Kommentar Foto
Olaf Kupfer

Olaf Kupfer

Sergej Lepke

Olaf Kupfer

Bei Trainern, die sich für eine innovative Spielidee begeistern, verläuft die Karriere oft ähnlich: Zuerst begeistern sie ihre Spieler, dann die ganze Liga. Ihr System wird schnell als revolutionär gepriesen – und fortan ist der Maßstab gesetzt. Ab jetzt kann es nur noch bergab gehen. Meist ist es dann auch so: Irgendwann ist die eigene Elf überfordert und nicht mehr willig, dem laufaufwendigen und gedanklich anspruchsvollen Stil zu folgen. Mit den ersten Niederlagen schwindet der Glaube ohnehin. Und dann glauben auch Menschen vom Fach nicht mehr daran, dass die innovativen Gedanken von einst heute noch die letzte Weisheit sind. Auf diesen Weg hat sich Leverkusens Trainer Schmidt begeben – und sich inzwischen weit nach unten gearbeitet.

Das heißt aber nicht, dass Schmidt kein guter Trainer ist. Es wäre einfach für Bayer 04, ihn bald zu entlassen. Es wäre aber nicht richtig. Besser wäre es, den Markenkern Schmidts, den der Club sich nach Identität lechzend zu eigen gemacht hatte, wieder mit vereinter Kraft zu stärken. Schmidt hat viele junge Spieler eingebaut, er ist auch in dieser Beziehung den Weg mitgegangen. Jetzt sollte er ihn fortführen. Leichter wird es danach nämlich nicht für Bayer Leverkusen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer