Verhandlungen
Der HSV soll Gespräche mit DFB-Sportdirektor Matthias Sammer führen.

Der HSV soll Gespräche mit DFB-Sportdirektor Matthias Sammer führen.

dpa

Der HSV soll Gespräche mit DFB-Sportdirektor Matthias Sammer führen.

Hamburg (dpa) - Die Gerüchte um eine mögliche Verpflichtung von Matthias Sammer als Sportdirektor des HSV haben zum Rückrundenauftakt kurzzeitig für mächtig Wirbel gesorgt.

Das «Hamburger Abendblatt» und die «Bild»-Zeitung berichteten unisono, es habe erste konkrete Verhandlungen des Bundesligisten mit dem 43-Jährigen gegeben. Während die Vereins-Verantwortlichen schweigen, wies DFB-Präsident Theo Zwanziger alle Spekulationen über einen sich anbahnenden spektakulären Job-Wechsel Sammers zurück.

Erst am Abend sorgte Sammer dann selbst für Klarheit. Gespräche mit Verantwortlichen des Hamburger SV dementierte er nicht explizit. Ein Abschied vom Posten des DFB-Sportdirektors kommt für den Ex-Profi aber derzeit nicht infrage. «Kontakte gibt es seit vier Jahren, mal intensiver mal weniger intensiv. Das ist normal in dieser Branche», sagte Sammer als Experte des TV-Senders «Sky», ohne konkret über das angebliche HSV-Angebot zu sprechen.

Sammer betonte das gute Verhältnis zu den DFB-Verantwortlichen Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach. «Wir haben eine einfache Vereinbarung und absolutes Vertrauen. Wenn irgendwie der Zeitpunkt gekommen ist, spreche ich zuerst mit den beiden», sagte Sammer. So hatte sich zuvor auch DFB-Präsident Zwanziger geäußert. «Wie ich Matthias kenne, würde er mich bei ernsthaften Gesprächen informieren», sagte er der Zeitung «Die Welt».

DFB-Generalsekretär Niersbach verwies auf die «Verabredung»: «Er wird sich bei uns melden, falls er Veränderungspläne hat. Dies ist eindeutig nicht der Fall, deshalb müssen wir auch nicht weiter darauf eingehen.» Beim HSV herrschte Funkstille: «Wir kommentieren keine Gerüchte», sagte Sprecher Jörn Wolf.

Sammer konzentriert sich also weiter auf seinen DFB-Job. Am Wochenende will er sich am Rande der Bundesliga-Trainertagung in Frankfurt am Main mit Bundestrainer Joachim Löw treffen. «Ich habe das heute Morgen auch nur gelesen, mehr kann ich auch nicht sagen. Er hat ja einen längerfristigen Vertrag. Ich weiß nicht, ob Gespräche stattgefunden haben», sagte Löw der Nachrichtenagentur dpa über den Sammer-Wirbel. Thema zwischen den Führungskräften des DFB wird auch der Umgang mit der U-21-Auswahl und dessen Führung um Trainer Rainer Adrion sein.

Der HSV wird weiter suchen müssen. Der wichtige Posten des Sportchefs gilt seit dem Abschied von Dietmar Beiersdorfer als nicht adäquat besetzt. Der ehemalige Innenverteidiger Bastian Reinhardt, der im Sommer nach der Absage von Urs Siegenthaler als Notlösung eingesetzt wurde, erscheint noch als zu unerfahren.

Der Vorstandsvorsitzende Hoffmann, der seit Monaten reichlich Gegenwind im eigenen Verein zu spüren bekommt, hat signalisiert, dass er neben sich einen starken Vorstand mit Fußball-Sachverstand tolerieren würde. Zudem wäre er aus der Schusslinie und könnte auf eine Verlängerung seines zum Ende des Jahres auslaufenden Vertrages hoffen.

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