Ratlos
Wolfsburgs Trainer Steve McClaren nach der Pokal-Pleite gegen Cottbus.

Wolfsburgs Trainer Steve McClaren nach der Pokal-Pleite gegen Cottbus.

dpa

Wolfsburgs Trainer Steve McClaren nach der Pokal-Pleite gegen Cottbus.

Wolfsburg (dpa) - Bauernopfer statt Trainerwechsel: Das England- Experiment mit Steve McClaren läuft weiter, stattdessen geht es den Spielern des VfL Wolfsburg an den Kragen.

Der erste Coach von der Insel in der Fußball-Bundesliga bleibt vorerst im Amt und soll den deutschen Meister von 2009 mit einem härteren Kurs wieder auf Vordermann bringen. «Wir erwarten von den Trainern, dass sie mit aller Konsequenz handeln und Fehlverhalten auf und neben dem Platz ahnden», sagte Manager Dieter Hoeneß nach einer mehrstündigen Krisensitzung.

Mit dem Rauswurf der Reservisten Karim Ziani und Caiuby reagierten die Niedersachsen auf die peinliche 1:3-Pokalpleite am Mittwochabend gegen den Zweitligisten Energie Cottbus. Konsequenzen für McClaren und seinen Co-Trainer Pierre Littbarski gab es zunächst nicht. Der bislang glücklose McClaren soll nach der Winterpause am 2. Januar mit einem verjüngten VfL-Team ins Trainingslager nach Marbella fahren.

Anstelle von Ziani, der in dieser Saison lediglich fünfmal zum Einsatz kam und Caiuby, der gar nicht berücksichtigt wurde, reisen vier Nachwuchsspieler mit nach Spanien. Dies soll nur ein erstes Signal an das Team um Kapitän Edin Dzeko sein, dass sich auf weiteren, hochkarätigeren Positionen verändern könnte. «Wir werden aufräumen. Es wird Veränderungen im Kader und im Trainerstab geben», kündigte Hoeneß an. Ob etwa Dzeko in der Rückrunde noch zum VfL gehört, ist offen. Gerüchte über das Interesse von Manchester City halten sich hartnäckig.

Die Konsequenz für das Trainerteam bezieht sich bis auf weiteres jedoch nur auf die Installation eines neuen Reha-Trainers: Oliver Mutschler. Der Club versicherte, dass McClaren auch in der Rückrunde beim ersten Spiel gegen Bayern München am 15. Januar auf der Bank sitzen werde.

Noch am Morgen hatte alles nach dem vierten Trainerwechsel der Saison ausgesehen. Der VfL befand sich nach dem blamablen Pokal-Aus gegen den Zweitligisten im Schockzustand. «Ich denke, dass wir ganz unten angekommen sind», hatte McClaren nach dem Spiel bekannt. «Da kann man nicht zur Tagesordnung übergehen. Das ist ein deutlicher Rückschlag, das muss zu denken geben», hatte auch der sichtlich angeschlagene Manager geäußert.

Am Tag danach gestand der 58-Jährige indirekt auch sein eigenes Scheitern ein: «Mit dieser Mannschaft ist in ihrer Zusammensetzung kein dauerhafter Erfolg mehr möglich.» Hoeneß hatte seit seinem Amtsantritt vor knapp einem Jahr bereits mehr als 40 Millionen Euro in das Team investiert. Ohne Erfolg. Das Saisonziel Europapokal- Qualifikation ist angesichts von zehn Punkten Rückstand auf Platz fünf in der Liga fraglicher denn je.

Ob es im Winter weitere Millionen-Transfers gibt, ist noch ungewiss. «Wir werden vor allem im nächsten Sommer den Neuaufbau einer Erfolgsmannschaft vorantreiben. Jetzt im Winter ist es schwierig, aber wir werden uns im Rahmen der Möglichkeiten bemühen», sagte Hoeneß.

McClaren selbst hatte Konsequenzen angekündigt und damit Hoeneß offenbar überzeugt. «Ich denke, es braucht ein paar Veränderungen in diesem Club. Die können auch drastisch sein», hatte McClaren gesagt. Nun hieß es, man werde auch vor «großen Einschnitten» nicht zurückschrecken. «Es bleibt von unserer Seite nichts unversucht, bis die Spieler endlich dauerhaft ihre Leistung abrufen», sagte Hoeneß.

McClaren ist bereits der dritte Coach nach Armin Veh und Lorenz- Günther Köstner, der sich seit dem überraschenden Titel 2009 in Wolfsburg versucht.

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