Zweckgemeinschaft
Das Bündnis von Patrick Helmes (l) und Trainer Felix Magath scheint keine Zukunft zu haben. Foto: Jens Wolf

Das Bündnis von Patrick Helmes (l) und Trainer Felix Magath scheint keine Zukunft zu haben. Foto: Jens Wolf

dpa

Das Bündnis von Patrick Helmes (l) und Trainer Felix Magath scheint keine Zukunft zu haben. Foto: Jens Wolf

Wolfsburg (dpa) - Die Zweckgemeinschaft von Patrick Helmes und Felix Magath funktioniert wieder. Als besonders nachhaltig gilt das Modell beim VfL Wolfsburg aber nicht.

Der Ex-Nationalstürmer darf beim Bundesligisten unter Trainer Magath wieder spielen und schießt Tore. «Trocken und humorlos», wie VfL-Torhüter Diego Benaglio anerkennend anmerkt. Das hat Helmes eigentlich immer getan, wenn er denn spielen durfte. Nur durfte er das eben lange Zeit nicht - trotz seiner Tore. Das Verhältnis zwischen dem launigen Straßenfußballer Helmes und dem humorlosen Disziplinfanatiker Magath gilt als schwierig. Im Sommer dürfte Helmes mal wieder zum Verkauf stehen.

Er sei ein «Sportschau-Typ», verriet der Siegerländer Helmes vor kurzem. Das soll so viel heißen wie: Helmes lässt sich gerne überraschen. Wenn Dinge schon feststehen, ignoriert er sie so lange, bis sie ihm präsentiert werden. So ähnlich war es auch im vergangenen November, als ihn Magath zu den Amateuren schickte.

«Seine Stärken sind der Torabschluss und die Chancenverwertung. Das sind nicht die Qualitäten, die wir im Moment in den Vordergrund stellen müssen», begründete dies der Trainer damals. Diese Formulierung brachte Magath viel Häme ein. Was er meinte: Helmes ist kein Spieler, der nach hinten mitarbeitet und der Mannschaft zu defensiver Stabilität verhilft. Genau die war aber damals vonnöten.

Warum Helmes deswegen direkt zu den Amateuren geschickt wurde, blieb offen. Hinter vorgehaltener Hand wurde in der Liga getuschelt, dies habe in Wirklichkeit an Widerworten des Spielers gelegen.

Nach der verstrichenen Wechselfrist im Winter, die Helmes nicht zu einem Transfer nutzen wollte oder konnte, wurde der 28-Jährige plötzlich begnadigt. Seit einigen Wochen darf er wieder regelmäßig ran und trifft. Auch dafür hat Magath eine scheinbar logische Begründung: «Wir spielen jetzt insgesamt besser, deshalb kommt auch Patrick besser zur Geltung. Er ist besser drauf und fühlt sich wohl.» Magath sagt oft Dinge, die in aktuell gültigen Situationen gerade passen. Widerspruch gibt es mehr für seine Taten als seine Worte. Dass der VfL möglicherweise auch deshalb erfolgreicher spielt, weil Helmes wieder spielt, sagt Magath nicht.

Helmes ist keiner, der sich über so etwas den Kopf zerbricht. «Im Fußball geht es immer sehr schnell. Erst war ich weg vom Fenster, jetzt bin ich erst mal wieder da», sagt er. So einfach ist das. Wie es im Sommer weitergeht, weiß noch niemand. Fakt ist, dass Magath seinen aktuell besten Stürmer zuletzt über das von ihm bevorzugte Presseorgan wieder auf dem Markt anbot. Helmes' Ex-Club 1. FC Köln, auch Eintracht Frankfurt sollen interessiert sein. Als Ablösesumme sind angeblich vier Millionen Euro aufgerufen.

«Momentan passt es. Was in naher Zukunft kommt, ist für mich uninteressant. Ich habe noch über zwei Jahre Vertrag, und der wird auch gültig sein, schätze ich», sagt Helmes. Er muss nicht wechseln. Die Verträge in Wolfsburg sind so gut dotiert, dass es sich jeder Spieler gut überlegt, ob er wirklich innerhalb der Bundesliga wechseln will. Wenn er denn spielt. Ein weiterer Konkurrent im Sturm steht zur neuen Saison dem Vernehmen nach bereits bereit. Ivica Olic soll von den Bayern kommen.

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