Lebensversicherung
Lukas Podolski ist für den 1. FC Köln eine Art Lebensversicherung im Abstiegskampf. Foto: Uwe Anspach

Lukas Podolski ist für den 1. FC Köln eine Art Lebensversicherung im Abstiegskampf. Foto: Uwe Anspach

dpa

Lukas Podolski ist für den 1. FC Köln eine Art Lebensversicherung im Abstiegskampf. Foto: Uwe Anspach

Sinsheim (dpa) - Ohne Lukas Podolski ist der 1. FC Köln nur die Hälfte wert - rein rechnerisch nicht einmal das: Von 31 Toren der abstiegsbedrohten Rheinländer in dieser Bundesliga-Saison hat der Nationalstürmer nun 16 erzielt.

Mit seinem ersten Kopfballtreffer in der 81. Minute rettete der 26-jährige seinem abstiegsbedrohten Club ein 1:1 (0:1) am Sonntagabend bei 1899 Hoffenheim. Zu seinem möglichen Wechsel im Sommer zu Arsenal London wollte sich Podolski nicht äußern, meinte aber vielsagend: ««Für mich gilt es alles zu geben bis zum Ende. Wir haben jetzt noch zehn heiße Duelle, und die müssen wir konzentriert angehen.»

In der Kabine, so erzählte Torhüter Michael Rensing später, habe er Podolski im Spaß gefragt: «Gibt der Punkt vielleicht den Ausschlag, dass du hier verlängerst?» Er habe keine Antwort darauf bekommen. Für Christian Eichner waren in den Tagen nach den ersten Medienberichten, wonach Podolski auf die Insel wechsle, «gefühlte 250 Kameras beim Training.» Aber «Poldi» sei eben «ein absoluter Weltklassespieler». «Für ihn laufen und rackern wir», sagte der Abwehrspieler und meinte gar: «Für ihn würde ich die ganze Nacht laufen.»

Podolski schien das Wechseltheater jedenfalls abgeschüttelt zu haben wie einen harmlosen Gegenspieler. «Ich kann gut mit Druck umgehen. Druck macht mir nix», meinte er nach dem Abpfiff ungerührt. «Man muss die Entscheidung respektieren. Lukas hat alles für den 1. FC Köln gemacht und das wird er auch die letzten zehn Spiele machen - ob er wechselt oder nicht», sagte Trainer Stale Sollbakken.

Da hatte der Norweger im letzten Satzteil gerade noch die Kurve gekriegt. Denn so schnell werden der Spieler und die Verantwortlichen die Verhandlungen nicht öffentlich machen. Sportdirektor Volker Finke will mitten im Abstiegskampf «überhaupt keine Ansatzpunkt geben, in welchem Stadium wir uns uns da gerade befinden.»

Vor einer Saison ohne Podolski müssten ihm und dem FC schon jetzt angst und bange sein: Der Publikumsliebling war der einzige Kölner, der die Hoffenheimer ernsthaft beschäftigte. Als bei den Nordbadenern nach dem hochverdienten 1:0 (33.) durch Marvin Compper am Ende mal wieder das große Flattern einsetzte, war der FC-Star zur Stelle. Mit der Faust klopfte sich Podolski nach dem Treffer auf die Brust und rannte in die Kurve seiner Anhänger.

«Wir sind sonst immer zusammengebrochen, wenn wir in Rückstand geraten sind. Wir haben heute gute Moral gezeigt und man sieht: Es stimmt bei uns», sagte der Mann des Tages. «Jetzt haben ein wichtiges Spiel gegen Hertha zu Hause, das müssen wir unbedingt gewinnen. Wir haben es immer noch selber in der Hand.» Besser: im linken Fuß. Denn damit hat Podolski schon 15 Tore gemacht. Und von seinem Schussglück wird es wohl abhängen, ob Köln in der Liga bleibt.

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