Will Klarheit
DFB-Präsident Theo Zwanziger will von Matthias Sammer eine rasche Entscheidung.

DFB-Präsident Theo Zwanziger will von Matthias Sammer eine rasche Entscheidung.

dpa

DFB-Präsident Theo Zwanziger will von Matthias Sammer eine rasche Entscheidung.

Hamburg (dpa) - DFB-Präsident Theo Zwanziger fordert seinen Sportdirektor Matthias Sammer zu einer schnellen Entscheidung auf.

«Ich will am Freitag von Matthias eine klare Aussage», forderte Zwanziger im «Kicker». Der größte Sportverband der Welt will Klarheit: Geht Sammer nun als Sportchef zum Bundesligisten Hamburger SV oder füllt er diese Rolle wie vertraglich vereinbart bis 2013 beim beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) aus. Sammer schweigt bislang.

Am 21. Januar trifft sich das DFB-Präsidium zur turnusmäßigen Tagung in Frankfurt/Main. Beim HSV ist der Optimismus trotz Zögerns des Protagonisten ungebrochen, dass der einstige Weltklassespieler an die Elbe wechselt. «Priorität hat die Klärung mit dem DFB, dann sind wir an der Reihe», sagte Ernst-Otto Rieckhoff, der Vorsitzende des HSV-Aufsichtsrates. Wasserstandsmeldungen möchte er deshalb nicht abgeben.

«Ich würde mich für den HSV unheimlich freuen, wenn Sammer käme. Das wäre eine tolle Sache», sagte Trainer Armin Veh. Sammer sei ein Mann, der «Dinge entwickeln kann, die notwendig sind». Er besitze viele Eigenschaften, die ihn befähigen, erfolgreich zu sein, meinte Veh und beteuerte: «Er bringt Persönlichkeit mit.» Dennoch äußerte der Trainer sein Befremden, dass die Personalie bereits vor einer Vertragsunterzeichnung öffentlich gemacht wurde. «Ich würde das nicht vorher bekanntgeben. Stellen Sie sich vor, er kommt nicht», meinte er.

Zuvor hatte der Aufsichtsrat Sammer offiziell als seinen Wunschkandidaten preisgeben und von Verhandlungen gesprochen. Rund zwei Millionen Euro an Jahressalär wurden kolportiert. Eine satte Summe, bedenkt man, dass der dreiköpfige Vorstand ohne Sportchef im Geschäftsjahr 2009/2010 insgesamt 1,89 Millionen Euro gekostet hat. Ungeduldig warten die Verantwortungsträger auf das Ja- Wort des dreimaligen Fußballer des Jahres und einstigen Dortmunder Meistertrainers.

Ungeduld hat auch den DFB ergriffen. Noch geht der Verband vom Verbleib des Sportdirektors aus, weil der Umworbene nicht das Gegenteil behauptet. Generalsekretär Wolfgang Niersbach bezeichnete es gar als ausdrücklichen Wunsch des DFB, dass Sammer dem Verband mit «seinem Engagement und seiner Kompetenz» erhalten bleibe. Sollte es jedoch zum Abschied des 43-Jährigen in Frankfurt kommen, sieht der DFB keinen Notstand in seiner Führungstätigkeit. «Wir sind nicht in der Situation, dass der DFB an der Position des Sportdirektors zerbricht», sagte Zwanziger.

Vor dem Hintergrund eines anhaltenden Streits um Kompetenzen wird es dem einen oder anderen im Verband vermutlich nicht unrecht sein, wenn der frühere DDR-Auswahlspieler in die Bundesliga zurückkehrt. In der Vergangenheit gab es immer wieder Zwist um die Zuständigkeiten des Sportdirektors im DFB. Insbesondere die Hoheit über die U-21- Auswahl, die Sammer für sich reklamiert, aber Bundestrainer Joachim Löw zugeschlagen worden ist, sorgte für Konflikte.

Sammers Zurückhaltung wird auch mit seiner familiären Situation in Verbindung gebracht. Mit Ehefrau und drei Kindern wohnt er in München. Die Distanz an die Elbe beträgt 775 Auto- oder mehr als 600 Flug-Kilometer. Ob der ehrgeizige Visionär sich jedoch von diesen Hürden aufhalten lässt, ist schwer vorstellbar.

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