Die Spieler von Mainz jubeln. Nach dem 2:1 gegen Freiburg sind sie wieder spitze.
Die Spieler von Mainz jubeln. Nach dem 2:1 gegen Freiburg sind sie wieder spitze.

Die Spieler von Mainz jubeln. Nach dem 2:1 gegen Freiburg sind sie wieder spitze.

dpa

Die Spieler von Mainz jubeln. Nach dem 2:1 gegen Freiburg sind sie wieder spitze.

Freiburg (dpa) - Der erneute Traumstart seiner Mannschaft hatte für Thomas Tuchel nur einen kleinen Beigeschmack. Der Chefcoach von Mainz 05 geriet schon während des hart erarbeiteten 2:1 (0:0)-Erfolgs in Freiburg mit dem Co-Trainer des Sportclubs aneinander.

Es ging um eine strittige Schiedsrichter-Entscheidung, nach dem Abpfiff setzten beide ihren Disput im Kabinengang noch kurz fort. Auch das zeigte: Zwei Vereine, die eigentlich vieles verbindet, entwickeln sich gerade stetig auseinander. Mainz und Freiburg sind vor drei Jahren gemeinsam in die Fußball-Bundesliga zurückgekehrt und arbeiten dort nach einer ähnlichen Philosophie.

Doch dass die Mainzer schon wieder mit zwei Siegen in eine neue Saison gestartet sind, dass sie nach einem neuen Stadion nun auch noch mit erstem Erfolg eine neue Mannschaft aufbauen - das kann einen in Freiburg schonmal neidisch werden lassen. Denn dort wartet Marcus Sorg noch immer auf seinen ersten Sieg als Profitrainer. Und auch die Abhängigkeit vom neuen Rekordtorjäger Papiss Demba Cissé wird immer größer.

Tuchel war nach diesem «super Ergebnis» sehr zufrieden. «Das gibt uns viel Vertrauen», sagte er. Der 38-Jährige war angesichts der neun Zu- und sieben teils namhaften Abgänge nicht ohne Skepsis in die Saison gegangen. Noch am Samstag erklärte er: «Ich weiß nicht, wo wir stehen. Denn ich weiß nicht, wo das Limit dieser Mannschaft ist.»

Bei sieben Auftaktsiegen vielleicht, so wie vor einem Jahr? «Nein», sagte Marcel Risse, «wir fangen nicht an zu zählen. Das war ein heftiger Umbruch, den wir hatten. Da brauchen wir noch ein paar Spiele, um uns zu finden.» Der Flügelflitzer schoss das 1:0 für die Mainzer (64.) und belohnte damit genau wie Eric Choupo-Moting (79.) eine enorme Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit.

Da zeigten die 05-er genau jene Leidenschaft und Lernfähigkeit, die einem über die Anfangsschwierigkeiten eines solchen Neuaufbaus hinweg helfen können. Immer wieder hatte Tuchel betont, dass sich die neuen Spieler erst an den Mainzer Stil gewöhnen müssen. «Aber dadurch, dass sich jeder völlig verausgabt und weiß, was es bedeutet, das Mainzer Trikot zu tragen, haben wir schon viel erreicht», meinte der Coach. «Das ist eine gute Basis, auf der wir aufbauen können.»

Torschütze Risse glaubt sogar, dass dieser Start auch etwas mit dem Europa-League-K.o. in Medias zu tun hat. «Vielleicht hat uns das beflügelt», sagte er. «Das war erstmal ein Schock, hat uns aber auch zusammengeschweißt. Wir haben uns gesagt: Jetzt erst recht.»

Auf diesen Effekt hoffen nun auch die Freiburger. «Leider konnten wir uns für dieses mutige und engagierte Spiel nicht belohnen», sagte der enttäuschte Sorg. «Aber das war ein guter Ansatz, den wir fortführen müssen. Dann kommen irgendwann auch die Punkte.» Auch Kapitän Heiko Butscher meinte trotzig: «Die Bundesliga ist wie ein Marathonlauf. Auch wenn die ersten zwei Schritte noch etwas holprig sind, kann es am Ende trotzdem noch ein guter Lauf werden.»

Das einzige Tor für den SC schoss wieder einmal Cissé (90.+1), der nun mit 30 Treffern alleiniger Rekordtorschütze der Freiburger Bundesliga-Geschichte ist. Viel entscheidender war allerdings, dass der Senegalese zuvor entgegen sonstiger Gewohnheiten gleich mehrere gute Chancen vergeben hatte. Die Freiburger haben eben niemanden in ihren Reihen, der in solchen Fällen für ihn einspringen kann.

Mainz 05 hat sich nach dem Verlust von André Schürrle mit Nationalspielern aus Kamerun (Choupo-Moting) oder Österreich (Baumgartlinger) verstärkt. Ob der SC das im Fall Cissé auch noch tun muss, ist weiter offen. «Meine Berater arbeiten fieberhaft. Ich hoffe, dass ich die richtige Entscheidung treffe», sagte er im ZDF.

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