Emir Spahic wird den HSV verlassen. Foto: Axel Heimken
Emir Spahic wird den HSV verlassen. Foto: Axel Heimken

Emir Spahic wird den HSV verlassen. Foto: Axel Heimken

dpa

Emir Spahic wird den HSV verlassen. Foto: Axel Heimken

Hamburg (dpa) - Bruchhagen greift ein, Gisdol greift durch: Das neue Führungsduo beim abstiegsbedrohten Hamburger SV hat gleich zum Start ins neue Jahr Fakten geschaffen. Vor dem Trainingsauftakt gab der Fußball-Bundesligist überraschend die sofortige Trennung von «Bad Boy» Emir Spahic bekannt.

«Wir haben in den vergangenen Wochen einen Veränderungsprozess innerhalb des Kaders angeschoben. Dieser Prozess beinhaltet nun unter anderem, dass wir künftig ohne Emir Spahic planen und es für das Beste halten, wenn die Wege von Verein und Spieler sich trennen», erklärte Coach Markus Gisdol zu der vom Zeitpunkt her unerwarteten Personalie. Diese Entscheidung wird vom neuen Clubchef Heribert Bruchhagen mitgetragen.

Gegen den 36-jährigen Spahic spricht zum einen sein Alter, zudem seine Form und vor allem sein Rüpel-Image. Dies stammt vor allem aus seiner Zeit bei Bayer Leverkusen, wo er nach einer von ihm angezettelten Keilerei gegen einen Bayer-Ordner rausgeworfen wurde und vor dem Karriereende stand. Der HSV gab dem Routinier aber eine Bewährungschance. Auf dem Platz zeigte Spahic anfangs gute Leistungen, doch auch in Hamburg kam es wiederholt zu Vorfällen. Spahic legte sich mit Teamkollegen an. Erschwerend kam hinzu, dass er wegen seiner Verletzungsanfälligkeit zuletzt auch nicht mehr uneingeschränkt zum Stammpersonal zählte.

Folgerichtig wurde der bis zum Sommer gebundene Spahic freigestellt und ihm ein Aufhebungsvertrag angeboten. Als Ersatz hatten die Hamburger schon Innenverteidiger Mergim Mavraj für 1,8 Millionen Euro vom 1. FC Köln geholt. Der Abwehrspieler übernimmt die Rückennummer 3 des Brasilianers Cléber, der wie geplant zum FC Santos wechselt. Als Ablöse sind 2,5 Millionen Euro plus eine Beteiligung für den HSV beim Weiterverkauf im Gespräch. Verstärkungen in der Defensive sind beim abwehrschwachen HSV nun aber erst recht noch nötig. «Wir arbeiten an unterschiedlichen Konstellationen», meinte Heribert Bruchhagen.

Dass sich der neue Clubchef am Dienstag der auf dem Relegationsplatz stehenden Mannschaft vorstellte, wurde so fast zum Randaspekt. «Mit lediglich 13 Punkten sind wir in einer prekären Situation. Darüber sind wir uns alle im Klaren», betonte der Beiersdorfer-Nachfolger als Vorstandsvorsitzender. Und richtete einen energischen Appell an das Team: «Aus dieser prekären Lage müssen wir uns befreien.»

Dabei helfen will auch der designierte HSV-Sportchef Jens Todt. Der derzeit noch in Südostasien urlaubende Ex-Nationalspieler soll der Nachfolger von Peter Knäbel werden und weitere Transfers regeln. «Ich bin mir sicher, dass er gut zu mir, zum Trainer und zum Team passt», sagte Bruchhagen dem Radiosender NDR 90,3 über den vom Karlsruher SC kommenden Ex-Profi, der 2008/09 schon Chef der HSV-Nachwuchsabteilung arbeitete. Beide Clubs sind sich handelseinig, mit Todt sind nur noch Details zu klären, er soll dem Vernehmen nach aus Thailand direkt in das am Donnerstag in Dubai beginnende HSV-Trainingslager reisen.

Dort soll auch Filip Kostic (absolviert nach Absprache mit Gisdol ein individuelles Programm) zum Kader stoßen. Zudem setzt der HSV auf den eigenen Nachwuchs. Oliver Oschkenat (23), Jonas Behounek, Vasilije Janjicic (beide 18) und Fiete Arp (16) absolvieren die gesamte Vorbereitung mit den Profis und reisen auch mit ins Trainingslager.

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