Trennung ausgeschlossen
Trainer Jos Luhukay agiert beim FC Augsburg mit Augenmaß. Foto: Peter Steffen

Trainer Jos Luhukay agiert beim FC Augsburg mit Augenmaß. Foto: Peter Steffen

dpa

Trainer Jos Luhukay agiert beim FC Augsburg mit Augenmaß. Foto: Peter Steffen

Augsburg (dpa) - Es könnte zum Lehrstück für andere Vereine werden. Mit seinem Kurs der Vernunft hat Bundesliga-Neuling FC Augsburg bislang allen Rückschlägen getrotzt und darf mehr denn je auf den Verbleib im Fußball-Oberhaus hoffen.

Dank der Erfolgserlebnisse gegen Abstiegskonkurrent Hertha BSC, Meister Dortmund und Mainz 05 haben die Schwaben nicht nur die Abstiegsränge verlassen, sondern rechtzeitig vor dem Saisonendspurt mächtig Selbstvertrauen getankt. «Wir glauben an uns und an die echte Chance auf den Klassenerhalt, den uns viele nicht zugetraut haben», betont FCA-Profi Daniel Baier vor den alles entscheidenden Wochen.

Von so viel Selbstbewusstsein können andere Vereine derzeit nur träumen. Der jüngste Höhenflug der Schwaben, die im vergangenen Sommer als 51. Club den Sprung in die Bundesliga geschafft hatten, kommt nicht von ungefähr. Auch in der Hinrunde, als der Club von Fußball-Größen wie Helmut Haller, Bernd Schuster und Karlheinz Riedle wiederholt Tabellenletzter war, gab sich der FCA nie auf. Trotz aller Nackenschläge agierte das Team von Coach Jos Luhukay mutig und beherzt - selbst gegen Rekordmeister FC Bayern München. Allein die Punkte fehlten.

Mit nur 15 Punkten ging es als Vorletzter in die Winterpause, doch beim Abstiegsanwärter blieb es - im Gegensatz zu anderen Wackelkandidaten - ruhig. «Luhukay kann 34 Spiele verlieren, und wir werden ihn nicht entlassen», hatte Augsburgs Vorstandsvorsitzender Walther Seinsch schon vor der Saison betont. Müde belächelt wurde der Neuling daraufhin von manchen, die Schwaben hielten aber tatsächlich Wort. «Während meiner Amtszeit kann ich eine Trennung von Jos Luhukay ausschließen», bekräftigte Manager Andreas Rettig, der den Verein zum Saisonende verlässt, jüngst im dpa-Interview noch einmal.

Dabei stand die erste Spielzeit des Traditionsvereins im Oberhaus lange unter keinem guten Stern. Erst am 9. Spieltag konnte Augsburg in Mainz seinen ersten Bundesliga-Sieg feiern. Bis Ende November dauerte es, dann gab es gegen Wolfsburg den ersten Heimerfolg. Doch in der Rückrunde hat die Mannschaft auf einmal einen Lauf. Acht Punkte sammelten die Schwaben in den letzten vier Partien - und haben die schwächelnde Konkurrenz aus Kaiserslautern und Berlin erst einmal hinter sich gelassen. «Siege sind wie Medizin», erklärt Luhukay das simple Erfolgsrezept.

«Man hatte uns schon abgeschrieben. Jetzt werden wir nicht den Fehler machen, zu euphorisch zu sein», sagt Abwehrspieler Sebastian Langkamp vor dem Endspurt. Derzeit hat Augsburg das rettende Ufer erreicht, aber selbst mit Relegationsplatz 16 könnte Luhukay gut leben. «Wenn wir noch zwei Spiele extra gehen müssen, nehmen wir auch das gerne an.» Und sollte es schließlich doch schief gehen, wäre auch dies nicht das Ende aller Augsburger Fußball-Träume: «Der FC Augsburg ist am Beginn seiner Reise, sich im Profi-Fußball fest zu etablieren», erklärt Noch-Manager Rettig. «Dazu gehören Rückschläge.»

Im Gastspiel bei Werder Bremen muss Luhukay allerdings ohne Stürmer Torsten Oehrl auskommen. Der 26-Jährige fällt am Samstag wegen Oberschenkelproblemen aus. «Das ist ein schwerer Schlag für uns», sagte der Trainer am Freitag. Für Oehrl dürfte Sascha Mölders in die Startelf rücken. Fraglich ist auch der Einsatz von Matthias Ostrzolek, der mit einer Kniekehlenreizung zu kämpfen hat.

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