«Draufgepackt»
Sven Bender hat allen Grund über die Entwicklung in Dortmund zu jubeln.

Sven Bender hat allen Grund über die Entwicklung in Dortmund zu jubeln.

dpa

Sven Bender hat allen Grund über die Entwicklung in Dortmund zu jubeln.

Leverkusen (dpa) - Sie kamen als gelehrige Ergänzungsspieler, weckten aber binnen kurzer Zeit das Interesse von Nationalcoach Joachim Löw. Sven und Lars Bender wandeln auf den Spuren von Helmut und Erwin Kremers.

Nach einer starken Hinrunde sind die Mittelfeldspieler der Spitzenteams aus Dortmund und Leverkusen auf guten Weg, als erste Zwillinge seit 1974 das Trikot der Landesauswahl zu tragen. «Aus solchem Holz sind Nationalspieler geschnitzt», urteilte Bayer-Coach Jupp Heynckes.

Von der breiten Öffentlichkeit nahezu unbemerkt, aber höchst effektiv verrichteten die Jungprofis in den vergangenen Monaten ihre Arbeit in der defensiven Schaltzentrale. Doch in den Tagen vor dem Brüderkampf im Rückrundenauftakt zwischen Verfolger Leverkusen und Herbstmeister BVB rückten sie ins Rampenlicht. Der medienerfahrene Jürgen Klopp nutzte die Gelegenheit, um seinen 21 Jahre alten Schützling nochmals bei Bundestrainer Löw in Erinnerung zu rufen: «Sven hat in dieser Saison richtig was draufgepackt. Unglaublich, wie er sich reinhängt», lobte der BVB-Coach in diversen Interviews zum Thema überschwänglich.

Bis Sommer 2009 gab es die beiden gebürtigen Rosenheimer nur im Paket. Nach gemeinsamer Zeit in der Jugend beim Heimatclub TSV Brannenburg und der SpVgg Unterhaching verbrachten sie die ersten Profijahre beim Zweitligisten 1860 München. Als sich die erste Chance zum Sprung in die Bundesliga bot, griffen beide kurzentschlossen zu. Den einen verschlug es nach Dortmund, den anderen in das rund 80 Kilometer entfernte Leverkusen. Die Trennung fiel den lange Jahre Unzertrennlichen zwar schwer, diente nach Einschätzung von Sven Bender jedoch der Karriere: «Es war eine wertvolle Erfahrung, auf eigenen Beinen stehen zu müssen», sagte er den «Ruhr Nachrichten».

Bei der Geburt hatte es Lars ein paar Minuten eiliger. Doch was das Bemühen um einen Bundesliga-Stammplatz anbetrifft, ist Sven seinem Bruder derzeit einen Schritt voraus. Mit verblüffender Souveränität sprang er beim BVB für den verletzten Sebastian Kehl ein. Längst ist Sven Bender mehr als ein Ersatz für den noch immer pausierenden Borussen-Kapitän. Die Vereinsführung reagierte umgehend und verlängerte im Dezember den ohnehin bis 2013 datierten Vertrag vorzeitig um drei Jahre zu verbesserten Konditionen. «Ich weiß zu schätzen, dass man mir in Dortmund schon jetzt so ein Vertrauen entgegenbringt», kommentierte Sven Bender die Unterschrift.

Auch Bruder Lars, der es in der Hinrunde auf immerhin 14 Bundesliga-Einsätze brachte, gilt in Leverkusen als Mann der Zukunft. Die hochkarätige Konkurrenz im Bayer-Mittelfeld scheint ihn eher zu beflügeln als zu lähmen. Selbst ein Weltstar wie der genesene Michael Ballack muss sich mittlerweile dem harten Kampf um einen Stammplatz stellen. «Lars Bender hat etwas, was ganz entscheidend ist: einen super Charakter. Er gibt noch immer Gas, wenn der Sprit schon lange alle ist», schwärmte Trainer Heynckes. Die Ähnlichkeit der Brüder und die vergleichbare Spielweise verleitete den Bayer-Coach zu einem kleinen Scherz: «Manchmal begrüße ich morgens Sven statt Lars. Du weißt bei denen ja nie, wer es ist.»

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer