Thomas Müller kritisiert die mangelnde Chancenverwertung im Spiel gegen Leverkusen. Foto: Marius Becker
Thomas Müller kritisiert die mangelnde Chancenverwertung im Spiel gegen Leverkusen. Foto: Marius Becker

Thomas Müller kritisiert die mangelnde Chancenverwertung im Spiel gegen Leverkusen. Foto: Marius Becker

dpa

Thomas Müller kritisiert die mangelnde Chancenverwertung im Spiel gegen Leverkusen. Foto: Marius Becker

Leverkusen (dpa) - Nach dem Scheibenschießen ohne jeden Treffer fliegt Bayern München mit einer gehörigen Portion Frust zu Real Madrid.

«Ich bin stinkig», sagte Thomas Müller nach dem 0:0 bei Bayer Leverkusen: «Dieses Spiel hätten wir gewinnen müssen. Aber unsere Chancenverwertung war fatal.»

So geriet die Nullnummer gegen harmlose und zudem in der letzten halben Stunde auch noch in Unterzahl spielenden Leverkusener (Gelb-Rot gegen Tin Jedvaj) zum Stimmungskiller - und das drei Tage vor dem wichtigsten Spiel der Saison. Denn auch ohne den zuletzt verletzten und diesmal gesperrten Torjäger Robert Lewandowski wollten sich die Bayern eigentlich Selbstbewusstsein für die schwere Mission in Madrid holen. Doch selbst elf Schusschancen innerhalb des Strafraums brachten keinen Ertrag.

So gesehen war es trotz klarer Überlegenheit eine irgendwie missglückte Generalprobe für das Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League beim Titelverteidiger. Dort müssen die Bayern auch noch ein 1:2 aufholen. «Aber wir brauchen kein Wunder wie es beispielsweise Barcelona gegen Paris gebraucht hat», erklärte Müller, der als Lewandowski-Ersatz in vorderster Front wieder einmal glücklos agierte: «Von daher werden wir mutig spielen.»

Und auch Kapitän Philipp Lahm, der in Leverkusen die größte aller Chancen vergab, zeigte sich selbstbewusst. «Wir haben keine gute Ausgangslage und sind deshalb jetzt der Außenseiter», meinte er: «Aber wir haben schon oft bewiesen, dass wir auch in der Champions League überall gewinnen können. Wir müssen und werden alles in die Waagschale werfen.»

Dabei, so versprach er, werden die Bayern keineswegs kopflos spielen. «Das Schönste wäre, in Führung zu gehen. Denn dann bräuchten wir nur noch eins», erklärte Lahm: «Aber es ist egal, wann das passiert. Das muss nicht nach zehn Minuten sein. Wir haben 90 Minuten Zeit.» Daran, dass er im Falle eines Ausscheidens am Dienstag angesichts des bevorstehenden Karriere-Endes sein letztes Champions-League-Spiel bestreiten würde, denkt er nach eigener Auskunft «überhaupt nicht».

Entscheidend für die Chancen der Münchner wird auch die personelle Situation sein. Lewandowski wird wohl zurückkehren, das ist essenziell wichtig. «Er ist ein Killer vor dem Tor, der uns gefehlt hat», sagte Torhüter Manuel Neuer. Franck Ribéry wurde in Leverkusen nur geschont. Die beiden Weltmeister Jerome Boateng und Mats Hummels, die im Normalfall die Innenverteidigung bilden, sind aber noch fraglich.

In dieser Hinsicht nutzte Ancelotti das Spiel gegen Leverkusen zum Experimentieren. Er begann mit Javi Martínez und David Alaba innen, zog später Joshua Kimmich zurück. Doch defensiv wurden die Bayern gar nicht groß gefordert. Das wiederum wertete der sonst so verärgerte Müller als positives Zeichen. «Man hat gesehen, dass wir, egal in welcher Verletzungslage, eine schlagkräftige Mannschaft zusammenhaben. Ich kann mich an Jahre erinnern, da sind wir mit 20 topfitten Spielern nach Leverkusen gefahren und hatten deutlich mehr Probleme.»

Und auch Lahm wollte die personellen Sorge nicht als Ausrede gelten lassen. «Egal, wer am Ende ins Spiel geht: Alle haben die Qualität und die Berechtigung, im Champions-League-Viertelfinale zu spielen.» Sie müssen nur auch mindestens zwei Tore schießen.

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