Pierre-Emerick Aubameyang wurde von Dortmund verpflichtet. Foto: Etienne Laurent
Pierre-Emerick Aubameyang wurde von Dortmund verpflichtet. Foto: Etienne Laurent

Pierre-Emerick Aubameyang wurde von Dortmund verpflichtet. Foto: Etienne Laurent

dpa

Pierre-Emerick Aubameyang wurde von Dortmund verpflichtet. Foto: Etienne Laurent

Düsseldorf (dpa) - Die Fußball-Bundesliga steuert bei den Transferausgaben auf Rekordkurs. Bereits acht Wochen vor Ablauf der Wechselfrist haben die 18 Clubs schon rund 150 Millionen Euro in neues Personal investiert.

Vieles spricht dafür, dass die bisherige Bestmarke aus dem vorigen Sommer in Höhe von 245 Millionen Euro übertroffen wird. Dazu könnte vor allem Borussia Dortmund beitragen. Neben den Verpflichtungen von Sokratis und Pierre-Emerick Aubameyang sind weitere Zugänge geplant. «Seit geraumer Zeit wissen wir, wen und was wir wollen. Und daran arbeiten wir», sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Vor allem den Branchenführern aus München und Dortmund mangelt es nicht an Kapital. Allein in der Champions League haben die beiden Finalisten jeweils mehr als 60 Millionen Euro erlöst. Der 37 Millionen Euro-Transfer von Mario Götze nach München spülte weiteres Geld in die BVB-Kasse. Die Hälfte dieser Gesamteinnahmen will Watzke in den Kader reinvestieren. Als vermeintlicher Götze-Nachfolger wird Henrich Mchitarjan gehandelt. Für den Spielmacher von Schachtjor Donezk soll der BVB üppige 23 Millionen Euro geboten haben.

Nicht auszuschließen, dass auch der FC Bayern nach dem Coup mit Götze und der ablösefreien Verpflichtung von Jan Kirchhoff (Mainz) noch einmal tätig wird. «Es ist immer möglich, es kann immer was passieren», kommentierte Sportvorstand Matthias Sammer. Ein Verkauf von Mario Gomez, um den sich der AC Florenz bemüht, könnte den ohnehin üppigen finanziellen Spielraum des Rekordmeisters weiter erhöhen. Unmittelbaren Handlungsbedarf sieht Sammer jedoch nicht: «Wir haben zwei Monate noch das Transferfenster offen.»

Seinem Schalker Kollegen Horst Heldt wurde in den Medien der Titel «Klausel-König» verliehen. Ähnlich wie der FC Bayern im Fall Götze nutzte er bei den Transfers von Leon Goretzka (Bochum) und Adam Szalai (Mainz) einen Vertragspassus, nach der die Profis für einen festgelegten Betrag wechseln dürfen. Zudem gelang es Heldt, den von englischen Clubs umworbenen Julian Draxler trotz einer Ausstiegsklausel von einem Verbleib zu überzeugen. «Der Vorteil an Klauseln ist: Wenn man einen Spieler holen will, muss man nur mit der Spielerseite verhandeln, nicht mit dem Verein», sagte der Schalker Sportvorstand der «Süddeutschen Zeitung».

Zwischen der Investitionsbereitschaft und der Abschlusstabelle der 50. Saison scheint es eine Wechselbeziehung zu geben. Die vier besten Clubs gaben bisher am meisten aus. Ähnlich wie Meister Bayern (33 Millionen Euro), Kronprinz Dortmund (21,5 Millionen Euro) und der FC Schalke (15 Millionen Euro) war auch der Dritte Bayer Leverkusen nicht untätig und investierte bisher rund 16 Millionen Euro. Der Verkauf von André Schürrle zum FC Chelsea erleichterte den Zukauf eines kostspieligen Profis wie Heung-Min Son (Hamburg/10 Millionen).

Traditionell kommt der Transfermarkt zum Ende der Wechselfrist bis 31. August noch einmal mächtig in Schwung. Zumindest die 200-Millionen-Euro-Marke dürfte deshalb zum insgesamt zweiten Mal durchbrochen werden.

Doch anders als im vorigen Sommer, als der Hamburger SV mit der Rückholaktion von Rafael van der Vaart für einen spektakulären Schlussakkord sorgte, sind beim klammen Liga-Dino diesmal keine großen Sprünge zu erwarten. Das in drei Jahren eingefahrene 20-Millionen-Defizit zwingt zur Kostensenkung. Zum Verkauf stehen Robert Tesche, Gojko Kacar, Marcus Berg, Michael Mancienne, Paul Scharner und Slobodan Rajkovic.

Einen ähnlichen Philosophiewechsel gibt es in Wolfsburg. Die Zeiten, in denen der reiche VW-Club keine Kosten scheute, sind vorerst vorbei. Vergleichsweise bescheidene neun Millionen Euro gaben die Norddeutschen bisher aus. Unter der Regie der einstigen Allmacht Felix Magath waren in drei Transferperioden 71 Millionen Euro zusammen gekommen. Die neue Bescheidenheit umschrieb Manager Klaus Allofs mit vielsagenden Worten: «Wir wollen signalisieren, dass wir einen Plan haben.»

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