Kölns Trainer Frank Schaefer muss in Belek auf Lukas Podolski verzichten.
Kölns Trainer Frank Schaefer muss in Belek auf Lukas Podolski verzichten.

Kölns Trainer Frank Schaefer muss in Belek auf Lukas Podolski verzichten.

dpa

Kölns Trainer Frank Schaefer muss in Belek auf Lukas Podolski verzichten.

Belek (dpa) - Lokalheld und bester Spieler ist er bereits, jetzt soll Lukas Podolski beim 1. FC Köln auch noch Kapitän werden. Es gilt als offenes Geheimnis, dass Trainer Frank Schaefer den Nationalspieler noch im Trainingslager in Belek zum Nachfolger von Youssef Mohamad ernennen wird.

Damit ist der Total-Umbau mitten im Abstiegskampf komplett. Vier neue Spieler hat der Tabellen-16. der Fußball-Bundesliga in der Winterpause verpflichtet, von bis zu acht Profis möchte er sich trennen. Podolski wird ein völlig anderes Team aufs Feld führen, als das Mohamad in der Hinrunde noch tat.

«Die Neuen haben sich sehr gut eingefügt, unser Kader ist jetzt homogener», sagte Trainer Schaefer. «Wir haben uns auf den Positionen verstärkt, auf denen wir nicht so breit aufgestellt waren.» Der frühere Bayern-Torwart Michael Rensing soll den in die USA gewechselten Faryd Mondragón ersetzen, Christian Eichner von 1899 Hoffenheim die Probleme auf der linken Seite lösen. Der Pole Slawomir Peszko kam für das offensive Mittelfeld, der Japaner Tomoaki Makino kann ab Februar überall in der Abwehr eingesetzt werden.

«Sie alle bringen sich ins Team ein, fordern sich selbst und beschäftigen sich Tag und Nacht mit Fußball», lobte Schaefer. «Da haben wir zu wenige Spieler von. Wir hoffen, durch die Neuen Stück für Stück die Mentalität der Mannschaft verändern zu können.»

Die hat dem Trainer in der Hinrunde nicht gefallen. Mit Mühe schleppte sich der FC auf den Relegationsplatz. Nach Mondragon sollen deshalb auch noch Manasseh Ishiaku, Adil Chihi, Andrézinho und Konstantinos Giannoulis gehen, die Talente Daniel Brosinski, Reinhold Yabo und Christopher Buchtmann werden eventuell ausgeliehen.

Der Totalumbau beim FC setzt sich auch in anderen Bereichen fort. Mit Volker Finke kommt zum 1. Februar ein neuer Sportdirektor, in Andreas Marlovits hat sich Schaefer einen Sportpsychologen an die Seite geholt. «Wir müssen im Hinblick auf den Klassenerhalt jede Möglichkeit nutzen», sagte der Trainer. Deshalb möchte er auch einen neuen Mannschaftsrat wählen lassen und Aushängeschild Podolski noch mehr in die Verantwortung nehmen. «Es wäre eine Ehre für mich, Kapitän des 1. FC Köln zu sein», sagte der Stürmer dem «Express». Podolski musste in Belek wegen Schmerzen im Fuß vorerst pausieren.

Alles auf den Kopf zu stellen, birgt mitten in einer Saison aber auch Risiken. Schaefer selbst spricht von einem «schmalen Grat». Er hat nur wenig Zeit, verhältnismäßig viele Neuzugänge zu integrieren, die dem Verein im Abstiegskampf dann auch noch sofort weiterhelfen müssen. «Es ist nicht einfach, im Winter in eine neue Mannschaft zu kommen. Wir müssen es schaffen, zu einer Einheit zusammenzuwachsen», meinte Eichner. Flügelflitzer Peszko macht sich da weniger Sorgen: «Ich bin mir bewusst, dass in Köln eine hohe Erwartungshaltung herrscht. Aber auch in Polen hatte ich Druck, weil von meinem Verein (Lech Posen) immer die Meisterschaft erwartet wurde», sagte er.

In Belek teilt sich der FC das Hotel ausgerechnet mit einem seiner größten Konkurrenten im Abstiegskampf: dem VfB Stuttgart. «Natürlich tauschen sich Bruno Labbadia und ich immer wieder kurz aus», meinte Schäfer. «Aber sonst hat jeder genug mit seiner Mannschaft zu tun.»

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