Ralph Hasenhüttl bereitet sein Team in Lagos auf die Rückrunde vor. Foto: Jan Woitas
Ralph Hasenhüttl bereitet sein Team in Lagos auf die Rückrunde vor. Foto: Jan Woitas

Ralph Hasenhüttl bereitet sein Team in Lagos auf die Rückrunde vor. Foto: Jan Woitas

dpa

Ralph Hasenhüttl bereitet sein Team in Lagos auf die Rückrunde vor. Foto: Jan Woitas

Lagos (dpa) - Mit dem FC Bayern sehen sich die Verantwortlichen von RB Leipzig in jeder Hinsicht nicht auf Augenhöhe. Münchens Präsident Uli Hoeneß hofft und setzt schon auf einen neuen Dauerrivalen.

Doch der RB-Vorstandsvorsitzende Oliver Mintzlaff sagt nun in einem Interview dem Fachmagazin «kicker»: «Bayern liegt Lichtjahre entfernt von uns.»

Das sei keine Floskel, das sei so - und das habe man ja auch im letzten Spiel des vergangenen Jahres gesehen. Die Partie kurz vor Weihnachten hatten die punktgleich angereisten Leipziger mit 0:3 verloren. Es war allerdings erst die zweite Niederlage für die junge RB-Mannschaft in ihrer ersten Bundesliga-Saison gewesen.

«Es ist auch nicht so, dass wir dauerhaft auf Augenhöhe mit Bayern und Dortmund sein wollen», sagte Mintzlaff. Der Plan sei ebenfalls nicht, dass man in der nächsten Saison in der Champions League spielen oder 2019/2020 Meister werden müsse.

Das öffentlich erklärte Ziel in den nächsten drei bis fünf Jahren ist eine gute Top-Sechs-Platzierung. Sprich der internationale Wettbewerb. Dies hatte Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz Ende 2016 bereits als Minimalziel ausgegeben. De facto hat die Mannschaft nach ihren teilweise beeindruckenden Auftritten bisher aber beste Aussichten, schon in der kommenden Saison in der europäischen Königsklasse mitwirken zu dürfen. Auf Platz fünf, der (lediglich) zur Teilnahme an der Europa League berechtigen würde, hat RB schon acht Punkte Vorsprung.

Eines ist aber klar: Letztlich wollen auch Leipzigs junge Kicker das, was jeder Fußballer und Sportler eigentlich will: jedes Spiel gewinnen. Dabei will die Mannschaft ihre Gegner künftig noch mehr beherrschen als es teilweise in der Hinrunde mit dem RB-Tempo-Fußball schon der Fall gewesen war.

Abwehrspieler Willi Orban formulierte im Trainingslager in Lagos jedenfalls dementsprechend die Ansprüche des Teams: «Dass wir im Team noch mehr Dominanz gegenüber dem Gegner schaffen. Dass wir noch griffiger werden. Dass wir im Spiel gegen den Ball, aber auch im Spiel mit dem Ball, noch mehr Lösungen kreieren müssen.»

Dass man vonseiten der Vereinsverantwortlichen aber die Erwartungen nach dem rasanten Weg bis in die Spitze der Liga gut siebeneinhalb Jahre nach der Vereinsgründung generell nicht noch weiter schüren will, erscheint bei der jungen Mannschaft nur logisch. Von ihrer Philosophie, mit talentierten Spielern langfristig etwas aufzubauen, wollen sich die RB-Entscheider auch durch das mögliche Prädikat Bayern-Jäger nicht abbringen lassen.

«Jeder hat nach dem Aufstieg erwartet, dass wir auf Einkaufstour gehen, große Namen holen und den Großangriff auf Bayern und Dortmund planen. Was ist aber passiert? Es sind sieben bis neun Spieler in der Startelf, die auch schon in der 2. Liga gespielt haben», erklärt Mintzlaff.

Inwiefern der Kader aber noch vor der Wiederaufnahme des Ligabetriebs für die Leipziger am 21. Januar mit dem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt noch mal verstärkt wird, ließ auch Mintzlaff noch offen. Die Dringlichkeit im Defensivbereich ist aber längst erkannt. «Jeder Spieler tut uns gut, der Qualität hat», kommentierte Orban mögliche Neuverpflichtungen.

Heiß gehandelt wird weiterhin das 18 Jahre alte französische Defensiv-Talent Dayot Upamecano, derzeit angestellt bei RB Salzburg. «Ich bin nicht der Berater von Upamecano, und es liegt auf der Hand, dass ihn die Salzburger nur ungern abgeben würden», sagte Mintzlaff. «Aber natürlich wissen auch alle, dass dieser Spieler bei vielen Top-Clubs, auch in Deutschland, sehr begehrt ist.»

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