Zweckoptimist
Kölns Trainer Stale Solbakken will trotz der Niederlage nicht von Abstiegsangst sprechen. Foto: Peter Steffen

Kölns Trainer Stale Solbakken will trotz der Niederlage nicht von Abstiegsangst sprechen. Foto: Peter Steffen

dpa

Kölns Trainer Stale Solbakken will trotz der Niederlage nicht von Abstiegsangst sprechen. Foto: Peter Steffen

Hannover (dpa) - Ohne Lukas Podolski ist der 1. FC Köln nur die Hälfte wert. Diese nicht ganz neue Erkenntnis wurde bei der bitteren 1:4-Pleite in Hannover eindrucksvoll bestätigt, die Treffsicherheit des 16-maligen Saisontorschützen wurde schmerzlicher vermisst denn je.

«Nächste Woche ist Lukas wieder dabei. Da geht immer was», benannte Torwart Michael Rensing nach der 14. Saison-Niederlage die größte Hoffnung im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga.

14 Niederlagen sind zwei mehr als Schlusslicht Kaiserslautern und Bundesliga-Minusrekord in dieser Saison. Der Abstand zu Relegationsplatz 16 beträgt nach der erneuten Pleite nur noch drei Zähler, und trotzdem fügte Rensing überraschend optimistisch hinzu: «Wir können erhobenen Hauptes nach Hause fahren.»

Eine Sichtweise, die an den Kölschen Spruch erinnert: «Et hätt noch immer joot jejange» (Es ist noch immer gut gegangen). Auch Trainer Stale Solbakken, der nach dem ersten Spiel ohne Ex-Manager Volker Finke sehr redselig wirkte, war trotz eklatanter Abwehrmängel und großer Schwächen bei der Chancenverwertung merkwürdig milde gestimmt. «Ich bin ganz zufrieden mit der Leistung. Es ist große Konkurrenz im Kader», sagte der Norweger.

Zumindest im Sturm trifft diese Aussage überhaupt nicht zu. Fast die Hälfte von 33 Kölner Toren hat Podolski erzielt. «Klar ist Lukas ein wichtiger Spieler», sagte der Coach. Möglicherweise hätte der Nationalspieler getroffen, sagte Solbakken: «Aber das ist nicht sicher.» Sicher ist aber, dass Milivoje Novakovic beste Chancen in der starken Viertelstunde des 1. FC Köln ausließ.

Zumindest die gefährliche Tabellenlage beschönigte der Trainer nicht. «Es ist klar, dass wir im Abstiegskampf stecken, mit acht oder neun anderen Mannschaften», sagte der Kölner Coach. Er warnte vor Panikmache: «Viele Spieler und Fans werden in den nächsten Wochen Angst haben. Damit müssen wir umgehen.»

Einige Profis analysierten die Situation ungeschminkt. «Augsburg und Freiburg zeigen einen klaren Trend. Wir müssen erstmal Konstanz reinbringen», sagte Verteidiger Christian Eichner. «Der Kampf wird bis zum Schluss weitergehen.»

Ob am nächsten Sonntag ausgerechnet gegen Tabellenführer Borussia Dortmund die Wende gelingt, ist fraglich. Torjäger Podolski hat dann seine umstrittene Sperre abgesessen, aber der BVB ist noch ein anderes Kaliber als der auf einer Euphoriewelle schwimmende Europa-League-Viertelfinalist aus Hannover. «Lukas steht gegen Dortmund in der Startelf», kündigte Solbakken an: «Vielleicht wird er uns helfen.»

Ohne dessen Treffsicherheit reichte es nur zu einem Kölner Tor durch Kevin Pezzoni (43. Minute). «Die Kölner machen den Sack nicht zu und wir kriegen die zweite Luft durch neue Leute von der Bank», erläuterte 96-Coach Mirko Slomka die Stärken seines Teams, das seit Rückrunden-Beginn hartnäckig Platz sieben verteidigt. Nach der Führung von Lars Stindl (19.) sorgten Jan Schlaudraff (61./Foulelfmeter) und der eingewechselte Stürmer Mame Diouf (67./83.) für die Entscheidung.

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