Frankfurt/Main (dpa) - Die Deutsche Presse-Agentur dpa hat Stimmen zur Torlinientechnologie zusammengestellt. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Schiedsrichter haben das Votum der Bundesligisten für den Einsatz der Torlinientechnologie begrüßt.

Reinhard Rauball (Ligapräsident): «Ich glaube, dass es für den deutschen Fußball ein Schritt nach vorne ist.»

Heribert Bruchhagen (Vorstandsvorsitzender Eintracht Frankfurt): «Wenn wir bei der Eintracht vor zehn Jahren die Torlinientechnologie eingeführt hätten, hätten wir sie zehn Jahre lang gehabt - ohne sie einmal zu nutzen.»

Roberto di Matteo (Trainer Schalke 04): «Ich kenne das aus England und finde es gut. Ich hätte auch dafür gestimmt.»

Horst Heldt (Sportvorstand Schalke 04): «An den ersten 13 Spieltagen gab es keine Situation, in der es hieß: 'Tor oder nicht Tor?' Wenn die Torlinientechnik eingeführt wird, sollte über die Einführung weiterer Techniken diskutiert werden. In Holland wird der Videoschiedsrichter praktiziert, das ist konsequent.»

Harald Strutz (Präsident FSV Mainz 05): «Ich persönlich bedaure, dass man nicht mehr über ein Wembleytor diskutieren kann. Aber man hat gesehen, dass man sich der Technikentwicklung nicht verschließen kann. Und im Interesse des fairen Wettbewerbs sollte man die Torlinientechnologie einführen. Wir haben eine größere Sicherheit, das ist entscheidend.»

Jörn Wolf (Mediendirektor Hamburger SV): «Bei der letzten Abstimmung waren wir dagegen. Jetzt sind wir dafür, weil die Kosten deutlich niedriger als zunächst annonciert sind. Außerdem ist das System - anders als geplant - jetzt Kamera-basiert und die Messgenauigkeit ist verbessert worden.»

Peter Rettig (Geschäftsführer 1899 Hoffenheim): «Ich bin total froh über die Entscheidung und völlig überrascht, dass es so viele Stimmen dafür gab. Das ist ein wichtiger Schritt, um klarere Entscheidungen treffen zu können in der Frage: Tor oder nicht Tor.»

Helmut Sandrock (DFB-Generalsekretär): «Heute ist ein guter Tag für unsere Schiedsrichter. Die Entscheidung der Liga für die Torlinientechnologie ist konsequent und richtig. Wir werden uns jetzt damit befassen, wie wir das System auf den DFB-Pokal übertragen und dort zum Einsatz bringen können.»

Herbert Fandel (Vorsitzender des DFB-Schiedsrichterausschusses): «Im Namen aller Bundesliga-Schiedsrichter und des DFB-Schiedsrichterausschusses kann ich den Vereinen der DFL zu ihrem heutigen Beschluss nur gratulieren. Für die Unparteiischen ist dies ein wichtiger Schritt, denn die Einführung der Torlinientechnologie bedeutet ein zusätzliches Stück Entscheidungssicherheit in der wichtigsten Entscheidung des Fußballs - Tor oder kein Tor.»

Dr. Felix Brych (FIFA-Schiedsrichter): «Ich habe seit Jahren betont, dass wir Schiedsrichter die Torlinientechnik befürworten. Darüber hinaus waren die Erfahrungen bei der WM in Brasilien äußerst positiv. Ich bin sehr froh, dass der Wunsch der Schiedsrichter mit der heutigen Entscheidung erfüllt worden ist. Die Torlinientechnik ist ein wichtiges Hilfsmittel im modernen Fußball, sie wird uns Schiedsrichtern den Job erleichtern. Ich persönlich freue mich darauf, mit der neuen Technik endlich auch in Deutschland arbeiten zu dürfen.»

Felix Zwayer (FIFA-Schiedsrichter): «Ich begrüße die getroffene Entscheidung zur Einführung der Torlinientechnik sehr. Es wird uns Schiedsrichtern und allen Beteiligten eine große Hilfe sein, dass die wohl wichtigste Frage im Fußball bald eindeutig technisch beantwortet wird. Es geht hierbei ja um eine Schwarz-Weiß-Entscheidung - drin oder nicht drin. Die technische und eindeutige Lösung hilft vor allem dem Fußball - nun auch in Deutschland. Und auch den Schiedsrichtern, die selbst bei menschlich nachvollziehbaren, zum Teil sogar kaum vermeidbaren Fehlwahrnehmungen, erheblicher Kritik ausgesetzt waren.»

Florian Meyer (Bundesliga-Schiedsrichter): «Das heutige Votum, die Torlinientechnik einzuführen, begrüße ich deshalb sehr. Die Technologie bedeutet für uns Schiedsrichter eine sehr wertvolle Unterstützung und erleichtert unsere Arbeit, um in mit menschlichen Möglichkeiten nicht zweifelsfrei zu entscheidenden Situationen zum richtigen Schluss zu kommen. Von der Einführung der Torlinientechnologie profitieren alle in Deutschland am Fußball Beteiligten: Spieler, Verantwortliche, Fans und Schiedsrichter.»

Klaus Hofmann (Präsident FC Augsburg): «Das ist Unfug, weil es zu kurz gedacht ist. Ich bin ein Befürworter des Video-Beweis. Das muss ja nicht permanent der Fall sein, aber zwei Mal pro Halbzeit könnte es doch möglich sein.»

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