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Stürmer Miroslav Klose ist beim FC Bayern München nicht mehr erste Wahl.

Stürmer Miroslav Klose ist beim FC Bayern München nicht mehr erste Wahl.

dpa

Stürmer Miroslav Klose ist beim FC Bayern München nicht mehr erste Wahl.

München (dpa) - Im Deutschland-Trikot jagt er den Rekordtorschützen Gerd Müller, im Bayern-Dress sehnt er sich nach Spielminuten. Miroslav Klose muss in München meist Mario Gomez beim Toreschießen zuschauen. Sein Vertrag läuft aus - auch über einen Wechsel nach Dortmund wird spekuliert.

Wie kein anderer Bayern-Profi dürfte sich Miroslav Klose auf das Ende der Englischen Wochen im Verein freuen. Denn am 26. und 29. März stehen wieder zwei Fußball-Länderspiele gegen Kasachstan und Australien auf dem Programm - und im Nationaltrikot ist der Stürmer Stammkraft. 59 Tore in 106 Länderspielen hat Klose erzielt, nur noch neun Treffer fehlen zum Rekord von «Bomber» Gerd Müller (68). Beim Rekordmeister hat ihm dagegen Mario Gomez längst den Rang als Angreifer Nummer 1 abgelaufen.

Hier freut sich Klose schon, wenn er mal als «Joker» ran darf. Bis zum Hit gegen den FC Schalke 04 stand in dieser Saison kein Pokal-Einsatz über 90 Minuten in Kloses Statistik, in der Bundesliga war es nur einer über die volle Zeit, in der Champions League ebenfalls keiner.

Wenn Gomez so weiterspiele wie die vergangenen Wochen, werde er auch immer spielen, betonte Trainer Louis van Gaal dieser Tage, wies aber schnell auf die Chancen für die Reservisten hin. «Miro Klose hat zum Anfang immer gespielt. Letztes Jahr hat Gomez zum Anfang immer gespielt und im letzten halben Jahr hat dann aber Ivica Olic gespielt. Immer der Beste spielt.»

In jedem Training versucht sich Klose dafür zu empfehlen, denn Spielminuten zur Bewerbung bekam er zuletzt nicht viele. Über seine Reservistenrolle klagte der 32-Jährige aber nicht, auch wenn es «keine leichte Situation» sei. «Er trainiert hervorragend, er verhält sich top-professionell. Das schätzen wir sehr», sagte Sportdirektor Christian Nerlinger in der «tz».

Aber ob das mustergültige Ersatzspielerverhalten für einen neuen Vertrag reicht? Wie bei den Torhütern Jörg Butt und Thomas Kraft sowie den Mittelfeld-Ergänzungen Hamit Altintop und Andreas Ottl läuft der Kontrakt des im Sommer 2007 für geschätzte 12 bis 15 Millionen Euro aus Bremen geholten Angreifers Klose aus. Zuletzt wurde über ein Interesse des designierten Meisters Borussia Dortmund spekuliert - aber weder vom BVB noch vom Profi selbst etwas als fix vermeldet. «Da ist nichts dran», hieß es von Borussenseite, die Unruhe im Titelendspurt vermeiden will.

Klose selbst hatte bereits in der Winterpause, als es angeblich Angebote aus England und Spanien gab, Interesse an einem Wechsel signalisiert. «Ich bin für alles offen und kann mir vieles vorstellen, einen Wechsel in der Bundesliga wie ins Ausland», hatte Klose gesagt. Wenngleich die Zukunft des bodenständigen Familienvaters aber eher in Deutschland gesehen wird.

Bei einem Wechsel innerhalb der Bundesliga müsste der Hobby-Angler wohl kräftige Abstriche bei seinem Gehalt hinnehmen. Doch wichtiger als das Geld ist die Europameisterschaft im nächsten Jahr. Klose möchte in der neuen Saison noch einmal «für einen guten Club spielen, weil ich zur EURO 2012 will». Diese EM in seinem Geburtsland Polen (und der Ukraine) dürfte sein letztes großes Turnier sein, die letzte Chance auf einen großen internationalen Titel.

Erst einmal will der WM-Torschützenkönig von 2006 aber bei den Münchnern «um meinen Platz kämpfen». In der «Bild» (Mittwoch) steckte er seinen Zukunftsfahrplan gewohnt zurückhaltend ab. «Ich werde erst mal meinen Vertrag beim FC Bayern erfüllen und dann im Sommer in aller Ruhe schauen, wie es weitergeht.» Und die Momente im DFB-Dress will er auf dem Weg dorthin nicht nur als seine persönliche Wohlfühl-Oase nutzen, sondern um auch den «Bomber»-Rekord zu brechen.

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