Gotoku Sakai will sich beim VfB Stuttgart etablieren. Foto: Franziska Kraufmann
Gotoku Sakai will sich beim VfB Stuttgart etablieren. Foto: Franziska Kraufmann

Gotoku Sakai will sich beim VfB Stuttgart etablieren. Foto: Franziska Kraufmann

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Gotoku Sakai will sich beim VfB Stuttgart etablieren. Foto: Franziska Kraufmann

Stuttgart (dpa) - Von allen zehn Japanern, die aktuell in der Fußball-Bundesliga spielen, dürfte sich Gotoku Sakai am schnellsten eingewöhnen. Der Neuzugang des VfB Stuttgart hat eine deutsche Mutter und eine Oma, die in Nürnberg lebt.

«Ein gutes neues Jahr! Ich freue mich, dass ich beim VfB spielen darf», sagte der 20 Jahre alte Außenverteidiger in fehlerfreiem, wenn auch einstudiertem Deutsch bei seiner offiziellen Vorstellung in Stuttgart.

Der VfB liegt mit diesem Transfer im Trend. So viele Japaner wie in dieser Saison standen zuvor noch nie zeitgleich in der Bundesliga unter Vertrag. «Japanische Spieler haben eine sehr gute Mentalität, sind sehr diszipliniert, lernwillig und hungrig», erklärte Sportdirektor Fredi Bobic. Seine Stuttgarter «sind mit japanischen Spielern ja fast rekordverdächtig besetzt», fügte er im Scherz hinzu. Denn Shinji Okazaki ist seit einem Jahr ebenfalls schon da.

Die Trefferquote bei Profis aus Nippon ist auf den ersten Blick nicht besser oder schlechter als bei Spielern von anderswo. Shinji Kagawa ist bei Borussia Dortmund zum Superstar geworden, Kisho Yano dagegen bekam beim SC Freiburg gerade erst den dringenden Rat, sich einen neuen Verein zu suchen. Dennoch ist es kein Zufall, dass auch Takashi Usami (FC Bayern), Makoto Hasebe (Wolfsburg), Tomoaki Makino (Köln), Atsuto Uchida (Schalke), Hajime Hosogai (Augsburg) und Yuki Otsu (Mönchengladbach) gerade jetzt nach Deutschland geholt wurden.

Japanische Spieler sind in der Regel günstiger zu haben als brasilianische oder argentinische. Dank der Einführung der J-League, erzählt Bobic, «ist im japanischen Fußball sehr viel passiert in den letzten 10 bis 20 Jahren. Es braucht seine Zeit, bis eine gute Generation herangewachsen ist. Aber jetzt ist dieser Markt erschlossen und für die Bundesliga sehr interessant.»

Der Sportdirektor des VfB war seit seinem Amtsantritt im Juli 2010 schon mehrfach auf Beobachtungstour im Land des Asienmeisters. Er weiß, dass dort umgekehrt auch die Bundesliga einen hohen Stellenwert genießt. In Italien, England oder Spanien spielt aktuell jedenfalls kein Stammspieler der japanischen Nationalelf. «Ich habe die Bundesliga zu Hause im Fernsehen gesehen», bestätigte Gotoku Sakai am Dienstag. «Die Liga hat ein gutes Niveau und auch Shinji (Okazaki) hat mir viel erzählt. Die Entscheidung war für mich nicht schwierig.»

Die Stuttgarter sind stolz darauf, einen beidfüßigen Spieler gefunden zu haben, der «auf mindestens zwei, vielleicht sogar auf drei oder vier verschiedenen Positionen spielen kann», wie Bobic verriet. Sie haben Sakai bis 2013 von Albirex Niigata ausgeliehen und können ihn anschließend per Kaufoption fest verpflichten.

Aber selbst ein derart hochgelobtes Talent mit «unheimlich guter Perspektive» (Bobic) bekommt die Entwicklung des japanischen Fußballs auch auf eine andere Art zu spüren. Sakai hat noch kein einziges A-Länderspiel bestritten und muss sich in Stuttgart erst für die ganz große Fußball-Bühne empfehlen. «Ich würde gern entweder an der WM 2014 oder an den Olympischen Spielen 2012 teilnehmen», sagte er. Die Konkurrenz im eigenen Land ist aber groß. In Hiroshi Kiyotake steht der nächste junge Japaner kurz vor dem Sprung nach Europa. An dem 22 Jahre alten Mittelfeldspieler ist der 1. FC Nürnberg interessiert.

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