Deutliche Worte
Bayern-Trainer Jupp Heynckes fordert einen Sieg gegen Wolfsburg. Foto: Frank Leonhardt

Bayern-Trainer Jupp Heynckes fordert einen Sieg gegen Wolfsburg. Foto: Frank Leonhardt

dpa

Bayern-Trainer Jupp Heynckes fordert einen Sieg gegen Wolfsburg. Foto: Frank Leonhardt

München (dpa) - Nach 20 Minuten in ruhigem Tonfall wurde Jupp Heynckes bei der letzten Antwort plötzlich ungewöhnlich emotional. Nach dem 1:3-Fehlstart in Gladbach erwartet der Bayern-Trainer von seinen Profis umgehend eine Reaktion und Trendwende.

Im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg mit dem Münchner Ex-Coach Felix Magath soll beim Tabellenführer auf dem Fußballplatz wieder die Post abgehen. «Ich habe der Mannschaft gesagt, bis Ende Mai möchte ich sie in einem anderen Gewand sehen, von der ersten bis zur letzten Minute, rauf und runter, kämpfen, rennen, aber auch Fußball spielen. Daran muss sich die Mannschaft messen lassen, sonst an nichts», erklärte Heynckes am Freitag am Ende seiner wöchentlichen Pressekonferenz in für seine Verhältnisse erstaunlich lauter und resoluter Tonlage.

Der Tabellenführer, der den heißen Atem der Verfolger Borussia Dortmund, Schalke 04 und Mönchengladbach im Nacken spürt, ist gegen die runderneuerten Wolfsburger im eigenen Stadion «gefordert, das Spiel zu gewinnen, das ist ganz klar», betonte Heynckes. Die Pleite von Mönchengladbach habe man in dieser Woche intensiv aufgearbeitet. «Wir haben noch eine Schippe draufgelegt, das ist auch nötig. Der FC Bayern muss anders agieren, wenn er große Ziele ansteuern will.» Der 66 Jahre alte Fußballlehrer will am Samstag insbesondere wieder eine bessere Abstimmung zwischen Offensive und Defensive sehen. «Angriffsmodus» allein führe nicht zum Erfolg, mahnte er.

Eine Belebung des Münchner Spiels erhofft sich Heynckes von Rückkehrer Franck Ribéry, der in Gladbach gesperrt gewesen war: «Mit dem Lapsus vom Köln-Spiel hat er sich und der Mannschaft geschadet. Ich erhoffe mir, dass er so spielt wie in vielen Hinrundenspielen. Mit Franck gewinnen wir an Angriffspotenzial.»

Mit acht Treffern und dem Liga-Bestwert von neun Torvorlagen trumpfte Ribéry bis Weihnachten auf. In der Vorbereitung auf die Rückrunde sprühte der 28-Jährige nur so vor Tatendrang. «Ich habe viel Energie, ich habe Spaß, ich bin motiviert und konzentriert.»

«Wölfe»-Coach Magath hätte auf das Ribéry-Comeback liebend gerne verzichtet. «Ich hätte mir gewünscht, dass er noch ein weiteres Spiel Sperre hätte», gestand der Wolfsburger Trainer. Ribéry laboriert zwar an leichten Rückenbeschwerden, der Flügelflitzer kann aber ebenso auflaufen wie Bastian Schweinsteiger, der sich immer wieder mit Beschwerden am Knie herumplagt. Nach der Verletzung von Innenverteidiger Daniel van Buyten (Mittelfußbruch) rückt das Münchner Sorgenkind Breno erstmals in dieser Saison in den Kader.

Heynckes mochte am Freitag noch nicht verraten, ob er sein gesamtes Offensiv-Potenzial in der Startformation ausreizt. Zum Quartett Mario Gomez, Ribéry, Thomas Müller, Arjen Robben könnte er auch noch Toni Kroos als offensiven Sechser neben Schweinsteiger aufbieten. «Passt das? Funktioniert das?» Diese Frage habe er für sich noch nicht endgültig beantwortet. «Ich bin mitten im Prozess.»

Magath stellt sich jedenfalls auf einen stürmischen Gegner ein: «Die Bayern werden sich für ihre schwache Leistung in Gladbach rehabilitieren wollen.» Gerade im eigenen Stadion hätten die Bayern in der Hinrunde «teilweise überragende Leistungen gezeigt», mahnte der Coach des deutschen Meisters von 2009. Für die Wolfsburger war München bislang alles andere als ein gutes Pflaster: 13 Niederlagen und nur ein Punktgewinn lautet die Katastrophenbilanz des VfL.

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