Sportvorstand
Matthias Sammer gibt sich ein wenig selbstkritisch. Foto: Sebastian Kahnert

Matthias Sammer gibt sich ein wenig selbstkritisch. Foto: Sebastian Kahnert

dpa

Matthias Sammer gibt sich ein wenig selbstkritisch. Foto: Sebastian Kahnert

Leverkusen (dpa) - Fragen an Bayern Münchens Sportvorstand Matthias Sammer nach dem 2:1-Sieg in der Fußball-Bundesliga beim Tabellendritten Bayer Leverkusen.

Nach dem Pokalsieg gegen Borussia Dortmund war die Euphorie groß. Danach folgten drei schwache Spiele gegen 1866 Hoffenheim, Fortuna Düsseldorf und Arsenal London. War deshalb die Wutrede von Bayern-Präsident Uli Hoeneß berechtigt und zur rechten Zeit?

Sammer: «Wir müssen als Club und Verantwortliche ein bisschen selbstkritisch sein nach dem Pokalspiel gegen Borussia Dortmund. Wir haben da von den Aussagen her ein bisschen überdreht. Jetzt spüren das die Spieler. Bei allem Respekt: Da kommt Hoffenheim, der Vorsprung ist sowieso schon groß, dann Düsseldorf, dann Arsenal, da war das Thema eigentlich schon durch. Deshalb hat es gemenschelt bei uns. Aber nur bis hierher, jetzt nicht mehr. Nach dem Spiel gegen Dortmund haben wir keine stabile Mitte mehr gehabt. Da sind wir alle ein bisschen geschwebt im Club.»

Wie feiert man eine mögliche Meisterschaft am Ostersamstag, wenn man wenige Tage später Juventus Turin in der Champions League vor der Brust hat?

Sammer: «Sie können froh sein, dass ich gute Laune habe. Sonst würde ich jetzt sehr aggressiv reagieren.»

Hat die Mannschaft genug eigene Motivation, um nicht die Spannung zu verlieren, die notwendig ist, auch in der Champions League weiter erfolgreich zu sein?

Sammer: «Natürlich, weil die Spieler erfahren und selbstkritisch sind.»

Das 2:1 in Leverkusen hatte Licht und Schatten und war am Ende glücklich. Cheftrainer Jupp Heynckes hat umfassend rotiert, fünf Spieler aus dem Arsenal-Kader hat er in München gelassen. Liegt er mit seinen Maßnahmen und Personalentscheidungen richtig?

Sammer: «Der Trainer hat mit Abstand das beste Gefühl, was bisher war, was augenblicklich ist und was in Zukunft kommt. Sein Auge ist sowieso aufgrund seiner Erfahrung als Spieler und Trainer perfekt. Und insofern trifft er die Entscheidungen. Und die hat man absolut zu akzeptieren. Ich war vor dem Spiel total ruhig und einverstanden mit diesen Maßnahmen.»

Der FC Bayern kann am nächsten Spieltag in zwei Wochen schon Meister werden.

Sammer: «Das ist mir wurscht. Wir wissen, dass wir einen Vorsprung von 20 Punkten haben. Aber wir wissen auch, dass wir bei den Zielen, die wir in diesem Jahr haben, ein paar Dinge wieder besser machen müssen.»

Haben Sie Angst, dass es nach dem Titelgewinn zu einem Spannungsabfall bei den Spielern kommen kann?

Sammer: «Ich bin der Meinung, dass man aus den Spielen Hoffenheim, Düsseldorf und Arsenal etwas lernen sollte. Uli Hoeneß hat in seiner ureigenen Art ein paar Dinge benannt. Wenn Arsenal kein Warnschuss war, haben wir ein echtes Problem.»

Ist es nicht eine tolle Sache, dass der FC Bayern schon am nächsten Spieltag Meister werden kann?

Sammer: «Ich finde das völlig uninteressant. Interessant ist doch, wie wir uns wieder präsentieren mit dem, was uns stark gemacht hat, wie wir bis hierhergekommen sind. Dafür sind wir gelobt worden.»

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