Bayer-Kapitän Simon Rolfes war nach der Niederlage in Freiburg bedient. Foto: Uwe Anspach
Bayer-Kapitän Simon Rolfes war nach der Niederlage in Freiburg bedient. Foto: Uwe Anspach

Bayer-Kapitän Simon Rolfes war nach der Niederlage in Freiburg bedient. Foto: Uwe Anspach

dpa

Bayer-Kapitän Simon Rolfes war nach der Niederlage in Freiburg bedient. Foto: Uwe Anspach

Freiburg (dpa) - Sami Hyypiä reagierte auf den Rückschlag gewohnt cool und ohne sichtbare Regung. «Natürlich bin ich enttäuscht. Wir wollten einen guten Rückrundenstart. Leider hat es nicht geklappt», sagte der finnische Coach nach der 2:3 (2:1)-Niederlage von Bayer 04 Leverkusen beim SC Freiburg.

Selbst der für spontane Ausbrüche bekannte Sportchef Rudi Völler kommentierte den nicht einkalkulierten Ausrutscher des Champions-League-Teilnehmers erstaunlich gelassen und emotionslos: «Manchmal muss man mit einem Punkt zufrieden sein. Am Ende haben wir vielleicht ein bisschen zu viel gewollt. Schade.»

Leverkusen verspielte durch die überraschende Pleite die Chance, Platz zwei in der Fußball-Bundesliga zu festigen und seine Verfolger zu distanzieren. So blieb es beim Vier-Punkte-Vorsprung auf Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund. Vom Riesenrückstand auf Bayern München ganz zu schweigen. Der souveräne Spitzenreiter ist nun schon zehn Punkte enteilt und kann diesen Vorsprung im Nachholspiel in Stuttgart am Mittwoch weiter ausbauen. Vom Titel spricht in Leverkusen aber ohnehin keiner. Bei der Werkself wäre wohl jeder zufrieden, angesichts der Münchner Übermacht am Saisonende wieder als «Vizekusen» verspottet zu werden.

«Ein Punkt hätte uns aufgrund der anderen Ergebnisse gereicht», trauerte Völler der vergebenen Möglichkeit nach, das Borussen-Duo etwas abzuhängen. «Das ist ärgerlich.» Hyypiä hingegen bezeichnete es als «nicht so wichtig», dass sein Team den Abstand auf die beiden Widersacher nicht vergrößern konnte. «Wichtig ist, dass wir uns konzentrieren und besser spielen.» Jetzt gelte es zu analysieren, was Bayer im nächsten Spiel gegen den VfB Stuttgart besser machen könne.

Ein paar Beispiele zählte der einstige Weltklasse-Innenverteidiger gleich auf: «Wir hatten in der zweiten Halbzeit zu viele Ballverluste und Freiburg gefährliche Konter ermöglicht.» Fatale Fehler, die die couragiert kämpfenden und auch spielerisch ordentlich mithaltenden Freiburger bestraften. Der Siegtreffer durch Felix Klaus (90. Minute) nach einem perfekten Querpass von Jonathan Schmid war die Krönung eines dieser Konter und für Bayer der krachende K.o. mit dem Schlussgong. «Das war ein kollektiver Fehler», stöhnte Gonzalo Castro.

Dabei hatte es nach der zweimaligen Führung durch Lars Bender (4.) und Kapitän Simon Rolfes (35.) sowie einer weitgehend überzeugenden Leistung im ersten Durchgang lange gut ausgesehen. Admir Mehmedi (27.) und Jonathan Schmid (53.) mit einem raffinierten Freistoß aus spitzem Winkel hatten zwar jeweils ausgeglichen, Leverkusen aber noch gute Möglichkeiten zur erneuten Wende.

«Wir hatten eigentlich genug Chancen zu gewinnen», urteilte Castro und dachte dabei auch an den Lattenknaller von Emre Can (9.). So aber kassierte der Tabellenzweite die dritte Niederlage hintereinander. Und das gegen die bislang so heimschwachen Badener, deren Fans den erst zweiten Saisonerfolg im Mage Solar Stadion noch Stunden nach dem Abpfiff feierten. Leverkusen hatte hier letztmals vor zehn Jahren verloren - ein trauriges Jubiläum.

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