Stuttgarts Bruno Labbadia weiß um die Gefahr des Abstiegskampfes. Foto: Roland Weihrauch
Stuttgarts Bruno Labbadia weiß um die Gefahr des Abstiegskampfes. Foto: Roland Weihrauch

Stuttgarts Bruno Labbadia weiß um die Gefahr des Abstiegskampfes. Foto: Roland Weihrauch

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Stuttgarts Bruno Labbadia weiß um die Gefahr des Abstiegskampfes. Foto: Roland Weihrauch

Stuttgart (dpa) - Vor genau einem Jahr dachte bei Eintracht Frankfurt noch niemand an die zweite Liga. Der Verein stand eine Etage höher auf Platz neun und hatte einen scheinbar komfortablen Vorsprung von zehn Punkten auf den ersten Abstiegsplatz.

Warum es die Frankfurter am Ende doch noch erwischte, können sie sich bis heute nicht richtig erklären, dafür ist ihr spektakulärer Absturz mittlerweile der halben Fußball-Bundesliga eine Warnung.

Denn nach 19 von 34 Spieltagen beginnt die abstiegsgefährdete Zone schon ab Platz acht. Zu ihr gehören Vereine wie der VfB Stuttgart oder 1899 Hoffenheim, die ihren Blick bislang immer nach oben gerichtet haben. Und sie treffen dort auf Clubs wie Hertha BSC oder den 1. FC Köln, die sich in der Winterpause schon relativ sicher gefühlt hatten. «Viele Teams können unten reinrutschen», sagt VfB- Trainer Bruno Labbadia. «Der Druck wird größer, die Tabelle immer enger. Wir schätzen uns realistisch ein und sind nicht blauäugig.»

Labbadias Aussagen zeigen: Unterschätzt wird diese besondere Tabellenkonstellation von niemandem mehr, das Beispiel Frankfurt dient allen als Abschreckung. «Uns muss bewusst sein, dass wir im Abstiegskampf stecken. Wir dürfen jetzt nicht lamentieren, sondern müssen als Team noch enger zusammenrücken», meint Herthas Andreas Ottl. Beim Kölner Kapitän Sascha Riether klingt das wie folgt: «Wir müssen jetzt wachsam sein, dürfen aber nicht die Nerven verlieren.»

Nur fünf Punkte trennen Hoffenheim auf dem achten und den 1. FC Kaiserslautern auf dem 16. Rang. Die Liga ist in diesem Bereich derart eng zusammengerückt, dass Hertha BSC am nächsten Wochenende mit einem Sieg gegen Hannover von Platz 15 auf Platz 8 springen könnte. Auffällig ist dabei, dass die Angst vor dem Absturz besonders jene Clubs betrifft, die sich gerade in einem Umbruch befinden.

1899 Hoffenheim lässt dabei einen früheren Aufstiegshelden nach dem anderen gehen. In Köln trichtert Trainer Stale Solbakken seinen Profis ein völlig neues Spielsystem ein. In Hamburg und Wolfsburg blieb in den vergangenen Monaten ebenfalls kaum ein Stein auf dem anderen, der Unterschied dort ist nur, dass beide Clubs seit dem Beginn der Saison im unteren Tabellendrittel festsitzen.

In fast allen Fällen sind diese Veränderungen gewollt und auch halbwegs durchdacht, sie kosten die jeweiligen Teams aber häufig auch einiges an Stabilität. Kaum eine der betroffenen Mannschaften ist wirklich eingespielt oder besitzt eine gewachsene Hierarchie. «Zurzeit hat bei uns jeder ein Stück weit mit sich selbst zu tun. So bügelt keiner die Fehler der anderen aus», klagt Labbadia.

Davon profitieren könnten Vereine wie Freiburg, Augsburg oder Nürnberg. Sah es lange Zeit so aus, als würden sie eine Art Bodensatz der Liga bilden, der die Absteiger unter sich ausmacht, sind sie nun im Tabellenkeller nicht mehr allein. Ihr Vorteil ist, dass sie nie etwas anderes erwartet haben und deshalb im Gegensatz zu allen Stuttgartern, Kölnern oder Berlinern kaum Gefahr laufen, in Panik zu verfallen. «Wir wussten schon vor der Saison, dass es nur gegen den Abstieg geht», meint Nürnbergs Trainer Dieter Hecking.

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