Nach vier Spielen stehen null Punkte und nur ein Tor auf dem Konto: Der Club wollte neu beginnen und ist nun Vorletzter.

Breel Embolo (v.l.), Benedikt Höwedes, Klaas-Jan Huntelaar und Nabil Bentaleb sind nach den Gegentoren gegen Köln gefrustet – wie Manager Christian Heidel (Foto unten).
Breel Embolo (v.l.), Benedikt Höwedes, Klaas-Jan Huntelaar und Nabil Bentaleb sind nach den Gegentoren gegen Köln gefrustet – wie Manager Christian Heidel (Foto unten).

Breel Embolo (v.l.), Benedikt Höwedes, Klaas-Jan Huntelaar und Nabil Bentaleb sind nach den Gegentoren gegen Köln gefrustet – wie Manager Christian Heidel (Foto unten).

dpa

Breel Embolo (v.l.), Benedikt Höwedes, Klaas-Jan Huntelaar und Nabil Bentaleb sind nach den Gegentoren gegen Köln gefrustet – wie Manager Christian Heidel (Foto unten).

Gelsenkirchen. Es war Benedikt Höwedes womöglich gar nicht zu verübeln, dass er fremde Mächte für die nächste Niederlage verantwortlich machte. Das abermals ernüchternde 1:3 des FC Schalke 04 gegen die Mannschaft von Trainer Peter Stöger bedeutete für die Schalker die vierte Bundesliga-Pleite in Folge und den schlechtesten Start in der langen Geschichte des Vereins. Mit irdischen Umständen kann solch eine Niederlagenserie deshalb auch kaum noch erklärt werden – nur so waren Höwedes’s Ausführungen wohl zu verstehen.

„Man muss auch sehen, dass die Gegner gegen uns jede Chance nutzen und uns das Quäntchen Glück und auch der letzte Wille fehlen, selbst das Tor zu machen“, sagte der Kapitän der Schalker. Allerdings vergaß der Nationalspieler zu erwähnen, dass es die Schalker selbst waren, die den Kölnern so viel Raum und Zeit zum Kombinieren gaben. Acht Gegentore hat die Mannschaft von Trainer Markus Weinzierl mittlerweile in dieser noch sehr jungen Saison kassiert, haben gerade einmal einen mickrigen Treffer durch Klaas-Jan Huntelaar erzielt – was unmittelbar zu einer Null-Punkte-Bilanz führt. „Ich glaube, viel schlimmer geht es nicht mehr“, bilanzierte dann auch Manager Christian Heidel.

Noch vor wenigen Wochen standen der 53-Jährige, Trainer Weinzierl und gleich sieben neue Spieler für einen Neuanfang, die das verstaubte Schalker Spiel in die Moderne führen sollten. Nach dem neuerlich bedenklichen Auftritt gegen die Kölner gibt es im bis dato erstaunlich ruhigen Umfeld des stets so emotionsgeladenen Ruhrgebietsklub vor allem Zweifel an dem eingeschlagenen Weg. Denn noch immer krankt das Schalker Spiel an einer Langsamkeit, die in der Liga ihresgleichen sucht.

Heidel sagt: „Wir müssen in Ruhe weiterarbeiten“

Vor allem Johannes Geis im zentralen defensiven Mittelfeld mit seinen schier unaufhörlichen Ballkontakten, aber auch Eric Maxim Choupo-Moting mit seinen nicht enden wollenden Dribblings verlangsamen das Spiel unerhört und machen es leicht vorhersehbar. Die Statik, mangelnde Kreativität und Leidenschaft sowie das geringe Tempo sind weiterhin bestimmende Faktoren. Der derzeit einzige moderne Ansatz ist das phasenweise praktizierte frühe Pressing. Allerdings ist das Team bei diesen erwünschten Ballgewinnen tief in der gegnerischen Hälfte weit davon entfernt, einen Nutzen daraus zu ziehen, was sich nicht zuletzt an der misslichen Trefferbilanz ablesen lässt.

Die Perspektive der Schalker Mannschaft erscheint derzeit düster. „Jetzt ist es unsere Aufgabe, diesen Negativlauf zu unterbinden“, sagt Heidel, der darauf angewiesen ist, dass der eingeschlagene Weg auch weiterhin von Anhängern und Mannschaft mitgetragen wird. „Wir müssen in Ruhe weiterarbeiten, wir müssen trainieren, die Automatismen müssen rein. Es gibt gar keine andere Wahl.“ Bei seiner Analyse blieb Trainer Weinzierl kurz angebunden, wirkte angespannt. Angesprochen darauf, ob er die Formulierung „Krise“ erlaube, bemerkte der ehemalige Augsburger: „Ich habe kein Recht, irgendetwas zu erlauben oder nicht zu erlauben.“

Die Anfangseuphorie ist erstickt, nur ein letzter Rest Glaube besteht beim Schalker Umfeld noch, dass sich diese Spielzeit zum Guten wenden kann. Am Sonntag treten die Schalker bei 1899 Hoffenheim an. Der Kraichgau wäre ein guter Ort, dieses zarte Pflänzchen am Leben zu erhalten. Danach geht es nach Mönchengladbach.

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