Schalke-Trainer Felix Magath blickt weiterhin in eine ungewisse Zukunft.
Schalke-Trainer Felix Magath blickt weiterhin in eine ungewisse Zukunft.

Schalke-Trainer Felix Magath blickt weiterhin in eine ungewisse Zukunft.

dpa

Schalke-Trainer Felix Magath blickt weiterhin in eine ungewisse Zukunft.

Gelsenkirchen (dpa) - Alle Indizien sprechen für ein rasches Ende der Ära Felix Magath beim FC Schalke 04. Wie die Nachrichtenagentur dpa erfuhr, ist für den 16. März eine Sondersitzung des Aufsichtsrates geplant. Auch Magath sei dazu eingeladen worden.

Damit wurde die Dreitagefrist eingehalten und Magaths Abberufung als Vorstandsmitglied kann dann formal besiegelt werden. Zudem bestätigte Schalke, dass sich der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies und Magath wie vereinbart in Düsseldorf zu einem Gespräch getroffen und «sachlich ausgetauscht» haben. Bis auf weiteres hätten alle Beteiligten Stillschweigen über das Ergebnis vereinbart. Dennoch ist klar: Magath muss gehen. Denn ansonsten hätte der Club mitteilen können, mit dem umstrittenen Trainer weiter machen zu wollen.

Bei der Sitzung des Kontrollgremiums muss dem 57 Jahre alten Magath Gelegenheit zur Aussprache gegeben werden. Ob Magath den Termin noch wahrnimmt und sich dem «Tribunal» stellt, blieb offen. Zuvor soll noch die turnusmäßige Aufsichtsratssitzung stattfinden.

Nach dem 2:1-Sieg gegen Eintracht Frankfurt war der Coach noch zuversichtlich, seine Mission bis 2013 zu erfüllen. «Wer denn sonst?», sagte er auf die Frage, ob er in der nächsten Saison noch auf der Trainerbank sitze. Das Gespräch mit Clubchef Tönnies begrüßte Magath «Es ist sinnvoll, wenn sich der Aufsichtsratsvorsitzende und der Vorstand Sport mal unterhalten.» Gut möglich, dass Magath nach dem Treffen anders darüber dachte.

Dass Magath den Vereinsboss Tönnies («Wir müssen die Reißleine ziehen») umstimmen konnte, scheint ausgeschlossen. Denn zu vergiftet ist das Klima, auch zwischen Magath und seinen Vorstandskollegen Peter Peters und Horst Heldt. Deutliches Zeichen der schleichenden Entmachtung des Trainers war die Freistellung des Clubsprechers und Magath-Vertrauten Rolf Dittrich. Heldt und Peters handelten zwar auf Anweisung des Aufsichtsrats, hatten Magath aber nicht einmal informiert. Dieser wertete das Vorgehen des Duos zurecht als Affront und Provokation. Auch Tönnies kritisierte er harsch. «Wenn man ein Gespräch führen will, muss man es nicht unbedingt vorher ankündigen», sagte Magath.

Die Mannschaft, die nach dem 2:1 gegen Frankfurt vom strengen Coach bis einschließlich Dienstag trainingsfrei bekam, ist längst vom Trainer abgerückt. «Dazu sage ich nichts», meinte Torhüter und Kapitän Manuel Neuer, der sich bei Tönnies über die rüde Art Magaths beschwert haben soll. Intern wird ihm «unmenschlicher Umgang» mit den Angestellten sowie «soziale Inkompetenz» vorgeworfen.

Auch Christoph Metzelder mochte kein Bekenntnis für Magath ablegen. «Er ist ein Trainer, der alles dem Erfolg unterordnet. Und der Erfolg gab ihm in der Vergangenheit recht», sagte der Abwehrspieler und rief zur Geschlossenheit auf. «Es ist wichtig, dass alle im Verein in dieselbe Richtung gehen.»

Die Fans sind weiter gespalten. Beim Sieg über Frankfurt, den ausgerechnet Magaths viel kritisierter «Panikeinkauf» Angelos Charisteas (84.) mit seiner ersten Ballberührung sicherte, gab es anders als beim Einzug ins Viertelfinale der Champions League kaum Sympathie-Bekundungen für Magath. Die Kritiker überwogen und dokumentierten ihren Unmut auf Transparenten und Plakaten. «Schalke 04 statt Magath 04» oder «Felix spaltet» war unter anderem zu lesen. Allerdings regt sich auch Widerstand gegen den Aufsichtsrat. Auf einer Internetseite sammeln Anhänger Unterschriften, um eine außerordentliche Mitgliederversammlung und Neuwahlen zu erwirken.

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