Spieler ist unverkäuflich.»

Es scheint also nur ein Frage des Preises. Vom Gespräch mit Naldo, der ihn über die Offerte aus Brasilien informiert hatte, berichtete Allofs: «Wir haben gesagt, wenn ein Angebot kommt, schauen wir es uns an. Ist es in der Höhe akzeptabel, schauen wir genauer hin.»

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