Vorstandschef
Oliver Mintzlaff will auch im Falle einer Teilnahme an der Champions League keine teuren Starspieler holen. Foto: Hendrik Schmidt

Oliver Mintzlaff will auch im Falle einer Teilnahme an der Champions League keine teuren Starspieler holen. Foto: Hendrik Schmidt

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Oliver Mintzlaff will auch im Falle einer Teilnahme an der Champions League keine teuren Starspieler holen. Foto: Hendrik Schmidt

Leipzig (dpa) - Große Namen des Weltfußballs werden in der kommenden Saison höchstens zu Gastbesuchen bei RB Leipzig auftauchen. Der immer konkreter auf die Champions League zusteuernde Aufsteiger will von seinem Personalkonzept auch beim Erreichen der europäischen Königsklasse nicht abweichen.

Keine Superstars, keine Spieler über 24 Jahre, keine Spieler, die das Gehaltsgefüge sprengen. Oder wie es RBL-Vorstandschef Oliver Mintzlaff im «Kicker» formulierte: «Wir wollen uns weiter Schritt für Schritt entwickeln, und das bedeutet auch, dass wir finanziell keine verrückten Sachen machen, unsere Alleinstellungsmerkmale beibehalten und unserer Linie treu bleiben werden.»

Dass die junge Mannschaft in der nächsten Saison international und vermutlich sogar in der Champions League spielt, wird immer wahrscheinlicher. RBL distanzierte selbst erst Hertha BSC, dann Eintracht Frankfurt und 1899 Hoffenheim durch drei Siege in Verfolgerduellen. Zudem ließ auch der kommende Gegner Borussia Dortmund mit dem 1:1 am Sonntag beim FSV Mainz 05 zwei Punkte. Leipzigs Vorsprung auf Platz fünf und damit den ersten Nicht-Champions-League-Rang beträgt elf Zähler, auf Platz sieben und damit den ersten Nicht-Europa-League-Rang sogar 13.

«Sollten wir nächste Saison tatsächlich international spielen, dann ändert sich nur die Zahl der Spieler, die wir holen», hatte Sportdirektor Ralf Rangnick bereits nach dem 2:1-Heimsieg gegen Hoffenheim betont. «Dann kann es sein, dass wir zwei mehr holen als sonst. Weil wir für unsere intensive Spielweise dann vielleicht auch zwei Zehner im Kader brauchen», erklärte Rangnick.

Nicht aber wird RB Leipzig auf dem Markt wie von manch einem vermutet regelrecht wildern und nach großen Namen Ausschau halten. Das taten die Verantwortlichen schon nach dem Aufstieg im vergangenen Sommer für die Premiere in der Bundesliga nicht. Das taten sie auch nicht in der an diesem Dienstag endenden Winter-Transferperiode. Im Sommer waren die namhaftesten Neuzugänge der nicht gerade international renommierte Naby Keita von RB Salzburg und Timo Werner vom Bundesliga-Absteiger VfB Stuttgart. Im Winter holte RB den 18 Jahre alten Franzosen Dayot Upamecano von RB Salzburg.

«Wir werden unseren unter Ralf Rangnick erfolgreich eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzen, auch für den Fall, dass wir uns am Ende für einen internationalen Wettbewerb qualifizieren sollten», bestätigte Mintzlaff der Deutschen Presse-Agentur. Denn das System Leipzig funktioniert, wie es jetzt ist und es funktioniert nahezu perfekt. Die Mannschaft, die ohne wirklichen Star in die Saison gestartet ist, liegt nur drei Punkte hinter dem mit Stars nur so gespickten Bayern-Ensemble.

Aber was würde denn eigentlich passieren, wenn auf einmal ein international anerkannter Topspieler in das harmonierende Kollektiv käme? «Es geht dabei weniger um die Gefahren und Risiken als vielmehr darum, dass wir unsere Philosophie und die damit verbundenen Leitplanken beibehalten wollen», antwortete Mintzlaff.

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