Viel Arbeit
Trainer Mike Büskens hat Probleme die Fürther Schwächen abzustellen. Foto: Soeren Stache

Trainer Mike Büskens hat Probleme die Fürther Schwächen abzustellen. Foto: Soeren Stache

dpa

Trainer Mike Büskens hat Probleme die Fürther Schwächen abzustellen. Foto: Soeren Stache

Belek/Türkei (dpa) - Sollten sich der FC Augsburg und die SpVgg Greuther Fürth einmal gegenseitig ausspionieren wollen im Abstiegskampf, könnten sie das in diesen Tagen auch zu Fuß erledigen. Beide Vereine arbeiten gerade im türkischen Belek an ihrer schwierigen sportlichen Rettung.

Zwischen den Trainingsplätzen der beiden Tabellen-Schlusslichter liegen nur eine Nebenstraße und ein Golfplatz. Diese Nähe passt zur Situation der beiden vermeintlich abgeschlagenen Konkurrenten: Augsburg und Fürth stehen punktgleich am Ende der Fußball-Bundesliga. Beide haben jeweils einen neuen Manager und punktuelle Verstärkungen für ihren Kader geholt. Und beide glauben weiter unverdrossen an eine Restchance auf den Klassenerhalt. «Natürlich können wir die Tabelle lesen», sagte Fürths Trainer Mike Büskens im Trainingslager in Belek. «Aber da sieht man doch auch: Jeder hat dich abgeschrieben. Es gibt nur noch eine Richtung, nämlich nach oben. Und wir haben nichts zu verlieren.»

Bei den Augsburgern klingt das sogar noch überzeugter: «An die 2. Liga denken wir nicht. Wir packen das», sagte der neue Sportchef Stefan Reuter im dpa-Interview. «Die Spieler ziehen super mit.»

Die Frage ist nur, ob das alleine reicht. Der Tabellenletzte aus Fürth absolviert in Belek gleich drei Testspiele und mehr als ein Dutzend Trainingseinheiten. Doch trotz aller guten Vorsätze und eines großen Willens, den Büskens ausdrücklich lobt, zeigte sein Team am Mittwochabend beim 2:3 (1:1) gegen den niederländischen Club AZ Alkmaar weiter die altbekannten Schwächen: viel zu fehlerhaft in der Abwehr, viel zu harmlos im Angriff. Es ist das alte Lied.

Um wenigstens am Drittletzten aus Hoffenheim dranbleiben zu können, mussten sich beide Kellerkinder zwingend im Sturm verstärken. Und da weder Augsburg noch Fürth über die finanziellen Mittel des Hopp-Clubs verfügt, waren sie bei ihrer Suche kreativ. Der FCA holte einen Südkoreaner aus der englischen Liga (Dong-Won Ji). Bei den Franken ruhen die Hoffnungen auf einem Serben, der zuletzt in Norwegen und Schweden spielte (Nikola Djurdjic).

«Tore sind mein Job. Dafür wurde ich geholt. Ich möchte so viele schießen, dass es für den Klassenerhalt reicht», sagte Djurdjic in Belek und hatte damit noch nicht einmal geprahlt. Für Helsingborgs IF schoss er im vergangenen halben Jahr zehn Tore in elf Spielen. Auch für die Fürther war er bislang in jedem Testspiel erfolgreich.

«Er weiß, wo das Tor steht», meinte Büskens, der nach den Transfers von Djurdjic, Matthias Zimmermann, Tom Mickel und Jung-Bin Park zwar immer noch Bedarf, aber kein Geld für noch mehr Neuzugänge hat. «Was sollen wir denn machen?», fragte er nach dem Spiel gegen Alkmaar. «Dazu musst du auch ein bisschen was im Portemonnaie haben. Aber vielleicht gehen wir an unserem freien Nachmittag mal auf den türkischen Basar und finden dort noch einen Stürmer.»

Der FC Augsburg glaubt das nach der Verpflichtung von Dong-Won Ji nicht mehr nötig zu haben. «Der wird uns gefährlicher machen», sagte Reuter über den Neuzugang vom AFC Sunderland. Jis großer Vorteil ist, dass er bei seinem neuen Club einen engen Freund und Landsmann angetroffen hat, der ihm bei der Integration hilft (Ja-Cheol Koo). Statt ins Hotel ist Ji in Augsburg erst einmal zu Koo gezogen.

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