Diskussionsbedarf
Die Schalker Marco Höger (r) und Max Meyer diskutieren nach der 0:1-Pleite gegen Frankfurt. Foto: Fredrik von Erichsen

Die Schalker Marco Höger (r) und Max Meyer diskutieren nach der 0:1-Pleite gegen Frankfurt. Foto: Fredrik von Erichsen

dpa

Die Schalker Marco Höger (r) und Max Meyer diskutieren nach der 0:1-Pleite gegen Frankfurt. Foto: Fredrik von Erichsen

Frankfurt/Main (dpa) - «Gar nix!» Schalkes Sportdirektor Horst Heldt wollte nach der ersten Niederlage im Jahr 2015 erst gar keine Diskussionen aufkommen lassen.

Welchen Einfluss das 0:1 (0:0) bei Eintracht Frankfurt auf den Champions-League-Knaller gegen Real Madrid am Mittwoch habe, wurde Heldt gefragt. Doch der 45-Jährige schüttelte nur den Kopf. «Das ist ein anderes Spiel», sagte Heldt mit Blick auf das Duell mit dem Titelverteidiger in der Fußball-Königsklasse. «Wir müssen uns über uns selbst ärgern, dass wir heute verloren haben. Aber die Art und Weise, wie wir gespielt haben, war schon sehr ordentlich.»

Es erstaunte schon ein wenig, wie nonchalant die Schalker am Samstag über die unnötige Niederlage hinweggingen, die sie in der Tabelle hinter Borussia Mönchengladbach wieder auf Platz vier zurückfallen ließ. «Analysieren, abhaken, vorbereiten», sagte Trainer Roberto Di Matteo lediglich. Ansonsten wollte auch er eine «ordentliche» Leistung seines Teams gesehen haben. «Sicher war das heute ein Schritt rückwärts, doch wir müssen nach vorne schauen», sagte der Schweizer später im Sportstudio des ZDF.

Der Blick nach vorne beinhaltet unweigerlich aber auch eine Rückschau in die Vergangenheit. Am Mittwoch ist es fast genau ein Jahr her, dass die Schalker in der Champions League gegen Real vor eigenem Publikum mit 1:6 unter die Räder kamen. Wie soll eine neuerliche Pleite gegen das spanische Starensemble um Weltfußballer Cristiano Ronaldo und Weltmeister Toni Kroos verhindert werden, wenn es schon gegen die Eintracht nicht reicht?

«Wir müssen ohne Angst da rausgehen und mutig sein», forderte Mittelfeldspieler Tranquillo Barnetta. «Wir haben nichts zu verlieren, weil keiner etwas erwartet von uns», sagte der Schweizer und fügte auf die Frage, was am Mittwoch denn ein gutes Ergebnis sei, keck hinzu. «Ein Sieg!»

Dafür müssen die «Königsblauen» gegen Real aber ihre Chancen besser nutzen. Gegen die Eintracht, die ihrem Trainer Thomas Schaaf dank des Treffers des eingewechselten Lucas Piazon (64. Minute) in dessen 500. Spiel als Bundesliga-Trainer einen Sieg schenkte, vergaben die Schalker im ersten Durchgang zahlreiche Hochkaräter. Christian Fuchs, und Marco Höger scheiterten jeweils am starken Frankfurter Keeper Kevin Trapp. «Wir haben unsere Chancen nicht konsequent genutzt. So einfach ist das manchmal im Fußball», haderte Heldt.

Im zweiten Durchgang verloren die Knappen aber ihre Linie, so dass der erste Sieg der Hessen im neuen Jahr am Ende nicht unverdient war. Insgesamt machte der Schalker Auftritt vor 50 400 Zuschauern deutlich, dass Di Matteo seinem Team zwar eine deutliche Handschrift verpasst hat, dass das Auftreten aber immer noch etwas labil wirkt.

Beim entscheidenden Gegentor patzten die Gäste zunächst auf der Außenbahn, dann machten Innenverteidiger Joel Matip und Keeper Timon Wellenreuther beim Kopfball von Piazon eine unglückliche Figur. Eine Torwartdiskussion wollten die Schalker vier Tage vor dem Real-Spiel aber unbedingt vermeiden, weshalb sie sich unisono vor ihren jungen Torhüter stellten. «Timon hat das auch heute wieder ordentlich gemacht», sagte Heldt.

Dennoch hoffen sie, dass Fabian Giefer bis Mittwoch wieder fit wird. Zudem setzt Schalke auf die Rückkehr von Torjäger Klaas-Jan Huntelaar und die Erfahrung. «Ich hoffe, dass wir aus der Vergangenheit gelernt und den Glauben haben, gegen Real ein gutes Spiel machen zu können», sagte Di Matteo.

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