Fußballwetten
Eine Studie hatte zwischen 2010 und 2015 auffälligen Torwetten bei einzelnen Schiedsrichtern entdeckt. Foto: Martin Gerten

Eine Studie hatte zwischen 2010 und 2015 auffälligen Torwetten bei einzelnen Schiedsrichtern entdeckt. Foto: Martin Gerten

dpa

Eine Studie hatte zwischen 2010 und 2015 auffälligen Torwetten bei einzelnen Schiedsrichtern entdeckt. Foto: Martin Gerten

Frankfurt/Main (dpa) - Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat gelassen auf einen Bericht des Westdeutschen Rundfunks (WDR) über auffällige Wetteinsätze in der Bundesliga reagiert.

Ein Verdacht auf Wettmanipulation werde durch die vorgelegten Daten nicht belegt, sagte ein DFB-Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Der Bericht des WDR-Magazins «Sport Inside» bezieht sich auf eine Studie der Universitäten Bielefeld, Pennsylvania und West Virginia, wonach es in der höchsten deutschen Spielklasse zwischen 2010 und 2015 zu systematisch auffälligen Torwetten bei einzelnen Schiedsrichtern gekommen sei.

Dabei handelt es sich um die Anzahl der Tore, also ob weniger oder mehr als 2,5 Treffer in einer Partie erzielt werden. Betroffen von den außergewöhnlich hohen Wetteinsätzen sind laut Studie drei von 26 Bundesliga-Schiedsrichtern, die namentlich nicht genannt werden.

Ob tatsächlich manipuliert wurde, kann die Studie trotz der Auffälligkeiten nicht nachweisen. «Aber man beobachtet statistische Eigenschaften, die man auch erwarten würde, falls es Wettbetrug gäbe», sagte Christian Deutscher von der Universität Bielefeld als Mitautor der Studie dem WDR. Die Deutsche Fußball Liga zeigte sich über den Bericht verwundert. «Fakt ist: Die Studie liefert keinen Beleg für Wettmanipulation. Das sagen die Autoren selbst, wird aber auch von Experten bestätigt», teilte ein DFL-Sprecher mit.

Der DFB nehme «jeden Hinweis sehr ernst», sieht aber zunächst keinen Handlungsbedarf. Der Verband verwies auf die Zusammenarbeit mit dem Wettüberwachungs-Spezialisten «Sportradar» seit den Vorfällen um Schiedsrichter Robert Hoyzer im Jahr 2005. Seitdem sei keine Partie in der Bundesliga oder 2. Bundesliga mehr als manipulationsverdächtig eingestuft worden, erklärte der Verband.

Der sportpolitische Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen, Özcan Mutlu, kündigte an, dass sich der Sportausschuss mit der Studie befassen werde. Der DFB solle sich der Sache annehmen, forderte Mutlu: «Die Ergebnisse der Studie müssen ernst genommen und Unregelmäßigkeiten umgehend aufgeklärt werden.» Für Experten gelten Torwetten als einfachste Möglichkeit, im Fußball gezielt zu manipulieren, da keine bestimmte Mannschaft gewinnen muss.

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