Der Bald-Nationalspieler sprüht vor Spielfreude und rettet Leverkusen einen Punkt. Torhüter Leno patzt.

Leverkusen. Es gab Stimmen, die die von Bundestrainer Joachim Löw ausgesprochene Einladung für Karim Bellarabi lediglich als Strategie bewerten, den offensiven Mittelfeldspieler von Bayer Leverkusen nicht an die Nationalmannschaft von Marokko zu verlieren. Eine Minute in den beiden EM-Qualifikationsspielen gegen Polen und Irland würde reichen, dann bliebe Bellarabi dem DFB erhalten.

Es könnten einige mehr werden. Der Deutsch-Marokkaner bewies seine Klasse am Samstag prompt in der Bundesliga. Eine Torvorlage und der Treffer zum 2:2 in der 90. Minute retteten der müde wirkenden „Werkself“ gegen den kecken Aufsteiger SC Paderborn einen Punkt.

Bellarabi sprühte vor Spielfreude, attackierte, bot sich immer wieder an und konnte mit Tempo sowie Zug zum Tor überzeugen. „Viele bei uns brauchen eine Pause, aber Karim freut sich sicher, dass er keine hat“, sagte Leverkusens Geschäftsführer Michael Schade.

„Es würde mich freuen, wenn ich diese eine Minute spielen könnte“

Heute Abend trifft Bellarabi zum ersten Mal beim Nationalteam ein, und die Freude darüber scheint ihm Flügel zu verleihen. „Ich liebe Marokko und habe viel mit meiner Familie über das Thema geredet. Aber meine Mutter ist Deutsche, und ich bin hier geboren. Also habe ich mich entschieden. Es würde mich nun freuen, wenn ich mindestens diese eine Minute spielen könnte“, sagte er.

Darauf wird ein anderer wohl noch einige Zeit warten müssen. Bernd Leno sammelte gegen Paderborn keine Argumente, um die Torhüter-Hierarchie beim amtierenden Weltmeister durcheinanderzuwirbeln. In Manuel-Neuer-Manier wollte er weit vor dem eigenen Strafraum klären, schlug dabei ein Luftloch und ermöglichte Koc das Paderborner 1:0 (20.). „Mein Spiel ist risikoreicher geworden, und heute ist das halt mal in die Hose gegangen“, sagte Leno.

Der 22-Jährige sorgte später mit zwei Glanzparaden dafür, dass dies nicht auch für die gesamte Partie galt. Ein 2:2 im Heimspiel gegen einen Neuling ist für die Ansprüche dennoch zu wenig. „Ich bin schon etwas enttäuscht“, sagte Geschäftsführer Michael Schade.

Zwar sorgt das Team von Trainer Roger Schmidt fast immer für viel Spektakel, doch es fehlt häufig die defensive Balance. So wäre es gegen Paderborn nach Hilberts Fehler vor dem 1:2 (Stoppelkamp, 87.) beinahe sogar komplett schief gegangen. Aber zum Glück gibt es ja noch Karim Bellarabi.

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