Ratlos
Auch Hannovers Lars Stindl ärgerte das Remis gegen den FSV Mainz. Foto: Ole Spata

Auch Hannovers Lars Stindl ärgerte das Remis gegen den FSV Mainz. Foto: Ole Spata

dpa

Auch Hannovers Lars Stindl ärgerte das Remis gegen den FSV Mainz. Foto: Ole Spata

Hannover (dpa) - Missmutig stapften die Profis von Hannover 96 in die Kabine. Die ambitionierten Niedersachsen, bei denen gerne und viel über den Fußball-Europapokal geredet wird, schoben nach dem 1:1 gegen Mainz 05 reichlich Frust.

«Uns kotzt es an, dass wir nur ein Remis geholt haben», schimpfte Offensivspieler Leonardo Bittencourt. Nationalkeeper Ron-Robert Zieler klagte: «Mich macht das wahnsinnig.» Nur ein Punkt aus zwei Spielen war auch Abwehrchef Christian Schulz nach dem mageren Rückrundenstart zu wenig.

Dirk Dufner konnte die triste und unterkühlte Stimmung nicht aufheitern. «Das ist total ärgerlich», erklärte der 96-Manager. «Wir haben viele gute Chancen liegen gelassen und zu fahrig gespielt. Nicht jeder Spieler hat seine Leistung gezeigt. Am Samstag in Hamburg müssen wir das besser machen», analysierte Dufner. Er warnte aber auch vor Panikmache. «Eigentlich ist nichts passiert», sagte er mit Blick auf die Tabelle.

In den vergangenen acht Begegnungen hat das Team von 96-Trainer Tayfun Korkut nur einmal als Sieger den Platz verlassen. Dennoch stehen 25 Punkte auf dem Konto. «Wir sind nicht so weit weg von Europa, aber auch nicht von der gefährdeten Zone. Wir sind in der Mitte», stellte Korkut fest. Genau das macht den nur noch 30 500 Zuschauern, die am Dienstagabend bei empfindlicher Kühle ins Stadion kamen, keinen Spaß.

Nach einer ordentlichen ersten Halbzeit und der verdienten Führung durch Jimmy Briand (26. Minute) kippte das Spiel. Die Mainzer, die anfangs ein Fehlpass-Festival ablieferten, unterstrichen im zweiten Durchgang ihre verbesserte Form. Der Lohn war der Ausgleich durch Elkin Soto (77.). «Da haben wir mit Dominanz und Kontrolle gespielt, so wie ich mir das vorstelle», kommentierte 05-Trainer Kasper Hjulmand das zehnte Saison-Unentschieden.

Mit 22 Punkten steht sein Team, in dem Torjäger Shinji Okazaki wegen Muskelproblemen ausgefallen war, am Rande der Abstiegszone. Nach der 5:0-Gala gegen Paderborn waren die Profis froh über den Auswärtspunkt, warnten aber vor Karnevals-Euphorie. «Wir hatten auch etwas Glück», sagte Verteidiger Niko Bungert. «Wenn man drei Spiele in Folge ohne Niederlage übersteht, ist in Mainz immer Fastnacht.»

Sportdirektor Christian Heidel war ebenfalls zufrieden. «Ein Sieg wäre vielleicht ein bisschen zu viel des Guten gewesen», sagte Heidel. Er richtete den Blick auf das Samstag-Match gegen Hertha BSC. «Das ist ein Spiel auf Augenhöhe», sagte der Manager. Er möchte noch etwas mehr in der Tabelle klettern: «Wir stehen da, wo wir stehen. Wir sind aber auf einem guten Weg, das zu korrigieren.»

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