Bejubelt
Der Bremer Per Mertesacker (unten) klärt gegen Louis Saha und erhält für seinen Auftritt vom Publikum Applaus.

Der Bremer Per Mertesacker (unten) klärt gegen Louis Saha und erhält für seinen Auftritt vom Publikum Applaus.

dpa

Der Bremer Per Mertesacker (unten) klärt gegen Louis Saha und erhält für seinen Auftritt vom Publikum Applaus.

Bremen (dpa) - Die Kapitänsbinde, die Per Mertesacker bei seiner viel gefeierten Rückkehr trug, hatte Symbolcharakter. An dem seit Monaten verletzten und schmerzlich vermissten Fußball-Nationalspieler sollen sich die Kollegen beim angeschlagenen SV Werder Bremen aufrichten.

«Ich war überrascht, wie dynamisch das war. So, wie ich mich aktuell fühle, habe ich mich in der vergangenen Saison nicht einmal gefühlt», kommentierte der Innenverteidiger seinen souveränen 56-Minuten-Auftritt beim 1:0-Sieg im Testspiel gegen den FC Everton.

Mertesacker ist zurück: Vier Tage vor dem Bundesliga-Start gegen Kaiserslautern war allein diese gute Nachricht schon Balsam für die in diesen Wochen geschundene Werder-Seele. Der lange Abwehrrecke verblüffte nach seiner Zwangspause mit einem guten Stellungsspiel und robuster Zweikampfstärke. Eigenschaften, die Werders Wackel-Abwehr in der Vorbereitung nicht nur beim peinlichen Pokal-Aus in Heidenheim gefehlt hatten. «Es war ein tolles erstes Spiel von Per. Er ist sehr wichtig für uns», sagte Clubchef Klaus Allofs.

Mertesacker ist bei seinem Comeback eine Punktlandung geglückt. Er dürfte, sollte es keinen Rückschlag geben, auch am Samstag im Heimspiel gegen die Pfälzer erste Wahl sein. Nach einer Fersen-Operation hatte er im Sommer eine mehrwöchige Rehabilitation in Donaustauf absolviert. Dort kurierte er die Verletzung, die ihm bereits in der vergangenen Rückrunde gequält hatte, voll aus. Selbst beim Benefizspiel seiner eigenen Stiftung am 13. Juni in Hannover hatte er nur den Anstoß ausgeführt, um den Heilungsprozess nicht zu gefährden.

Werder-Trainer Thomas Schaaf hat zwar die Nachfolge-Frage des bisherigen Kapitäns Torsten Frings noch nicht endgültig geregelt. Dass er Mertesacker bei der Generalprobe mit der Binde auf den Platz schickte, spricht aber für die Wertschätzung des Profis beim Trainer. «Per war hochmotiviert. Ihm hilft jeder Einsatz, um zu alter Form zu finden», sagte Schaaf. Er freute sich auch über die Rückkehr von Sebastian Prödl, der «Merte» in den letzten 34 Minuten ersetzte. Der Österreicher hatte wegen einer schmerzhaften Verletzung der Gesäßmuskulatur ebenfalls monatelang pausiert.

Die positive Stimmung der 17 300 Fans, die trotz Mertesacker und trotz des Siegtores von Sandro Wagner (37. Minute) keine überragende Bremer Leistung sahen, griff Allofs dankbar auf. Nach den harschen Kritiken der vergangenen Tage sieht er die Chance für eine Trendwende - auf dem Platz und beim Image. «Auch Ekici war wieder von Anfang an dabei. Jetzt hoffen wir, dass wir auch bei Naldo und Claudio Pizarro demnächst so positive Nachrichten vermelden können», sagte der Werder-Chef.

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