SC-Leader
Cedrick Makiadi ist eine wichtige Stütze im Spiel des SC Freiburg. Foto: Emily Wabitsch

Cedrick Makiadi ist eine wichtige Stütze im Spiel des SC Freiburg. Foto: Emily Wabitsch

dpa

Cedrick Makiadi ist eine wichtige Stütze im Spiel des SC Freiburg. Foto: Emily Wabitsch

Freiburg (dpa) - Das Spiel zwischen dem VfL Wolfsburg und dem SC Freiburg ist für Cedrick Makiadi etwas ganz Besonderes: Er trifft mit seinem neuen Verein auf seinen alten Verein. Der Unterschied ist nur: In Wolfsburg war er früher ein Lehrling. In Freiburg ist er jetzt ein Leader.

Beim Sport-Club vertritt der im Kongo geborene Mittelfeldspieler zurzeit den verletzten Julian Schuster als Kapitän, denn Makiadi gilt im Breisgau als Musterprofi. Er kommt als einer der Ersten und geht als einer der Letzten. Er gilt auf dem Platz als hochbegabt, man sagt ihm aber auch nach, ein bescheidener und überaus fairer Sportsmann mit hoher Sozialkompetenz zu sein. So ist er in Freiburg mit 27 Jahren ganz oben angekommen in der sogenannten Hierarchie. «Es ist schon so, dass ich mehr Verantwortung übernommen habe», sagt er.

Nach den Chaos-Tagen beim Sport-Club, der sich in der Winterpause personell völlig neu aufgestellt hat, war das vielleicht auch nötig. «Er geht immer voraus, die jüngeren Spieler orientieren sich an ihm und das ist gut so», sagt der neue Trainer Christian Streich. Makiadi wählt keine übertriebenen Worte, wirkt bescheiden und hat keine großen Gesten nötig. Dass er einen Mitspieler auf dem Platz medienwirksam zusammenstaucht, ist nicht vorstellbar.

«So, wie er auf dem Platz auftritt, so ist er auch außerhalb. Mit welcher Einstellung und mit welchem Eifer er dabei ist, das ist vorbildhaft», lobt Streich. Seit Makiadi in Freiburg ist, hat er nur eine einzige Bundesliga-Partie verpasst: wegen einer Gelbsperre. Einen Platzverweis hat er in der Bundesliga noch nie kassiert.

Beim 2:2 gegen Werder Bremen erzielte der technisch versierte und flexibel einsetzbare Offensivspieler zuletzt sein drittes Saisontor. Das Spiel in Wolfsburg am (heutigen) Freitag ist für ihn aber noch wesentlich bedeutsamer. In der Saison 2005/06 rettete er seinen Ex-Verein vor dem Abstieg. Wahrscheinlich wäre der VfL drei Jahre später nie deutscher Meister geworden, wenn er Makiadi damals nicht gehabt hätte. Am letzten Spieltag wurde er im Abstiegs-Endspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern beim Stand von 0:1 eingewechselt. Ein Tor erzielte Makiadi danach selbst, das zweite bereitete er vor. Die Partie endete 2:2, anstelle des VfL musste der FCK in die 2. Liga.

«Es wird für mich immer etwas Besonderes sein, gegen Wolfsburg zu spielen», meint Makiadi. Dass er damals keine Zukunft mehr beim VfL hatte, wurmt ihn keineswegs. «Ich muss niemandem mehr etwas beweisen. Auch Felix Magath nicht. Ich glaube sagen zu können, mittlerweile ein gestandener Bundesliga-Spieler zu sein.»

Vor seiner Zeit in Freiburg hatte ihn der VfL an den MSV Duisburg ausgeliehen. Dort wurde Makiadi im Sturm eingesetzt und erzielte in einer Saison 16 Tore. Beim Sport-Club hilft er zurzeit eher vor der Abwehr aus, sieht aber auch das ganz wie ein Teamplayer. «Ich selbst schätze meine Leistungen nicht nur anhand von erzielten Toren ein, sondern wie man der Mannschaft helfen kann», meint Makiadi.

Diese Flexibilität ist eine Freiburger Stärke, sogar im Verlust von Torjäger Papiss Cissé sieht Makiadi deshalb etwas Positives. «Das kann insofern gut sein, dass es uns unberechenbarer macht. Jetzt muss sich der Gegner auf mehr als einen Spieler konzentrieren», meint er. Makiadi ist sich sicher: «Wir haben die Qualität, um den Klassenerhalt zu schaffen.» Ganz so, wie damals in Wolfsburg.

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