LAST-MINUTE
In der zweiten Minute der Nachspielzeit kassierten die Hamburger den Ausgleich. Foto: Malte Christians

In der zweiten Minute der Nachspielzeit kassierten die Hamburger den Ausgleich. Foto: Malte Christians

dpa

In der zweiten Minute der Nachspielzeit kassierten die Hamburger den Ausgleich. Foto: Malte Christians

Berlin (dpa) - Ja, Fußball kann grausam sein. Für HSV-Trainer Josef Zinnbauer, für Leverkusen-Trainer Roger Schmidt, für Schalke-Trainer Roberto Di Matteo. Es muss furchtbar gewesen sein, sicher geglaubte Punkte in allerletzter Minute zu verlieren.

Der 22. Spieltag der Reihe nach:

DIE LAST-MINUTE-TORE

Hamburger SV - Borussia Mönchengladbach: Branimir Hrgota rettet den Punkt, auf den nicht mal mehr ein Gladbach-Fans so recht hoffen wollte. 90.+2 heißt es im Spielbericht. Ecke von Gladbachs Max Kruse, jede Menge hektische Leiber vor HSV-Torhüter Jaroslav Drobny, Hrgota steigt hoch, drin ist der Ball. Das davor ist schnell erzählt. Zoltan Stieber zeigt in 73. Minute, dass der HSV nach der 0:8-Klatsche gegen die Bayern doch noch gewinnen will. Auch den müden Gladbacher hilft das Remis nicht.

FC Augsburg - Bayer Leverkusen: «Bitterböse Strafe», kommentiert Bayer-Spieldirektor Rudi Völler das 2:2, das Augsburgs Torhüter Marwin Hitz in der 4. Minute der Nachspielzeit klarmacht. Was für ein grandioses Comeback! Drei Monate war Hitz verletzt. Enttäuscht ist Leverkusen-Trainer Schmidt über den zweiten Last-Minute-Rückschlag (4:5-Heim-Niederlage gegen Wolfsburg in der Nachspielzeit) in Serie: «Wir gehen da durch eine harte Schule.»

FC Schalke 04 - Werder Bremen: Torhüter mit Humor - Raphael Wolf lässt einen so mittelgefährlichen Schuss von Schalkes Talent Max Meyer in der 61. Minute unten durchflutschen. «Der Schuss war unhaltbar», sagt Wolf. Nach überstandener Verletzung gelingt dem eingewechselten Sebastian Prödl Sekunden vor dem Ende das 1:1. Bremen bleibt nach zuvor fünf Dreiern in der ersten Tabellenhälfte. Schalke dümpelt weiter zwischen den Europa-Pokal-Rängen hin und her.

BAYERISCHES SCHÜTZENFEST

SC Paderborn 07 - Bayern München: 8:0 gegen den Hamburger SV, 6:0 gegen Paderborn. «Das ist ganz großes Kino», sagt Kölns Trainer Peter Stöger, der mit seinen Mannen der nächste Gegner der Münchener ist. Wenn selbst der sonst überkritische Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer zufrieden ist, kann man den Kölnern nur alles Gute wünschen: «Wir haben nur noch ein kleines bisschen Luft nach oben.» Auf die Torjägerkanone kann Arjen Robben hoffen, der mit einem Doppelpack in Paderborn mit 16 Treffern auf Platz eins steht.

DORTMUNDER HOFFNUNGEN

VFB Stuttgart - Borussia Dortmund: Drei Siege in Serie. Dortmund ist wieder da. Es ist noch nicht die elegante, souveräne Borussia, aber die Truppe kann sich nach dem 3:2 gegen die Stuttgarter mit ein bisschen mehr Selbstbewusstsein beim Champions-League-Spiel gegen Juventus Turin am Dienstag präsentieren. Oder wie sagt der gerade zum Bleiben bewegte Marco Reus im «Kicker»: «Die Ruhe, die der BVB in der Krise nach innen und außen ausgestrahlt hat, zeigt die Stärke dieses Klubs.»

DEBÜT DES SPIELTAGS

Mainz 05 - Eintracht Frankfurt: Neue Besen kehren doch gut. Einstand nach Maß, heißt es gerne, wenn ein Trainer ausgewechselt wird und die Truppe unter dem neuen prompt siegt: Martin Schmidt auf der Bank der Mainzer hat's hingekriegt - der 3:1-Derbysieg gegen die Eintracht hat dem Schweizer sichtlich Spaß gemacht. Und Schmid zeigt im Sieg Größe: «Der Trainer vor mir hat nicht alles falsch gemacht.» Ein herzlicher Gruß an den geschassten Vorgänger Kasper Hjulmand.

JEDE MENGE GRAUBROT

SC Freiburg - TSG Hoffenheim: Ein hartes Stück Arbeit für Abstiegskandidat Freiburg ist das 1:1 gegen die 1899er. «Das Auftreten der Mannschaft war sehr ermutigend, aber es geht nur mit dieser Herangehensweise», verteilt Freiburgs Coach Christian Streich Lob für einen couragierten Kampf seiner Spieler.

1. FC Köln - Hannover 96: Tja, Hannover. So wird das nichts mit den Plätzen für die lukrativen Europa-Startplätze. Das 1:1 in Köln zeigt die Grenzen der Niedersachsen auf, noch immer kein Sieg im neuen Jahr. Für Köln, das einfach nicht zuhause gewinnen will, geht es am Freitag beim FC Bayern vor allem darum, dass eigene Tore zu vernageln.

BAST-DOST-FESTSPIELE

VfL Wolfsburg - Hertha BSC: Bas Dost hat es wieder getan. Der Niederländer netzt im Moment ein mit der Beständigkeit eines Schweizer Uhrwerks. Beim 2:1 (1:1)-Heimerfolg über die Berliner Hertha trifft er in der 10. und 74. Minute. Es waren die Tore sieben und acht für Dost binnen einer Woche. Die Wolfsburger haben als Tabellenzweiter nun zehn Punkte Vorsprung auf die Verfolger aus Mönchengladbach.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer