Arjen Robben wird in Doha mit Hilfe des Physiotherapeuten Garry Hoffmann fit gemacht.
Arjen Robben wird in Doha mit Hilfe des Physiotherapeuten Garry Hoffmann fit gemacht.

Arjen Robben wird in Doha mit Hilfe des Physiotherapeuten Garry Hoffmann fit gemacht.

dpa

Arjen Robben wird in Doha mit Hilfe des Physiotherapeuten Garry Hoffmann fit gemacht.

Doha (dpa) - Rennen, Dribbeln, Schießen - Arjen Robben kann nach langer Leidenszeit auf dem Fußball-Platz endlich wieder richtig Gas geben.

Kurz vor seinem langersehnten Comeback meldet sich der Topstar des FC Bayern München schon einmal verbal mit einer Kampfansage zurück, welche die Bundesliga-Konkurrenz aufhorchen lassen wird. «Ich will stärker zurückkommen als vorher», kündigte der Angreifer in Doha an. Diesen Gedanken habe er während «der sehr schwierigen Phase» der Verletzungspause «immer im Kopf gehabt».

Der «Tag X» für Robben ist der Bundesliga-Rückrundenstart am 15. Januar beim VfL Wolfsburg. Trainer Louis van Gaal hat für seinen Landsmann «ein Spezialprogramm» zusammengestellt, mit dem Robben im Trainingslager in Katar ganz gezielt fitgemacht wird. «In meinen Augen ist es zum Genießen, wie er trainiert», schwärmte van Gaal.

Der 59 Jahre alte Coach ist so begeistert, dass er schon verriet, dass Robben am Samstag im Testspiel gegen den lokalen Erstligisten Al-Wakrah Sports Club zum Einsatz kommen wird. «Ich glaube, dass er 30 Minuten oder mehr spielen kann», kündigte van Gaal an.

Robben kann es kaum erwarten, wieder losstürmen zu dürfen. «Ich will lieber morgen spielen als in drei oder vier Wochen», sagte er. Man dürfe aber nicht von ihm erwarten, «dass es gleich wieder super geht». Das Gefühl am Ball sei aber schon wieder da, mit links und rechts hämmert er beim Training die Bälle ins Tor. Nur eine blaue Bandage erinnert an die schwere Blessur am linken Oberschenkel. «Das Loch im Muskel ist weg», berichtet Robben. Und «nein, niemals» habe er während der Pause um die Fortsetzung seiner Karriere gebangt.

Noch nicht ausgestanden ist der Streit des FC Bayern mit dem niederländischen Verband um Entschädigungszahlungen wegen Robbens schwerer WM-Verletzung. «Das ist nicht meine Sache», wiegelte der Vizeweltmeister an, «ich bin damit gar nicht beschäftigt.»

Der Blick geht nach vorn. «Wer Robben im Training sieht, dem läuft das Wasser schon wieder im Mund zusammen», erklärte Christian Nerlinger entzückt. Der Sportdirektor lässt keinen Zweifel daran, dass der Niederländer neben dem hochmotivierten und in Doha ebenfalls blendend trainierenden Franck Ribéry die Bayern-Trumpfkarte für die Rückrunde sein könnte: «Arjen hat uns massiv gefehlt. Das ist eine Wahnsinnsverbesserung für uns im Vergleich zur Vorrunde.»

24 Pflichtspieltore - eines schöner und wichtiger als das andere - hatte Robben in seinem ersten Bayern-Jahr geschossen. Seit dem 11. Juli 2010, dem verlorenen WM-Finale in Johannesburg gegen Spanien (0:1), hat er kein Spiel mehr bestreiten können. «Zu den Heimspielen ins Stadion zu fahren und nicht zu spielen, war das Schwierigste.»

Das Schuften in der Reha soll sich jetzt auszahlen. «So schnell wie möglich will ich wieder da sein für die Mannschaft». Er weiß um den Druck der Erwartungen an ihn und sagt: «Ich will davor nicht weglaufen.» Auch er will schließlich Borussia Dortmund jagen, auch wenn man hinsichtlich der Titelchancen «realistisch» sein müsse: «Man muss Dortmund ein großes Kompliment machen. Wir können nichts anderes machen, als alle Spiele zu gewinnen.» Und zwar mit ihm!

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