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Matthias Sammer will derzeit seinen Vertrag als DFB-Sportdirektor erfüllen.

Matthias Sammer will derzeit seinen Vertrag als DFB-Sportdirektor erfüllen.

dpa

Matthias Sammer will derzeit seinen Vertrag als DFB-Sportdirektor erfüllen.

Neu-Isenburg (dpa) - Ein klares Dementi sieht anders aus. «Stand jetzt» bleibe er DFB- Sportdirektor, sagte Matthias Sammer. Auch Bundestrainer Joachim Löw weiß nichts von einem Weggang Sammers zum HSV. In Hamburg trifft sich am Dienstag der Aufsichtsrat.

Sammer wiegelt ab, der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hält sich bedeckt und der Hamburger SV hofft auf einen neuen starken Mann. «Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sehe ich keinen Anlass, ein Gespräch mit dem Generalsekretär oder dem Präsidenten zu suchen», sagte Sammer nach der Tagung der Bundesliga-Trainer, an der auch die sportliche Leitung der Nationalmannschaft teilnahm. «Stand jetzt» bleibe er DFB- Sportdirektor, betonte der 43-Jährige in Neu-Isenburg.

Zu den kolportierten Plänen des HSV, ihn nach fünf Jahren beim Verband als Sportdirektor zurück in die Bundesliga zu holen, sagte der ehemalige Nationalspieler: «Das ist alles Spekulation.» Ein klares Dementi sieht anders aus. «Ich sehe das höchst gelassen. Matthias hat einen Vertrag bei uns, und wenn sich daran etwas ändern sollte, wird er mit uns sprechen», sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger der Nachrichtenagentur dpa. «Er ist ein charakterstarker Junge, der sicher von vielen Vereinen umworben wird.»

Bundestrainer Joachim Löw geht davon aus, dass Sammer die Verantwortung für die Jugendarbeit im Verband behält. «Von einem Weggang können wir sicher nicht sprechen», sagte Löw. Sammer habe ihm auch persönlich nichts über einen Wechsel zum HSV gesagt. «Ich habe auch nichts von einem Antrag gehört, dass er den DFB verlassen will. Daher gehe ich davon aus, dass Matthias Sammer beim DFB bleibt. Es macht ihm viel Spaß und er arbeitet mit viel Begeisterung», sagte Löw.

In Hamburg müsste man viel Geld für Sammer ausgeben: Mindestens zwei Millionen Euro soll er verdienen. «Das wäre eine großartige Lösung», meinte Idol Uwe Seeler trotz des immensen Gehaltes. «Er würde dem HSV weiterhelfen.» Seeler gehört zu den kritischen Begleitern des Clubs, die seit dem Weggang von Dietmar Beiersdorfer die mangelnde Fußball-Kompetenz im Vorstand anmahnen.

Bereits am Dienstag soll bei der konstituierenden Aufsichtsratssitzung darüber beraten werden, ob Sammer die Rolle von Bastian Reinhardt im Vorstand einnehmen sollte. Der ehemalige HSV-Profi bestätigte, dass ihn der Aufsichtsrat über diese Möglichkeit bereits informiert habe.

«Ich werde das nicht kommentieren», sagte der ehemalige Schatzmeister Otto Rieckhoff. Der 58-Jährige ist aussichtsreicher Kandidat bei der Wahl zum Nachfolger von Horst Becker als Vorsitzender des zwölfköpfigen Kontrollgremiums. «Wir haben zunächst eine interne Sitzung, dann berichten uns die Vorstände über ihre Arbeit», sagte Rieckhoff der dpa. «Der Sieg gegen Schalke und hoffentlich weitere Erfolge helfen sicherlich, dass die Stimmung beim HSV wieder besser wird.»

Gemeinsam mit Sammer ist auch DFB-Nachwuchscoach Horst Hrubesch an der Elbe im Gespräch. «Ich weiß nichts. Es hat keinen Kontakt gegeben. Ich habe seit Monaten niemanden vom HSV gesprochen. Stand jetzt ist das eine Ente», sagte der 59-Jährige, der 1983 als Kapitän den Europacup der Landesmeister mit dem HSV holte. 2008 wurde er mit der U 19 und ein Jahr später mit der U 21 Europameister. Hrubesch wäre ein Kandidat für die Leitung der Nachwuchsarbeit.

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